Die Vernichtung der Arawak-Indianer auf Jamaika (Bild: StockSnap / Pixabay)

Nach den Spaniern übernahmen die Briten die Oberherrschaft über Jamaika

Jamaika liegt rund 140 Kilometer südöstlich von Kuba und ist Teil der Inselgruppe, die im Deutschen "Westindische Inseln" und im Englischen "The West Indies" genannt wird. Diese Inseln werden in drei Gruppen eingeteilt: die Großen Antillen (The Greater Antilles), die Kleinen Antillen (The Lesser Antilles) und die Bahamas (The Bahamas). Jamaika gehört zusammen mit Kuba, Hispaniola und Puerto Rico zu den Großen Antillen. Die Bewohner werden Jamaican und West Indian genannt. Allerdings ist diese Bezeichnung nicht ganz richtig, denn ein West Indian ist nicht zwangsläufig Jamaican, sondern kann von einer ganzen Reihe anderer Inseln stammen.

Jamaika hat tropisches Klima mit Tagestemperaturen von 27 - 30 Grad Celsius das ganze Jahr hindurch. Nachts ist die Temperatur nur geringfügig niedriger. Es gibt keine festen Jahreszeiten, denn selbst die Regenzeit - normalerweise im Mai und Oktober - variiert von Jahr zu Jahr. Eine kleine Abwechslung im klimatischen Tagesablauf bringt der unter dem Namen "The Doktor Wind" bekannte morgendliche Seewind. Nach der Kolonisation Jamaikas durch die Spanier übernahmen die Briten im Jahr 1655 die Insel. Ihre Oberherrschaft dauerte bis 1962.

Bis in die jüngste Zeit galt Jamaikisch-Kreolisch als primitive Sprache

Die indianische Urbevölkerung war klein, so dass die Mehrheit der heutigen Bewohner Jamaikas von Nachkommen ehemaliger schwarzer Sklaven gestellt wird, die von Europäern im 17. und 18. Jahrhundert auf die Insel gebracht wurden. Die Bewohner Jamaikas sprechen entweder Jamaikisch-Kreolisch, das in ähnlicher Weise auf dem Englischen basiert wie das Haitisch-Kreolisch auf dem Französischen, oder ein Englisch, das in der Nähe des britischen Standard-Englisch angesiedelt ist. Manche sprechen beides, Kreolisch im Alltag und Englisch bei formellen Anlässen. Jamaikisch-Englisch und Jamaikisch-Kreolisch entsprechen sich etwa wie Spanisch und Porrugisisch.

Bis in die jüngste Zeit galt Jamaikisch-Kreolisch selbst bei Jamaikanern als die primitive Sprache der Unterpriviligierten. Diese Auffassung ignoriert jedoch die Tatsache, dass Jamaikisch-Kreolisch von der Mehrheit der Bevölkerung zuerst gesprochen wurde. Mittlerweile ist allerdings ein Wandel eingetreten. Im Zuge der Entdeckung einer eigenständigen kreolischen Kultur verwendet man das Kreolische gleichberechtigt mit dem Englischen, wenn es, wie zum Beispiel im literarischen Umfeld, als angemssenere sprachliche Form betrachtet wird.

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