Zwergmaus (Bild: Kapa65 / Pixabay)

Die Afrikanische Zwergmaus, auch Knirpsmaus genannt

Die Afrikanische Zwergmaus, Mus minotoides, gehört in die Familie der Langschwanzmäuse, Muridae. Die Langschwanzmäuse (Muridae) sind eine artenreiche, ursprünglich in Eurasien, Afrika und Australien verbreitete Gruppe. Dazu gehören Altweltmäuse (wie Mäuse und Ratten), aber auch Rennmäuse und andere Gruppen.

Mit der Größe von etwa 5 cm, das Schwänzchen ist nochmal 4-6 cm lang, ist sie wirklich eines der kleinsten Nagetiere. Noch kleiner ist nur mehr die Zwergspringmaus, die gerade mal eben 4 cm von Kopf bis Rumpf lang ist.

Lesetipp: Wer zählt wirklich zu den Mäusen?

 

Zwergmaus (Bild: GeraldS / Flickr)

Die Knirpsmaus ist rotbräunlich behaart, das Bäuchlein ist weiß, der Schwanz ist schuppig und kaum behaart. Wobei die Eurasische Zwergmaus, Micromys minutus, diesen auch zum Klettern und Greifen benützt.

Abb. aus Enzyklopädie d. Säugetiere

Das Weibchen ist deutlich größer als das Männchen.

Wo Menschenkinder ein "bäh" ernten, nämlich für gelbliche Zähne, ist dies bei Nagetieren ein gesundes Anzeichen. Eine schützende harte Schmelzschicht ist der Grund für die Gelbfärbung. Allerdings muss auch die Zwergmaus als Nagetier die Möglichkeit haben, die stetig wachsenden Nagezähne abzuwetzen. Sonst bekommt sie Ernährungsprobleme.

 

Steppengebiete Afrikas

Elefanten in der Steppe (Bild: oder345nn / Flickr)

Die Heimat der Afrikanischen Zwergmaus

Diese Zwergmaus ist zwar ebenfalls eine sogenannte Altweltmaus, aber ihre Heimat sind die Busch- und Steppengebiete Afrikas. Südlich der Sahara lebt sie knapp unter der Grasdecke in einem ausgedehnten unterirdischen Gangsystem. Ihr Leben spielt sich in einem Gruppen- und Familienverband ab. Das bedeutet für den Halter, dass er nie nur ein Mäuschen alleine bei sich ansiedelt. Sie legen Gemeinschaftsnester an, in denen auch die Jungen meist gemeinsam aufgezogen werden.

Würfe können mehrmals im Jahr erfolgen mit 2-8 Jungtieren. Bei der Geburt nackt und die Augen noch nicht geöffnet, sprießt allmählich ein vorerst graues Fell. Die Augen öffnen sich nach der 2. Woche. Schon ab der 3. Lebenswoche beginnen sie sich am Futter zu versuchen. Erwachsen und fortpflanzungsfähig sind sie mit etwa 10 Wochen. Das mittlere Lebensalter steht bei etwa 2 Jahren.

Nachdem die Knirpsmaus dämmerungs- und nachtaktiv ist, ist sie also nicht als Spielgefährte für Kinder geeignet, allerdings ein interessantes Tier für Liebhaber, die ihnen eine artgerechte Haltung im Terrarium ermöglichen.

Für Kinder als Haustier sind etwas größere und vor allem tagaktive Tiere weit besser geeignet.

Wie soll man die Knirpsmäuse halten?

Wer diese Tiere halten will, muss mehrere Anfprderungen erfüllen:

  • Die Tiere muss man immer im Gruppenverband von mehreren Tieren halten. Mehrere Weibchen mit ein, zwei männlichen Tieren.
  • Mindesttemperatur das ganze Jahr hindurch sind ab 21°C, auch nachts, Sommer wie Winter.
  • Ein Terrarium, das ihrem Bewegungsdrang, auch mal ordentlich zu springen, Raum gibt. Für eine Gruppe von 5 Tieren rechnet man ein Terrarium von 80x50x50cm, am besten mit mehreren Etagen. Als Bodengrund ist eine 5-10 cm hohe Streuschicht sinnvoll. Untergelegte Küchenpapier-Rollen oder ausgehöhlte Äste geben den Tieren die Möglichkeit Nester anzulegen. Einstreu können neben fertiger Kleintiereinstreu auch Hobelspäne gemixt mit Torf, Eichen- oder Buchenblättern sein. Verstecke aus Naturmaterialien bieten den Tieren viel Abwechslung.
  • Äste, auf denen sich die kletterfreudigen Tiere bewegen können, komplettieren das Equipment. Sie sind auch für den beobachtenden Tierfreund ein zusätzliches Plus; quasi das richtige Enrichment für die Abendshow!
  • In einer kleinen Schüssel Vogelsand zum Wühlen anbieten, ist auch nicht verkehrt.
  • Anfassen nur mit Bedacht. Am besten sanft an der Schwanzwurzel fassen und in der hohlen Hand halten, da Quetschungen sonst unvermeidlich sind und zu inneren Verletzungen führen. Auch das ist mit ein Grund, warum sie als Haustierchen für Kinder nur bedingt geeignet sind.

Wovon ernähren sich Zwergmäuse?

Grundfutter ist eine Mischung aus Zwerghamster- und Rennmausfutter. Unkrautsamen, Waldvogelfutter sind eine gute Beimischung. Hirsekolben wiederum sind ideal zum Nagen und als Beschäftigung/Enrichment, nur werden ihre Mäuse dann dennoch nicht wie Kanarienvögel singen. Kleiner Scherz.

Stückchen von Gurke, Karotte, Salat, anderes Wurzelwerk wird dankbar angenommen.

Als Eiweißfutter ein Muss sind Mehlwürmer und Insektenlarven.

Als Raufutter dient Heu, Stroh und getrocknete Kräuter, das Material wird auch gleich zum Nestbau verwendet. Für die Zahnpflege brauchen sie auch noch z.B. Zweige.

Frischwasser wird ebenfalls benötigt; Wassernapf und Nippeltränke gehören also auch ins Terrarium.

Für wen sind die Knirpsmäuse als Haustier geeignet?

Wer sich ein Haustier zum Kuscheln sucht, der lässt bitte die Finger von diesen kleinsten Nagern.
Wer allerdings abends gerne beobachtet, der ist mit einem Terrarium mit einer Gruppe/Familie von Knirpsmäusen gut beraten. Die Mäuse sind nicht sonderlich scheu, sobald sie sich eingewöhnt haben und wissen, dass ihnen nichts passiert.
Das Sozialverhalten einer anderen Spezies als es wir Menschen sind zu beobachten, kann enorm aufbauend und beruhigend sein.

Ein hilfreiches Fachbuch ist "Kleinsäuger im Terrarium" vom Autor Christian Ehrlich.

Eine hilfreiche Internetseite mit Tipps und Informationen und Möglichkeiten Rat zu suchen: http://www.zwergmaus.ag.vu/

Quellen

  • Säugetiere, International Knowlwdge; Contmedia, 2008 Burg
  • Tiere, Dorling Kindersley, 2006 Starnberg
  • Kleinsäuger im Terrarium, Christian Ehrlich, Natur und Tier - Verlag, Münster, 2.erweiterte Auflage 2006
Adele_Sansone, am 16.02.2018
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