Nach einer Antiobiotika-Behandlung hatte ich leider lange Zeit Probleme im Magen- und Darmbereich. Diagonose: Reizdarm. Das ist eine äußerst unangehme Angelegenheit und kann einem das Leben echt vermiesen. Man weiß nicht mehr, was man wirklich verträgt und essen kann. Es kann jederzeit wieder los gehen. Auch in Stresssituationen reagierte der Darm prompt. Was soll man da noch Großartiges planen? - Vieles habe ich versucht und bei akuten Problemen halfen mit persönlich Möhrensuppe nach Dr. Moro, Schonkost, Kamillentee ganz gut.

Dennoch wollte ich die leidige Angelegenheit doch endlich einmal dauerhaft loswerden. In der Apotheke empfahl man mir spezielle Darmkeime, die man in Kapselform erhält und den Darm wieder aufbauen sollen. Bei problematischen Darmerkrankungen sollen sie kurmäßig über zwei, drei Wochen angewandt werden, wurde mir gesagt. Die Keime halfen auch längere Zeit. Dann war ich einmal zum Esssen aus und prompt behagte meinem Darm wieder etwas nicht. Eine Freundin, die sich mit Naturheilkunde befasst, empfahl mir Flohsamen.

Was sind Flohsamen und Flohsamenschalen?

Davon hatte ich noch nie gehört. Aber im Zeitalter von Internet wird man täglich schlauer und über Wikipedia erfuhr ich mehr. Flohsamenschalen werden heute meist als Lebensmittel aber auch in der Naturheilkunde angeboten. Es handelt sich dabei um die Schalen einer Pflanze, die hauptsächlich in Indien und Pakistan angebaut wird. Als Handelsware werden sie deshalb meist als Indische Flohsamenschalen in den Verkehr gebracht. Obwohl die Samenschalen von weit her kamen, waren sie bereits der Naturheilkundlerin Hildegard von Bingen bekannt. Sie meinte, die Samen würden dem "Gehirn zu Gesundheit" verhelfen aber auch als Auflage zur Heilung von Magen und Darm beitragen. Dafür solle man die Samen in Wein abkochen.

Nun gut: In Wein kochte ich nichts. Aber ich besorgte eine Packung Flohsamenschalen im Reformhaus. Man bekommt sie für ein paar Euro, sind also auch wesentlich billiger als gängige Medikamente. Das Besondere: Sie werden als pflanzliches Mittel zur Stuhlaufweichung aber auch bei Verstopfung eingesetzt. Warum sie in beide Richtungen wirken ist schnell erklärt:

Flohsamenschalen enthalten Ballaststoffe, die enorme Mengen an Wasser binden können. Bei Durchfall binden sie so überschüssiges Wasser und formen so den Stuhl.

Bei Verstopfung hingegen wirkt die Volumenszunahme aufgrund der spezifischen Ballaststoffe und lösen so einen Reiz zur Darmentleerung aus. - Die Wirksamkeit wurde übrigens von der Europäischen Arzneimittelagentur aufgrund etlicher mehrerer medizinischen Studien inzwischen bestätigt.

Flohsamenschalen im Selbsttest:

Nachdem ich mich über den wissenschaftlichen Background informiert hatte, schritt ich zur Tat.

Auf der Packung wurde die Einnahme von ein bis zwei Teelöffeln pro Tag empfohlen. Man kann sie in Wasser auflösen oder auch in Soja-Joghurt. Sie schmecken ziemlich neutral. Wichtig ist, dass man ausreichend Flüssigkeit nach trinkt, sodass nichts in der Speiseröhre hängen bleibt. - Was mir gleich auffiel, war eine Verschwinden des "Brennens" im Darmtrakt. Ich vermute, das hängt damit zusammen, dass die Samen auch eine Art Schleimschicht im Darm bilden. Das lindert offenbar Reizungen, was ich als angenehm empfand. Erstaunlich war, dass bereits bei der Einnahme von einem Teelöffel der Durchfall weg war. Zumindest tat sich zwei Tage nichts, was mich allerdings etwas nervös machte.

Mein Bauch schwoll nämlich ziemlich an. Salopp formuliert rannte ich zwei Tage herum wie eine Hochschwangere. Das war mir dann erstmals suspekt. Doch siehe da, nach zwei Tagen renkte sich alles ein. Die Stuhlkonsistenz war wieder normal, der Durchfall weg.

Worauf sollte man acht geben?

Flohsamenschalen eigenen sich zur Selbstbehandlung besser als ganze Flohsamen.

Die Flohsamen sollten keinesfalls am Abend eingenommen werden, da da durch das starke Aufquellen Beschwerden entstehen könnten. Auf der Packung stand außerdem: "Achtung: Bei Problemen mit der Speiseröhre oder Schluckbeschwerden keinesfalls einnehmen!" - Die Flohsamenschalen quellen schließlich sehr stark auf. - Grundsätzlich gilt natürlich, dass bei gröberen Beschwerden ein Arzt konsultiert werden muss. In meinem Fall hat es aber wirklich positiv gewirkt und ich nehme nun immer wieder mal ein kleines Löffelchen am Morgen. Mein Reizdarm hat sich stark beruhigt.

Übrigens werden Flohsamenschalen auch gegen Adipositas (Fettsucht) angeboten. Dazu fand ich allerdings keine medizinisch relevante Studie. Beim Abnehmen helfen konsequente Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass das Hungergefühl gebremst wird. Denn aufgrund der hohen Quellwirkung fühlt man sich ziemlich voll.

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Autor seit 4 Jahren
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