Das Schiff - Die MSC Lirica

Gegen 15 Uhr haben wir dann den kostenlosen Transfer von MSC Kreuzfahrten in Anspruch genommen. Vom Bahnhof aus ging es mit dem Bus zum Hamburg Cruise Center an der Hafencity. Ohne Gepäck hätte man die Strecke sogar laufen können. Die Wände des großen Kreuzfahrtterminal 1 wurde aus alten Containern gebaut. Eine schöne Idee. Im Inneren ging die Einschiffung wie immer zügig voran. Nach etwas 20 Minuten passierten wir die Gangway und betraten erstmals unser Schiff.

Die MSC Lirica war im März 2003 der erste Neubau der heute so großen und erfolgreichen Reederei MSC Kreuzfahrten. Es ist kaum zu glauben, welche Entwicklung die Reederei in den letzten zehn Jahren genommen hat. Mit einer Vermessung von ca. 59.000 BRZ bei einer Länge von gut 250 Metern ist die MSC Lirica für heutige Verhältnisse ein bestenfalls mittelgroßes Kreuzfahrtschiff. Das fanden wir sehr angenehm. Die öffentlichen Räume waren sehr geräumig und so war es auf dieser Norwegen Kreuzfahrt nirgendwo eng oder voll. Vor unserer Außenkabine auf Deck 9 warteten bereits unsere Koffer, die wir am Bahnhof zuletzt gesehen hatten. Die Kabine war verhältnismäßig klein aber sehr zweckmäßig eingerichtet.

Ein Schiffsrundgang bestätigte den ersten Eindruck, den wir auf dem Web zu unserer Kabine gewonnen hatten. Die Innenräume der MSC Lirica waren sehr geschmackvoll eingerichtet und für ein Kreuzfahrtschiff dieser Größe auffallend geräumig. Das Buffetrestaurant hatte sogar einen großen Außenbereich unter einem Zeltdach. Für Kreuzfahrten in südliche Gefilde eine tolle Sache. Auf einer Norwegen Kreuzfahrt im September würden wir wohl nicht allzu viel davon haben. Als die MSC Lirica gegen 21 Uhr abgelegte, saßen wir gerade beim Abendessen in der 2. Sitzung. Wir hatten nette Tischnachbarn, das Essen war lecker und man konnte durch das Fenster den Hamburger Hafen vorbeiziehen sehen. Vor dem Abendessen hatten wir noch die Seenotübung über uns ergehen lassen. Mit Schwimmwesten standen wir unter den Rettungsbooten.

Bergen - Landausflug in Bergen

Der erste Tag unserer Kreuzfahrt war ein Seetag. Die MSC Lirica war auf dem Weg nach Bergen, dem ersten Ziel unserer Nordland Kreuzfahrt. Als wir morgens zum Frühstück kamen, waren wir bereits auf der Höhe von Esbjerg. Draußen schien zwar die Sonne, aber es war sehr windig. Am ersten Tag steht immer erstmal das Kennenlernen des Kreuzfahrtschiffs auf dem Programm. Zudem gab es einen längeren Vortrag zu den Landausflügen.

Als wir am nächsten Morgen aus dem Fenster sahen, hatte die MSC Lirica bereits in Bergen angelegt. Die regenreichste Stadt Europas erwartete uns mit strahlendem Sonnenschein. Wir hatten, wie fast immer, keinen Landausflug gebucht und gingen auf eigene Faust an Land. In Bergen kann man alles gut zu Fuß ablaufen. In unmittelbarer Nähe des Kreuzfahrtschiffes befindet sich die Festung Akershus. Fünf bis zehn Minuten später erreicht man Bryggen. Die hölzernen Kontore der Hanse-Kaufleute sind eine der Sehenswürdigkeiten Bergens. Wir kannten Bryggen bereits von früheren Reisen und gingen erstmal das kleine Stück weiter zum Fischmarkt Torget. Hier befindet sich auf die Touristeninformation. Dann machten wir uns auf den Weg zur Talstation der Floyenbahn. Vom Fløyen hatte man einen Traumblick über Bergen, das Meer und unser Kreuzfahrtschiff. Aufgrund des herrlichen Wetters waren sehr viele Einheimische ebenfalls auf dem Gipfel. Den Weg hinunter kann man sehr gut laufen. Auch in Straßenschuhen. Nach gut einer Stunde ist man wieder unten. An der Talstation gab es mittlerweile eine lange Schlange. Wer auf den Fløyen will, sollte sich sofort auf den Weg machen. Wer noch höher hinaus möchte, kann auf den Ulriken fahren. Die Busse zu Talstation starten an der Touristeninformation.

Der Geirangerfjord - Fahrt durch den Geirangerfjord

Am nächsten Morgen lagen wir bei strahlendem Sonnenschein am Ende des Geirangerfjordes. Mit einem Tenderboot fuhren wir an Land. Das kleine Örtchen Geiranger lebt mehr oder weniger nur vom Tourismus. Aber man kann ein wenig Spazierengehen und schöne Fotos machen. Wir hatten wieder keinen Landausflug gebucht und freuten uns auf die Fahrt durch den Fjord. Gegen Mittag ging es dann los. An Deck wurde Musik des norwegischen Komponisten Edward Grieg gespielt während das Schiff sich langsam durch den Fjord bewegte. Die berühmten Sieben Schwestern waren gut zu sehen. Ein Vorteil des späten Reisezeitpunktes im September ist es, dass die Wasserfälle deutlich mehr Wasser führen als im Hochsommer. Der Geirangerfjord gehört nicht von ungefähr zum Weltnaturerbe der UNESCO. Die einhalbstündige Fahrt war sicherlich das Highlight unserer Norwegen Kreuzfahrt.

Flam - Landausflug in Flam

Bereits gegen 1 Uhr in der Nacht konnte man vom Fenster unserer Kabine aus wieder Lichter und dunkle Schatten sehen. Die MSC Lirica war in den Sognefjord eingelaufen. Dieser größte Fjord Norwegens ist mehr als 200 Kilometer lang. Ganz am Ende zweigt der Aurlandsfjord ab und am Ende dieses Fjordes liegt der kleine Ort Flam. Da schöne Wetter war uns weiter treu, als wir gehen 9 Uhr von Bord gingen. Zuerst sind wir zum Bahnhof gelaufen um Tickets für eine Fahrt mit der berühmten Flamsbahn zu kaufen. Die 20 Kilometer lange Bahnfahrt nach Myrdal gehört zu den beliebtesten Landausflügen in Flam und in ganz Norwegen. Die Tickets sind mit 50 Euro pro Person deshalb auch nicht ganz billig. Aber die Investition lohnt sich. Vom Zug aus sieht man schneebedeckte Berge, Wasserfälle und schöne Täler. Myrdal ist auch eine Station der bekannten Bergenbahn.

Zurück nach Hamburg

Am nächsten Morgen befanden wir uns überraschenderweise immer noch in einem Fjord. Eigentlich sollten wir längst auf See und zurück in Hamburg sein. Aber auf der Nordsee brauste ein Sturm und es gab sechs Meter hohe Wellen. Das wollte uns die Schiffsführung nicht zumuten. Und zu fuhren wir durch Fjorden und Schären soweit nach Süden wie irgend möglich. Kurz vor Stavanger erreichten wir dann die offene See. Mit der Sondergenehmigung der norwegischen Behörden, fuhr die MSC Lirica nah an der Küste weiter nach Süden und dann die dänische Küste entlang. Am letzten Morgen lag die Elbmündung vor uns. Da wir viel und gerne in Duhnen Urlaub machen, gingen wir trotz des Regens an Deck, als die MSC Lirica vorbei an Kugelbake und Alte Liebe in die Elbe fuhr.

Vier Stunden später konnte man die Kräne des Hamburger Hafens am Horizont erkennen. An der Schiffsbegrüßungsanlage in Schulau wurde die Flagge gehisst und die Nationalhymen gespielt. Und dann ging es vorbei an die Villen der Elbchaussee zu unserem Liegeplatz. Der Sturm hatte uns 5 Stunden Verspätung eingebracht und so wollte jeder schnell zum Bahnhof oder Flughafen. Eine herrliche Norwegen Kreuzfahrt von kreuzfahrt-norwegen.eu war zu Ende.

Autor seit 6 Jahren
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