Wiederverwertung ist allemal besser, als Müllberge zu produzieren.

Man wird nicht reich durch das Geld, das man verdient, sondern durch das Geld, das man nicht ausgibt. Also versuche ich grundsätzlich durch Weiter- oder Wiederverwendung Ausgaben zu reduzieren. Das fängt bei mir mit den Einmach-Gläsern an. Dafür nehme ich Gurkengläser, die ich das ganze Jahr gesammelt habe. Schlägt man beim Öffnen mit der flachen Hand auf den Glasboden, entsteht für kurze Zeit ein Druckausgleich. So lassen sich die Deckel ohne Beschädigung öffnen. Natürlich jage ich die vor dem erneuten Befüllen durch die Spülmaschine. Die Deckel weiche ich in Essigwasser ein, um sie keimfrei zu machen. Auf dem Herd stehen nun zwei Töpfe. Ein großer älterer Einmachkessel und ein Pott mit Zuckerwasser, dem ich etwas Zitronensaft und Vanillearoma beigefügt habe.

Den Saft heiß zugeben erspart lange Einkoch-Zeit, so werden die Apfelstücke nicht zu Mus.

Während die Töpfe langsam anfangen zu kochen, schäle, entkerne und spalte ich die Äpfel. Damit die nicht sofort braun werden, kommen die Apfelstücke in Zitronenwasser. Zitrovin tut da gute Dienste. Die sauberen Gläser werden befüllt, und mit bereits kochendem Zucker-Zitrone-Wasser begossen. Dann verschlossen und in den Einmachkessel gestellt. Der fasst je nach Größe 8-10 Gläser. Das sprudelnde Wasser sollte nicht über die Glasränder reichen. Der bereits heiße Glasinhalt ist schnell erhitzt. Der soll ja auch nicht zu Mus werden. Also schön heiß aufkochen und dann zum Abkühlen entnehmen. Ich stelle die in eine Bütt, falls mal eins platzt, will ich die Sauerei nicht in der Küche auf dem Boden haben. Ein metallisches Klicken verrät, dass die Konserven dicht sind. Innen entsteht durch die entweichende Luft ein Vakuum. Dieses zieht den Deckelboden nach innen und sorgt für die Konservierung. Ohne Sauerstoff (Luft) keine Fäulnis oder Schimmelbildung. Sind die Deckel nach oben gewölbt, ist immer Vorsicht angesagt. Im Fachjargon nennt man das Bombieren. Auch Dosen, die sich dehnen, sind in der Regel am Gären und ungenießbar.

Immer schön Ordnung halten, im Haushalt passieren die meisten Unfälle!

Fast frisches Obst im Winter aus eigenem Garten, gut konserviert.

Nun habe ich fünfundzwanzig Gläser mit Apfelstücken eingemacht. Als Nachtisch im Winter einfach erfrischend lecker. Das Zucker-Zitronen-Wasser nimmt den Apfelsaft auf und kann auch mit Soda angereichert als Fruchtschorle getrunken werden. Das Ganze hat mich ein Kg Zucker, zwei Zitrovin und ein bisschen Energie gekostet. Die Schalen, Kerne und Abschnitte bekommen die Hühner und Gänse. Die freuen sich darüber. So wird alles verwertet, wie es eigentlich in der Natur sein sollte. Der Einzige der sich nun ärgert ist der Staat, denn der bekommt keine Steuern für meine Äpfel. Aber wie gesagt, reich wird man durch das Geld, das man nicht ausgibt. Und gesund bleibt man, wenn man gesunde, regionale Produkte zu sich nimmt. Das bischen Zucker gibt uns in der kalten Jahreszeit Energie und innere Wärme. Und ist sicherlich gesünder, als die versteckten Kalorien in manch industriell gefertigten Produkten. Die hauen das rein, weil es so schön billig ist und süchtig macht. Deshalb schmecke ich mein Zuckerwasser ja auch ab, damit das nicht zu süß wird!  

Autor seit 6 Jahren
296 Seiten
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