EnergiesparlampeDie EU hat beschlossen, den Verkauf von herkömmlichen Glühbirnen bis 2012 schrittweise zu verbieten. Bereits seit September 2009 gibt es ein Verkaufsstop von matten und klaren 100-Watt-Glühbirnen. Angeboten werden neben den sehr hell strahlenden Halogen-Lampen die sogenannten Kompaktleuchtstofflampen und LED-Leuchten. LED-Leuchten sind im Vergleich zu Kompaktleuchtstofflampen noch einiges sparsamer beim Energieverbrauch.

   Bildquelle: www.pixelio.de (© Viktor Mildenberger / PIXELIO)

Wer auf Energiesparlampen umsteigt, sollte deshalb ein paar grundlegende Dinge beachten, denn die alternativen Energiesparlampen haben nicht nur Befürworter sondern auch viele Gegensprecher. Aktionen und Petitionen fordern bereits den Rückzug vom Glühbirnenrückzug und es stellt sich die Frage, welche Vor- und Nachteile sich nun aus der Verwendung von Energiesparlampen ergeben?

Klar ist, dass mit Energiesparlampen Energie gespart wird, wenn dadurch eine herkömmliche Glühlampe ersetzt wird. Energiesparlampen verbrauchen im Gegensatz zu einer herkömmlichen Glühlampe bis zu 80% Prozent weniger Strom und eine 11-Watt-Sparlampe leuchtet so hell wie eine normale 60-Watt-Glühbirne. Zudem brennen und brennen und brennen Energiesparlampen immer weiter. Einige Energiesparlampen sind nahezu unverwüstlich. Auch nach über  20.000 Betriebsstunden im Dauertest strahlen sie noch hell. Herkömmliche Glühbirnen machen im Schnitt nach 1.000 Stunden schlapp. Die weiteren Abschnitte beleuchten einige Vorurteile über Energiesparlampen und bringen Ihnen nach dem Lesen hoffentlich die "Erleuchtung"...

Energiesparlampen

Eine Neuheit sind die beiden LED-Birnen mit einer Helligkeit von ca. 132 bzw. 645 Lumen (entspricht einer 15-Watt Glühbirne bzw. einer 60-Watt Glühbirne). Mit 25.000 Stunden Laufzeit halten Sie etwa 30 mal so lange wie eine herkömmliche Glühbirne. Die Lichtfarbe wird mit warmweiß angegeben.

Die Osram Dulux EL Longlife Birnen mit 7 Watt und 11 Watt werden bei der Stiftung Warentest auf den ersten beiden Plätzen geführt. Die beiden Longlife Birnen von Bioledex entsprechen einer 40 Watt bzw. einer 60 Watt Standartglühbirne.

Die Globe-Glühbirne von Osram bringt eine Lichtleistung wie eine herkömmliche 100 Watt Glühbirne und ist für ca. 17 Euro zu haben.

Der Farb-LED-Strahler von Philips ist ein kleines Wunderwerk, denn mit den vier eingebauten Farb-LEDs kann die Birne in 16 Millionen verschiedenen Farben leuchten.

Die Osram Leuchtstofflampe mit dem E27-Sockel ist schon für 7 Euro zu haben und entspricht von der Leuchtleistung einer 40 Watt Standartglühbirne.

Energiesparlampen verursachen ein kaltes Licht

Energiesparlampen besitzen keinen Glühfaden mehr, sondern leuchten durch Gasentladung. Es steckt also das gleiche Prinzip wie bei Leuchtstoffröhren dahinter. Da dem Licht der Gasentladung die Rotkomponente fehlt, verursachen diese Lampen ein deutlich kälteres Licht als herkömmliche Glühbirnen. Aber in der Zwischenzeit gibt es bereits Kompaktleuchtstofflampen, die in sehr differenzierten Farben leuchten. Die Fraben reichen dabei von "Tageslichtweiß" über "Extra warmweiß" und "Warm-Weiß" bis hin zu sehr gemütlichen rötlichen Lichttönen.

Oft werden als Alternative zu Energiesparlampen auch LED's genannt. Diese besitzen jedoch von Natur aus ein kaltes Licht, das durch ihr diskontinuierliches Lichtspektrum zustande kommt. In der Zwischenzeit ist es aber auch hier schon gelungen, ein mehr oder weniger kontinuierliches Lichtspektrum zu erzeugen und so die LED-Leuchten in wärmerem Licht strahlen zu lassen.

Noch sind LED-Leuchten nicht ganz preiswert, werden aber durch die Massenproduktion sicher schnell billiger.  Und da eine LED-Leuchte bis zu 100.000 Stunden hält - was ungefähr 11 Jahren entspricht, kann man davon ausgehen, dass ein Mensch in seinem Leben nicht allzu viele LED-Leuchten austauschen muss.

Energiesparlampen sind nicht dimmbar

Diese Aussage ist ein in der Zwischenzeit überholtes Vorurteil. Vereinzelt gibt es bereits dimmbare Energiesparlampen und auch die Entwicklung wächst in diesem Bereich natürlich immer weiter.

Energiesparlampen sind giftig - Das Quecksilber-Paradoxon

Trotz der Tatsache, dass eine Energiesparlampe zwischen 2 und 5 mg Quecksilber enthält, verursachen Glühlampen, die kein Quecksilber enthalten, in der Gesamtbilanz durch ihren höheren Energiebedarf höhere Quecksilberemissionen. Nach Berechnungen des deutschen Öko-Instituts werden bei der Produktion von Strom, der zu einem hohen Anteil aus Kohleverbrennung entsteht, pro Kilowattstunde 0,0147 Milligramm Quecksilber emittiert. Hochwertige Energiesparlampen mit einer langen Brenndauer ersparen daher der Umwelt letztendlich mehr Quecksilber als sie selber enthalten. Aber natürlich nur, wenn die Lampen auch fachgerecht entsorgt werden.

Dies kann an einem Rechenbeispiel verdeutlicht werden: Bei einer 60-Watt-Glühlampe wird durch den Stromverbrauch etwa ein Milligramm Quecksilber pro Jahr erzeugt. Eine gleich helle 11-Watt-Energiesparlampe emittiert nur ein Fünftel davon, also etwa 0,2 Milligramm Quecksilber pro Jahr. Bei einer Energiesparlampe mit 10.000 Stunden Brenndauer würde man auf einen anteiligen Quecksilberinhalt von 0,5 Quecksilber pro Lebensjahr kommen, das allerdings nur bei einer nicht fachgerechten Entsorgung in die Umwelt gelangt. Doch selbst hier bleibt die Quecksilberemission - in der Summe also 0,7 Milligramm Quecksilber pro Jahr - unter der Emission einer 60-Watt-Glühlampe.

Wenn der Strom aus regenerativen Energiequellen erzeugt würde, sähe die Bilanz natürlich wieder ganz anders aus. Ebenso wenn man statt Energiesparlampen LEDs benutzen würde. Allerdings haben diese noch nicht den Wirkungsgrad von Energiesparlampen erreicht. Mal abwarten, was die Zukunft bringt.

Nun bleibt noch das Problem der ordnungsgemäßen Entsorgung bestehen. Hier würde es sich zum Beispiel anbieten, die Glühlampen mit einem Pfand zu versehen. Je höher dann die Pfandgebühr ist, desto öfter werden die Lampen fachgerecht entsorgt...

Ein Alternative sind auch die sogenannten Niedervolt-Halogenglühlampen. Diese haben fast die gleiche Energieersparnis gegenüber herkömmlichen Glühlampen (50% statt 54%), beinhalten jedoch kein Quecksilber.

Energiesparlampen benötigen eine lange Anlaufzeit

Dieses Problem kann sehr einfach mit einem elektronischen Vorschaltgerät behoben werden.

Häufiges Ein- Und Ausschalten reduziert die Lebensdauer

Auch die Behauptung, dass häufiges An- und Ausschalten einer Sparbirne Ihre Lebensdauer verringert, ist überholt. Moderne Technik reduziert den Einfluss des Schaltens auf ein Minimum und es gibt in der Zwischenzeit schon Energiesparlampen ohne Elektroden, deren Haltbarkeit gar nicht mehr von der Schalthäufigkeit beeinflusst wird.

Bei Energiesparlampen tritt ein störendes Flimmern auf

Dieses Problem konnte durch Sparbirnen mit elektronischem Vorschaltgerät behoben werden.

Energiesparlampen sind teuer

Die Kosten einer Energiesparlampe liegen je nach Hersteller bei etwa 10 Euro, wobei auf dem Markt aber auch deutlich günstigere oder teurere Produkte zu finden sind. Da aber mit diesen Leuchten eine Stromersparnis von bis zu 80 Prozent möglich ist und die Hersteller eine lange Lebensdauer von über 10.000 Stunden Brenndauer versprechen, macht dies den Preis mehr als wett.

Glüh- und Energiesparlampen im Vergleich

  • Als Referenz die Alltagsglühlampe: Besitzt ein kontinuierliches Lichtspektrum.
  • Hochvolt-Halogenglühlampe (auch unter dem Namen Energy-Saver bekannt): Besitzt ein kontinuierliches Lichtspektrum, spart bis zu 30% Energie und hat eine Lebensdauer, die mindestens dem 2-fachen einer Glühlampe entspricht.
  • Niedervolt-Halogenglühlampe mit Wärmerückgewinnung: Besitzt ein kontinuierliches Lichtspektrum, spart bis zu 50% Energie und hat eine Lebensdauer, die mindestens dem 3-fache einer Glühlampe entspricht.
  • Kompaktleuchtstofflampe (wird häufig auch als Energiesparlampe bezeichnet): Besitzt ein  diskontinuierliches Lichtspektrum, spart bis zu 54% Energie und hat eine Lebensdauer, die etwa dem 10-fachen einer Glühlampe entspricht.
  • LED-Leuchte: Besitzt ein diskontinuierliches Lichtspektrum, spart bis zu 70% Energie und hat eine Lebensdauer, die etwa dem 100-fachen einer Glühlampe entspricht.

Unter Berücksichtigung aller Aspekte wird die Leuchtdiode das Leuchtmittel der Zukunft werden - wenn auch im Moment noch etwas teuer.

Autor seit 7 Jahren
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