Perverser Fetisch aus Japan

Falls Sie gerade gegessen haben oder planen sollten, innerhalb der nächsten Stunden eine köstliche Speise zu sich zu nehmen, überspringen Sie diesen Artikel besser. Es gibt jede Menge leichter verdaulicher Artikel, etwa jenen über den Kannibalen Sawney Bean oder die fleißigsten Massenmörder der Geschichte.

Kitty is not amused!Wer mit offenen Augen durch die Presselandschaft geht, kam an sensationsheischenden Artikeln über den neuen Sex-Fetisch Eyeball-Licking kaum vorbei. Wie jede gute Perversion der letzten Jahrzehnte soll auch diese aus Japan stammen. Offenbar wirkt sich die Abgeschiedenheit auf einer Inselgruppe nicht positiv auf die Psyche aus. Was genau versteht man nun unter Eyeball-Licking? Exakt das, wofür die Worte stehen: Das Lecken von Augäpfeln, womit es zu den wohl simpelsten Fetischen überhaupt zählen dürfte, sind doch keinerlei speziellen Instrumente oder Kenntnisse zur Ausübung nötig.

Publik wurde diese Praxis durch die Aussage eines japanischen Lehrers, der angeblich feststellte, dass immer mehr Schüler mit Augenklappen zur Schule erschienen. Eines Tages fand er die Erklärung hierfür heraus, als er einen Schüler dabei erwischte, wie er einer Mitschülerin den Augapfel leckte. Grau ist alle Theorie, die bunte Fetisch-Praxis sieht wie folgt aus:

Eyeball-Licking: Gefährliche Praktik

Gar so neu dürfte der Fetisch Eyeball-Licking allerdings nicht sein. Für diese Praktik existieren die Fachbegriffe Oculolinctus bzw. Worming. Weitere visuelle Darstellungen unter anderem aus der Manga-Kultur liefert diese tumir-Seite. Größere Bekanntheit erlangte Eyeball-Licking mit dem Musikvideo der japanischen Band "Born", in dessen Verlauf der Augapfel des an einen Stuhl geketteten Sängers (möglicherweise ein weiterer Fetisch) von einer hübschen Frau geleckt wird. Ersparen Sie sich dreieinhalb Minuten Alternative-Emo-Rock-Gejaule im 80er-Jahre-Gitarrenrockstil der Marke "Scorpions sind unsere Lieblingsband!" und spulen Sie zur einzig interessanten Szene bei Minute 3:30 vor. Und stellen Sie um Cthulhus Willen die Lautstärke auf 0!

Ehe unerschrockene Leser zu der Ansicht gelangen sollten: "Hm. Das sieht ja interessant aus! Schatz, kommst du mal?", muss folgende Warnung angebracht werden: Wie unschwer zu vermuten sein sollte, ist Eyeball-Licking mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Diese können harmloser und schmerzhafter Natur sein, etwa wenn der aktive Part  beim Oculolinctus zuvor scharf gegessen hat, aber auch zu Infektionen oder Bindehautentzündungen und sogar zur Erblindung führen. Ganz zu schweigen von Verletzungen durch ungeübtes Zungenlecken.

Ein andalusischer Hund: Ursprung des Eyeball-Licking?

Sollten Sie immer noch geneigt sein, sich am Eyeball-Licking zu erproben, und einwerfen, Sie würden sich ohnehin mit Kontaktlinsen schützen, sei Ihnen ein Rückblick auf die Wurzeln dieses Fetisches empfohlen. Ersonnen wurde Eyeball-Licking Anfangs des 20. Jahrhunderts in Spanien, wie der Dokumentarfilm "Ein andalusischer Hund" (Un chien andalou) belegt.

Eyeball-Licking: Interessant oder pervers?
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