Moderne Barren und Münzen

Silbermünzen und Goldbarren zu "modernisieren" und gewachsenen Ansprüchen entsprechend neu zu erfinden, scheint ein gewagtes Unterfangen. Denn allzu vielen Möglichkeiten, Altbewährtes zu verändern, gibt es in der Edelmetall-Sparte augenscheinlich nicht. Doch der Eindruck trügt. Der Erfindungsreichtum der Prägestätten ist ungebrochen und bringt immer neue Kostbarkeiten hervor. Das betrifft neben der Motivwahl auch das Gesamtkonstrukt.

Farbige Applikationen

Die einfachste Möglichkeit, für Abwechslung zu sorgen, lässt sich derzeit bei den 2-Euro-Münzen beobachten. Immer mehr Sonderausgaben werden zusätzlich als kolorierte Variante verausgabt. Man sollte sich allerdings nicht von den hübschen Bildern auf den Seiten der Händler blenden lassen. In natura wirkt der Farbauftrag meist blass und sind feingliedrige Motive unscharf. Das gilt auch für Münzen aus Edelmetall, denen farbige Applikationen verpasst werden. Entscheidend sind Technik und Aufwand, der beim Auftrag der Farbe betrieben wird. Doch selbst die gelungenste Kolorierung ist und bleibt eine Spielerei, deren Wert sich aus der geringeren Auflage ergibt.

Edelmetallmix: Silbermünzen mit einem Hauch Gold

Interessanter sind Münzen, bei denen einzelne Aspekte des Motivs nicht mit Farbe, sondern mit einem anderen Edelmetall hervorgehoben werden. Ein leichter goldener Schimmer auf Silbermünzen ist deutlich angenehmer als ein greller Aufdruck – und ein erster Schritt hin zur Kombination mehrerer Edelmetalle bzw. aus Edelmetallen und anderen Materialien. Das geht hin bis zu Glasintarsien, die Kirchenfenster imitieren, etwa die Serie "Windows of Heaven" von den Cook Inseln, die im Jahr 2011 Notre Dame de Paris zum Vorbild hatte. Ebenfalls hübsch anzuschauen sind Münzen, bei denen Kristalle oder Edelsteine aufgebracht oder eingelassen wurden. Nichtsdestotrotz ist der Preis vergleichsweise hoch. Das gilt auch für die Duftmünzen aus Kanada. Sie spiegeln die vier Jahreszeiten wider und basieren auf der beliebten Anlagemünze Maple Leaf.

Motive auf Silber- und Goldbarren

Bei Barren aus Edelmetall tendieren die Ausgabestellen weniger zum Mix, sondern eher zum Motiv. Waren Silber- und Goldbarren bislang eher schlicht, mit einigen Stempeln, die Auskunft über Hersteller, Gewicht und Charge geben, blühen sie langsam auf. Aus Russland stammt zum Beispiel eine Barren-Edition zu den Olympischen Winterspielen 2014. Sie zeigen die drei Maskottchen – Eisbär, Schnee-Leopard und Hase – und auf der Rückseite den russischen Doppeladler. In Silber bringen die Barren eine Unze auf die Waage. Es sind übrigens die ersten russischen Anlagemünzen in Barrenform und entsprechend begehrt.

Der Preis macht die Musik

Ob nun Sammler oder Anleger: Münzbesonderheiten zeichnen sich in der Regel auch durch einen besonderen, weil höheren Preis aus. Bei vielen Objekten ist dieser Mehrpreis allerdings nur bedingt gerechtfertigt. Dass sie seltener sind, stellt noch kein Argument für diese Variationen dar. Denn ohne einen Markt und die entsprechende Nachfrage bleiben diese Münzen und Barren eher Exoten, die eine Sammlung bereichern können. Wenn man sich dafür entscheidet, ist ein Preisvergleich unerlässlich. Bei den russischen Olympiamünzen sind über 20 Euro Ersparnis möglich.

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