Nahrungsmittel einfrieren - Was muss ich dabei beachten?

Durch Einfrieren im Gefrierschrank oder Gefrierfach lässt sich die Aufbewahrungsdauer von Lebensmitteln im Gegensatz zur Aufbewahrung im Kühlschrank und anderen Möglichkeiten, Lebensmittel zu lagern, deutlich verlängern. Zugleich bleiben die Nährstoffe bei richtiger Lagerung im Gefrierschrank oder -fach im Vergleich dazu sehr viel besser erhalten. Allerdings sollten Sie die so gelagerten Nahrungsmittel nur ein Mal einfrieren. Nach dem Auftauen sollten die Lebensmittel aufgebraucht werden.

Aber welche Lebensmittel eignen sich überhaupt zum Einfrieren? Was kann roh eingefroren werden und wie müssen Nahrungsmittel ggf. für das Einfrieren zubereitet sein? Welche Verpackung ist zu wählen? Das möchte ich mit diesem Artikel beantworten.

Als Einfrierbehälter eignen sich gut verschließbare Gefrierdosen am besten. Doch auch Gefrierbeutel lassen sich beispielsweise mit einem festen Gummiband oder Clip luft- und wasserdicht verschließen. Das ist wichtig, da ein Eintreten von Luft in den Einfrierbehälter den so genannten Gefrierbrand verursachen kann, so dass die davon betroffenen Nahrungsmittel verderben. Eingedrungene Feuchtigkeit hingegen führt spätestens beim Auftauen dazu, dass die Lebensmittel faulen oder gar schimmeln können.

Obst und Gemüse richtig einfrieren

Kräuter eignen sich sehr gut zum Einfrieren. Hierzu schneiden Sie sie am besten klein, geben die rohen Kräuter nach Art getrennt in Gefrierbeutel und verschließen diese.

Auch Hülsenfrüchte, Zucchini und Pilze können Sie roh einfrieren. Wussten Sie schon, dass eingefrorene Erbsen immer noch 20,2 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm enthalten (frisch geerntet haben sie 22,1 Gramm)? Im Kühlschrank blieben davon bereits nach zwei Tagen nur noch 14,1 Milligramm übrig. Sie können sich leicht ausrechnen, wie viel bzw. wenig bei der Lagerung im Kühlschrank nach einer Woche noch vorhanden wäre. Tiefgefroren halten sie sich hingegen durchaus etliche Monate.

Wollen Sie Obst einfrieren, sollten Sie dies so schnell wie möglich, idealerweise sofort nach den Erwerb der Nahrungsmittel, tun, und zwar am besten einzeln. Insbesondere frische Beeren werden sonst nach dem Auftauen matschig. Eine Alternative hierfür wäre, lieber gleich fertig gefrorene Beeren zu kaufen und diese in einer Gefrierbox oder geschlossenen Kühltasche nach Hause zu transportieren, um den Friervorgang nicht zu unterbrechen. Wenn Sie jedoch erntefrische Beeren einfrieren möchten, sollten Sie sie zunächst einige Stunden auf einem Tablett verteilt einfrieren. So bleibt die Form der Früchte erhalten. Anschließend geben Sie sie in einen Gefrierbeutel, den Sie verschließen. Wesentlich beim Einfrieren aller Früchte ist, dass Sie nur einwandfreies und sauberes Obst verwenden.

Bei Kohlgemüse, Möhren und Fenchel empfiehlt es sich, diese Gemüsesorten vor dem Einfrieren zu blanchieren. Das tun Sie, indem Sie das Gemüse erst kurz in kochendes und dann schnell in sehr kaltes Wasser geben. Damit werden Enzyme abgetötet, welche sonst den Geschmack, die Konsistenz und den Vitamingehalt verschlechtern könnten. Auch ohne Einfrieren werden diese Gemüsesorten durch das Blanchieren länger haltbar. Die Farbe, die später beim Kochen verloren gehen kann, erhalten Sie durch ein wenig Essig oder Zitronensaft ins Kochwasser.

Ungeeignet zum rohen Einfrieren sind hingegen Tomaten, Gurken, Radieschen und Zwiebeln. Im gekochten (und zuvor abgekühlten) Zustand können Sie sie jedoch einfrieren, zum Beispiel auch als Suppe oder Mus.

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Richtiges Einfrieren von Fleisch, Fisch, Backwaren und Milchprodukten

Fleisch und Fisch richtig einfrieren

Am besten eignet sich mageres Fleisch und Geflügelfleisch zum Einfrieren. Fetteres Fleisch kann zwar auch eingefroren werden, hält sich aber nicht so lange (ein halbes Jahr bei Schweinefleisch vs. ein Jahr bei magerem Rindfleisch). Innereien (falls noch vorhanden) können vom Fleisch getrennt eingefroren werden. Es empfiehlt sich, etwaige Knochen vorher zu entfernen. Wenn dies nicht möglich ist, sollten Sie zumindest die hervorstehenden Enden so mit einer Folie auspolstern, dass die Umverpackung um das Fleisch unbeschadet bleibt. Eine Beschädigung des Gefrierbeutels oder der Dose führt zu Gefrierbrand. So nennt man das Phänomen, das entsteht, wenn Luft an die gefrorenen Lebensmittel kommt. Dann verdampft das Wasser aus den betroffenen Lebensmitteln, und diese Nahrungsmittel trocknen aus und / oder verderben. Gegen das Zusammenpappen von Fleischstücken hilft die weiter oben bei den Früchten beschriebene Tablett-Einfriermethode. Anschließend können Sie die gefrorenen Stücke in einen Gefrierbeutel umfüllen. Tiefgefrorenes Fleisch können Sie im Grunde direkt ohne Auftauen bei nicht zu heißer Temperatur braten. Lediglich größere Stücke sollten vorher im Kühlschrank aufgetaut werden.

Die mögliche Lagerzeit bei Fisch ist auch beim Einfrieren um einiges kürzer als bei Fleisch. Dennoch hält er sich auf diese Weise immerhin ein bis vier Monate – wie beim Fleisch je nach Fettgehalt. Beim Einfrieren von Fisch ist es besonders wichtig, dass er absolut frisch und rein ist. Außerdem sollten Sie ihn vorher ausnehmen. Wenn Sie ihn vor dem Einfrieren kurzfristig in kaltes Wasser tauchen (glacieren), beugen Sie Gefrierbrand beim Fisch vor.

Backwaren richtig einfrieren

Brot kann als Ganzes oder geschnitten eingefroren werden. Auf diese Weise lässt es sich bis zu drei Monate lagern und somit prima ein gewisser Brotvorrat anlegen. Auch Kuchen und Teilchen eignen sich zum Einfrieren. Schön kross bekommen Sie die Teigwaren, indem Sie sie nach einem zehnminütigen Antauen für drei bis fünf Minuten bei 160° C im Backofen aufbacken. Manche Kuchensorten können ohne Antauen in den Backofen. In diesen Fällen kann die Backzeit je nach Sorte bis zu 30 Minuten betragen.

Sahnetorten sollten Sie vor dem Einfrieren in Stücke schneiden. Zunächst frieren Sie sie auf einer Unterlage ein, möglichst mit etwas Abstand zwischen den Tortenstücken. Später (nach ca. ein bis zwei Stunden im Gefrierschrank) können Sie die Stücke mit einer Folie getrennt halten. Im letzten Schritt verpacken Sie die Tortenstücke luftdicht. Zum Auftauen nehmen Sie die Folie ab und stellen die Torte so in den Kühlschrank.

Milchprodukte richtig einfrieren

Während Milchprodukte mit viel Fett (Butter, bestimmte fettige Käsesorten) problemlos eingefroren werden können, wird vom Einfrieren von roher Milch und Sahne eher abgeraten. Als Ausnahme gilt selbstgemachtes Milchspeiseeis, wobei auch hier der Fett- bzw. Sahneanteil für den Geschmack stimmen sollte. Auch aus Kefir können Sie leckeres Eis herstellen.

Bildquelle: Pixabay

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