Das Konzentrationslager Oranienburg

Im März 1933 wurde von der SA das Konzentrationslager Oranienburg in einer ehemaligen Brauerei an der Berliner Straße eingerichtet. Es war eines der ersten nationalsozialistischen Konzentrationslager. Hierher wurden die vom neuen Regime Verfolgten verschleppt. Vor allem aus der Reichshauptstadt Berlin kamen die Eingesperrten. Mehr als 3000 Menschen waren in das KZ Oranienburg eingeliefert worden. Mindestens 16 Menschen wurden hier von ihren Bewachern ermordet. Unter diesen war der Schriftsteller Erich Mühsam. Im Zusammenhang mit dem Röhm-Putsch übernahm die SS 1934 das KZ Oranienburg und löste es am 13. Juli 1934 auf.

Torgebäude des KZ Sachsenhausen

Torgebäude des KZ Sachsenhausen (Bild: haros)

Das KZ Sachsenhausen

Im Ortsteil Sachsenhausen liegt das Areal der ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Das wurde im Sommer 1936 eingerichtet. Es wurde als "Musterlager" konzipiert und sollte das Weltbild des Nationalsozialismus auch architektonisch zum Ausdruck bringen. Als Modell- und Schulungslager hatte das KZ Sachsenhausen eine Sonderstellung unter den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Rund um das Lager entstanden Infrastruktur- und Verwaltungseinrichtungen der SS, darunter die Inspektion der Konzentrationslager. Zwischen 1936 und 1945 waren im KZ Sachsenhausen mehr als 200.000 Menschen eingekerkert. Über 100.000 von ihnen kamen im Lager oder auf den Todesmärschen im April 1945 ums Leben.

Lagertor (Bild: haros)

Das Speziallager des sowjetischen Geheimdienstes NKWD

Oranienburg und das KZ Sachsenhausen wurden im April 1945 von der Roten Armee befreit. Ab August 1945 wurden große Teile des Geländes als Speziallager des sowjetischen Geheimdienstes NKWD genutzt. Bis zur Auflösung dieses Lagers im März 1950 waren insgesamt etwa 60.000 Menschen hier inhaftiert. Mindestens 12.000 kamen durch Unterernährung und Krankheiten ums Leben.

Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen

Nach der Nutzung des Geländes des KZ Sachsenhausen durch die Rote Armee, die Kasernierte Volkspolizei und die Nationale Volksarmee begannen 1956 die Planungen für eine Nationale Mahn- und Gedenkstätte in Sachsenhausen. Die wurde am 22. April 1961 eingeweiht. Es entstand eine Denkmalanlage, die den "Sieg des Antifaschismus über den Faschismus" symbolisierte.

In der ehemaligen Häftlingsküche wurde das Lagermuseum zum den Themen Lageralltag, Widerstand und Befreiung eingerichtet. Außerhalb des ehemaligen Konzentrationslagers gestalteten Häftlingsverbände das "Museum des antifaschistischen Freiheitskampfes der europäischen Völker". Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Krieg und den Widerstand gegen Nazideutschland.

Auf das Drängen der "Union der antifaschistischen Widerstandskämpfer Israels" wurde das "Museum des Widerstandskampfes und der Leiden jüdischer Bürger" in den Baracken 38 und 39 geschaffen.

Mahnmal (Bild: haros)

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Seit 1993 gehören Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen zur Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Nach Gründung der Stiftung wurde mit einer umfassenden Sanierung und Neugestaltung des Geländes begonnen. Dabei wurden und werden die originalen Gebäude und Relikte des Konzentrationslagers als "Garanten der Erinnerung" gesehen. Dementsprechend stehen heute die noch vorhandenen Teile aus der NS-Lagerzeit im Mittelpunkt der Gedenkstätte.

Literatur

  • Andrea Riedle: Die Angehörigen des Kommandanturstabs im KZ Sachsenhausen. Sozialstruktur, Dienstwege und biografische Studien. Metropol Verlag Berlin 2011, ISBN 978-3-86331-007-3
  • Dirk Riedel: Ordnungshüter und Massenmörder im Dienst der "Volksgemeinschaft": Der KZ-Kommandant Hans Loritz. Metropol Verlag Berlin 2010, ISBN 3-940938-63-7
  • Florian Osuch: Blüten aus dem KZ. Die Falschgeldaktion ‚Operation Bernhard‘ im Konzentrationslager Sachsenhausen. VSA-Verlag Hamburg 2009, ISBN 978-3-89965-389-2
  • Wolfgang Benz und Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Sachsenhausen, Buchenwald. C. H. Beck München 2006, ISBN 3-406-52963-1
  • Günter Morsch (Hrsg.): Mord und Massenmord im Konzentrationslager Sachsenhausen. Metropol Verlag Berlin 2005, ISBN 3-936411-93-X
  • Adolf Burger: Des Teufels Werkstatt. Die Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen. Hentrich & Hentrich Berlin 2004, ISBN 3-933471-80-X
  • Günter Morsch und Susanne zur Nieden (Hrsg.): Jüdische Häftlinge im Konzentrationslager Sachsenhausen 1936 bis 1945. Edition Hentrich Berlin 2004, ISBN 3-89468-263-9
  • Joachim Müller und Andreas Sternweiler (Hrsg.): Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen. Verlag rosa Winkel Berlin 2000, ISBN 3-86149-097-8
  • Günter Morsch und Alfred Reckendrees (Hrsg.): Befreiung des KZ Sachsenhausen 1945. Edition Hentrich Berlin 1996, ISBN 3-89468-213-2
  • Gerhard Finn: Sachsenhausen 1936-1950. Geschichte eines Lagers. Westkreuz-Verlag Berlin und Bonn 1988, ISBN 3-922131-60-3
Autor seit 3 Jahren
195 Seiten
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