Trailer "Geheimakte 2: Puritas Cordis"

Das Aventuregame geht weiter: "Geheimakte 2: Puritas Cordis"

Computerspielen aus Deutschland haftet ein muffiges Image an. Manchmal durchaus zu Recht, oftmals aber unberechtigterweise, wie die unglaublich erfolgreiche "Anno"-Reihe oder Adventures wie "Geheimakte Tunguska" beweisen. Ende 2006 überraschte das vom Publisher Deep Silver veröffentlichte Game mit toller Grafik, Spielwitz und vor allem mit einer spannenden Story. Angesichts des Erfolges konnte ein Nachfolger nicht ausbleiben, der nur zwei Jahre auf sich warten ließ.

Wer "Geheimakte Tunguska" gezockt hat, kommt an eben jenem zweiten Teil namens "Geheimakte 2: Puritas Cordis" nicht vorbei. Erneut nimmt die resolute Nina Kalenkow (gesprochen von Esther Schweins) die Dinge selbst in die Hand und beweist sowohl Intelligenz, als auch Durchsetzungsvermögen. Ganz zu schweigen von einem zentralen Element der Spielereihe: Dem Humor! An solchem mangelt es im Adventure "Geheimakte 2: Puritas Cordis" beileibe nicht, wenngleich es sich meist nicht um feinsinnigen Humor der Marke "Baphomets Fluch", sondern eher um Kalauer handelt.

Grafisch top: "Geheimakte 2: Puritas Cordis"

Überraschenderweise vermögen diese trotzdem bestens zu unterhalten. Ebenfalls unberührt von großen Veränderungen blieben das Point'n'Click-System sowie der Snoop Key, mit dessen Hilfe man nicht mühsam Pixel um Pixel nach Gegenständen absuchen muss, sondern sofort erkennt, wo sie etwas Interessantes befindet. Dadurch erhält der Spieler viel mehr Zeit, sich dem Wesentlichen zu widmen: Den Rätseln!

Der Waschzettel verspricht, dass man vier Charaktere spielen könne. Zwar ist dies prinzipiell richtig, doch der Löwenanteil der Action gehört Nina, sodass Max oder der blonden Archäologin Sam lediglich geringe Spielanteile zufallen. Die zu lösenden Rätsel sind meist durchaus logisch und nachvollziehbar, mitunter ein wenig abstrakt, was diesem Adventure aber zusätzlichen Charme verleiht. Ein oder zwei Kopfnüsse erweisen sich denn doch als äußerst schwer zu knacken. Ehe frustrierte Spieler den unschuldigen Computer durchs geöffnete Fenster werfen, sollten sie den Kauf des offiziellen Lösungsbuchs erwägen. In diesem sind sämtliche Rätsel transparent beschrieben.

 

Grafik wow, Musik mau

Optisch macht auch "Geheimakte 2: Puritas Cordis" wieder gehörig was her. Die Zwischensequenzen kann man als kinotauglich beschreiben und in den spielbaren Teilen weiß die Grafik ebenfalls zu überzeugen. Nach wie vor stellen die Figuren selbst die einzige optische Schwäche dar. Sie bewegen sich unnatürlich steif, die Mimik will oft nicht so recht zum Gesagten passen und die Gesten wirken mitunter unfreiwillig komisch. Der Weg bis zur ersten täuschend echt wirkenden Computerspielfigur ist noch weit, womit sich dieses Adventure in bester Gesellschaft befindet.

Enttäuschend fällt hingegen die musikalische Untermalung aus. Der wuchtige, orchestrale Score verschießt gleich zu Beginn sein Pulver. Auch die Geräuschkulisse im Hintergrund lässt zu wünschen übrig. Beispielsweise, wenn der Dschungel komplett unbelebt wirkt.

Langes Spielvergnügen zum günstigen Preis

Trotz kleiner Mängel überzeugt das Adventure "Geheimakte 2: Puritas Cordis" und bietet langes Spielvergnügen zum äußerst günstigen Preis. Großes Lob gebührt dem Hersteller für die Verpackung. Dieser erweist sich nicht einfach als Karton, in dem irgendwo eine einsame CD oder DVD herumschwimmt. Nein, vielmehr enthält dieser eine Box, die auf- und ausgeklappt werden kann und Screenshots enthält. Neben der DVD selbst erhält der Computerspieler ein Handbuch sowie ein "Einsteigerbuch". Alles wunderschön und zum Plot passend designt. Davon könnten sich viele andere Hersteller eine Scheibe abschneiden.

Fazit: "Geheimakte 2: Puritas Cordis" ist zweifellos eines der besten Adventures 2008 und macht Appetit auf einen dritten Teil.

Spieletitel: Geheimakte 2: Puritas Cordis

Hersteller: Deep Silver

Erstveröffentlichung: 2008

Plattformen: Windows 2000 / Vista / XP

USK-Einstufung: Ab 6 Jahren

Systemanforderungen:

  • Windows® 2000/XP/Vista
  • Pentium® III mit 800 MHz
  • 256 MB RAM, 2 GB freier Festplattenspeicher
  • DirectX 9-kompatible AGP oder PCI Express Grafikkarte mit mind. 32 MB Speicher
  • DVD-ROM-Laufwerk
  • Maus

Bitte beachten Sie: Diese Angaben erfolgen ohne Gewähr!

rainerinnreiter, am 02.06.2011
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Bildquelle:
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