Der Weg der Wetterkunde durch die Geschichte

Egal, von wem diese Aussage stammt, am Wahrheitsgehalt dieses Ausspruchs ist nicht zu zweifeln. Er trifft nach Meinung vieler Menschen besonders auf das Wetter und die Wettervorhersagen zu.

Heute geschieht die verlässliche Wettervorhersage mit Hilfe einer ausgefeilten Technik mit genauesten globalen Informationen. Wie sind früher Wettervorsagen entstanden und wie wurden die Wetterdaten verfeinert?

Wegbereiter Aristoteles

Die heutige Wetterkunde geht auf den griechischen Philosophen und Wissenschaftler Aristoteles zurück. Er lebte von 384 bis 322 vor Christi Geburt zumeist in Athen und war später Lehrer Alexanders des Großen. Um 350 schrieb er sein Buch "Meteorologica" über die Lehre von den Himmelserscheinungen und schilderte darin Beobachtungen des Wetters, der Kometen und sonstiger Ereignisse am Firnament.. Dieses fundamentale Werk diente rund 2000 Jahre lang als einziges Standardwerk für Wetter und Meteorologie. Noch von Aristoteles stammen auch heute verwendete Fachbegriffe wie "Trombe" für "Windhose" oder "Taifun" für "Wirbelsturm".

Foto: © Dieter Schütz / pixelio.de

Bauernregeln und 100-jähriger Kalender

Bis zum Mittelalter bestand die Wetterkunde aus reinen Beschreibungen und der Anwendung von überlieferten Kenntnissen als Bauernregeln.Sie entstanden durch die Beobachtung aufeinander folgender natürlicher Ereignisse. Die Erkenntnisse wurden sorgsam gehütet und von einer an die nächste Generation weitergegeben. Bauernregeln sollten aus diesen Ereignissen Vorhersagen für die Zukunft ermöglichen.

Dieser wissenschaftliche Stand war auch die Basis für die Entstehung des 100-jährigen Kalenders mit der Wetterbeobachtung durch Abt Knauer in seiner engen und kleinen Region über einen Zeitraum von sieben Jahren.

Die Zeit der Entdecker

Einen gehörigen Schub nach vorn nahm die wissenschaftliche Meteorologie mit den großen Entdeckern. Sie unternahmen weite Seereisen und konnten das Wetter in Klimazonen beschreiben, die bis dahin unerforscht waren. Aber auch die Berichte der großen Seefahrer waren eben nur Berichte und schriftliche Notizen mangels geeigneter Messinstrumente. So fehlten präzise Messungen und vergleichbare Daten. Ihnen standen nur die gebräuchlichen Hilfsmittel und Instrumente zur Verfügung.

Seit der Antike gab es nur die Wetterfahne zur Bestimmung der Windrichtung und den Regenmesser für die Ermittlung der Regenmenge als gebräuchliche Messgeräte.

Die ersten Erfindungen zur Wetterkunde

Einschneidend und entscheidend für die Weiterentwicklung der Meteorologie war die Erfindung des Thermometers 1592 durch Galileo Galilei und des Barometers durch seinen Schüler Evangelista Torricelli im Jahr 1643.

Mit dem Einsatz dieser neuen Erfindungen wuchs schnell die Erkenntnis, dass das Wetter von globalen Einflüssen abhängt, die sich nicht nur am Boden, sondern vor allen Dingen großräumig oben in der Erdatmosphäre abspielen.

Foto © Karin Jung/pixelio.de

Barometer, Luftdruck und Wetterstationen

Blaise Pascal, der bekannte französische Physiker, konnte nachweisen, dass der Luftdruck mit der Höhe abnimmt. Um das herauszufinden, hatte er seinen Schwager mit einem Barometer auf den 1465 Meter hohen Puy de Dome in der Nähe von Clermont-Ferrand/Frankreich geschickt. Diese Erkenntnis rief die Einführung von Wetterballons zur Wetterbeobachtung in großen Höhen hervor.

Bald wurde weltweit ein Netz von Beobachtungsstationen aufgebaut, um an verschiedenen Orten weltweit mit den gleichen wenigen Messgeräten und zur gleichen Zeit Messungen vornehmen zu können. Das Zusammenfügen der einzelnen Werte und Messergebnisse dauerte aber Wochen und sogar Monate, weil man damals zur Übermittlung auf Boten oder Schiffe zurückgreifen musste. So konnten die Werte lediglich zusammengetragen und als Archiv aufgebaut werden, Prognosen für die Zukunft konnten aber nicht gewonnen und Wettervorhersagen gar nicht gewagt werden.

Der Morsetelegraph machte weltweite Vergleiche möglich

Der Durchbruch hin zu Prognosen hing von einer möglichst schnellen Kommunikation und Datenübermittlung ab: Die Erfindung des Morsetelegraphen im Jahr 1832 ermöglichte es, aktuelle Wetterdaten aus aller Welt am gleichen Tag zusammenzutragen und durch den täglichen Vergleich "echte" Wettervorhersagen zu treffen. Es entstanden die ersten tagesaktuellen "Wetterkarten".

Nur war die Quote der richtigen Vorhersagen so gering, dass das Preußische Meteorologische Institut in Berlin noch bis nach 1920 ein Verbot Otto von Bismarcks befolgte, Wetterprophezeiungen herauszugeben.

Inzwischen haben die miteinander vernetzten Computer den guten alten Morseapparat längst abgelöst und liefern weltweit in Echtzeit Ergebnisse, Karten und Prognosen.

 

Alle Wetterdienste weltweit vernetzt

Die WMO, World Meteorological Organization, ist die Weltorganisation für Meteorologie mit Sitz in Genf. Sie ist eine Sonderorganisation der Vereinigten Nationen UN und verfügt derzeit über 189 Mitgliedsstaaten. Die am 23. März 1950 gegründete WMO hat vorrangig die Aufgabe, weltweit die Wetterdienste zu koordinieren. Das soll erreicht werden durch die Förderung der internationalen Zusammenarbeit, die Standardisierung des Beobachtungswesens sowie Planung und Durchführung technisch-wissenschaftlicher Programme.
Es gibt ein Gesetz über den Deutschen Wetterdienst, das die Verpflichtung zu internationaler Zusammenarbeit genau definiert. Der Präsident des Deutschen Wetterdienstes DWD ist für die Bundesrepublik Deutschland ständiger Vertreter im Congress der WMO.

In Deutschland gibt es neben dem DWD weitere Institutionen, die sich der Wettervorhersage verschrieben haben. Am seriösesten und auch konservativsten ist nach wie vor der Deutsche Wetterdienst, der sich mit langfristigen Prognosen meist zurückhält, bis genügend Basiswissen für eine vertretbare Wetterprognose vorhanden ist. Er überläßt zu frühe spektakuläre Prognosen mit aufreißerischen Prognosen anderen.

 

Autor seit 3 Jahren
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