Halloween ist das keltische "Totenfest"

Halloween - was ist das eigentlich genau...?

Kurz gesagt: Halloween entwickelte sich aus dem alten "Totenfest" der Kelten, Samhain.

Scharen von bösen Geistern sollen in den Nächten um Halloween unterwegs sein und ihr Unwesen treiben. Ganz typische Symbole für Halloween sind deshalb auch Geister, Gespenster, Hexen, Dämonen, Knochenmänner oder Kürbisfratzen.

Besonders in den USA, wo Halloween wesentlich populärer ist als bei uns, gibt es immer wieder kritische Stimmen zum "Fest der Toten".

Allerdings: Unser heutiges Halloween hat mit dem ursprünglichen Keltenfest, dem Samhain-Fest, eigentlich nicht mehr viel zu tun.

Halloween ist heute kaum mehr als ein säkularisiertes und kommerzialisiertes Samhain.

Auf der Website der Evangelischen Kirche in Deutschland, wird es recht treffend umschrieben:

"Es ist ein Event, ein Fest mit stark karnevalistischer Ausrichtung... Der Unterschied zum Karneval liegt im Gruseln."

Halloween passend für Kinder? - Pro und Kontra 

  • Problematisch ist nicht so sehr, dass Kinder Wirklichkeit und Fantasie generell (noch) nicht unterscheiden können - selbst jüngere Kinder besitzen diese Fähigkeit schon. Schwierig wird es allerdings, wenn sich Kinder in Situationen wiederfinden, die sehr aufregend oder emotional intensiv empfunden werden: Dann wird es für viele Kinder schwierig, eine klare Linie zwischen Fantasie und Realität zu ziehen.

  • Es ist ein menschliches Bedürfnis, sich mit den eigenen Ängsten zu konfrontieren und auch durchaus gesund. Aber: Dazu sollte man fest und sicher in der Realität verankert sein. Genau das ist aber für viele Kinder noch nicht zu bewältigen.

  • Viele Eltern unterschätzen wie stark Halloween ihre Kinder belasten kann. Tabu-Themen wie Tod, Krankheit, Beerdigung, etc. werden in manchen Familien das ganze Jahr über gemieden. An Halloween finden sich dann viele Kinder zum ersten Mal (unvorbereitet) mit genau diesen Themen konfrontiert. 

  • Halloween-Feiern haben sich grundlegend geändert: Früher verkleidete man sich mit einem Bettlaken als Gespenst, heute präsentiert uns die moderne Technologie lebensechte Kostümierungen, die vor Blut und "Schockeffekten" nur so strotzen. 

  • Für ältere Kinder bietet Halloween - so die Experten - eine gute Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten zu Mut und Tapferkeit zu erproben.

Alternative zu Halloween: Mit Kindern Samhain feiern

Eigentlich schade, dass das alte keltische Samhain-Fest dem kommerzialisierten Grusel-Event Halloween sozusagen "zum Opfer gefallen" ist.

Samhain bietet nämlich viele positive und schöne Traditionen und Rituale, die man wunderbar auch in einer Familie mit (jüngeren) Kindern nutzen kann.

Ja, auch Samhain ist ein "Totenfest". Doch hier stehen nicht Angst und Grusel im Vordergrund, sondern im Gegensatz dazu die liebevolle Erinnerung und das dankbare Gedenken an die Vorfahren und die Angehörigen, die verstorben sind.

"Wir ehren unsere verstorbenen Vorfahren, weil sie uns Liebe und das Leben geschenkt haben." beschreibt es eine Anhängerin der Naturreligion Wicca.

"Es gibt keinen Grund, sich vor ihren Geistern zu fürchten. Unseren Kindern bringen wir bei, dass es ohne den Tod auch kein neues Leben geben würde."

Samhain - wie es traditionell gefeiert wird

Traditionen, die zu Samhain gehören:

- an einem ganz besonderen Kraftplatz (oder an einem magischen Ort) feiern

- ein persönliches Ritual pflegen

- Andacht und Erinnerung an die Toten

- etwas loslassen (z.B. alte Gewohnheiten)

- Wünsche für das neue Jahr (Samhain gilt auch als irischer Neujahrsbeginn) und Ausblick auf die Zukunft

- Feuer (zum Schutz vor bösen Geistern, Sprünge über das Feuer sollen Glück bringen)

- Gesänge und Instrumente

Typisch für Samhain: Die Feuer-Symbolik

Warum feiert man Samhain?

- um verstorbene Angehörige zu würdigen und ihrer zu gedenken: sie sind uns vorausgegangen und wir erbitten ihren Schutz und ihre Weisheit, um uns durch den bevorstehenden Winter zu führen

- man erinnert sich an das, was einem wichtig ist

- die enge Verbindung von Leben und Tod wird gewürdigt: Man ist dankbar für all jene Lebewesen (ob Tiere oder Pflanzen), die ihr Leben gegeben haben damit wir uns davon ernähren können

- Samhain bedeutet liebevoller Rückblick auf die Vergangenheit, aber auch Ausblick auf die Zukunft (oft in Verbindung mit Weissagungen oder Orakelspielen): Altes wird abgelegt, Neues wird begonnen

Sie sollen an Samhain die Zukunft verraten: Haselnüsse

Ideen und Rituale für eine Samhain-Feier mit Kindern

  • Für das Samhain-Festessen werden Speisen ausgewählt, die in der Familie Tradition haben - oder aber Gerichte, die verstorbene Angehörige besonders gerne mochten.

  • Am Tisch wird auch für verstorbene Angehörige ein Platz gedeckt - oft macht es gerade Kindern Spaß, diesen liebevoll zu dekorieren.

  • Mit älteren Kindern kann man ein "Dumb Supper", eine schweigend eingenomme Mahlzeit ausprobieren: Alle sind still, um die Geister, die sich eingefunden haben, nicht zu verschrecken.

  • Kerzen werden in die Fenster gestellt, um den Geistern der Verstorbenen den richtigen Weg zu weisen.

  • Ein Familienstammbaum, den man gemeinsam mit Kindern basteln und dekorieren kann, zeigt ihnen, woher sie kommen und wo sie "verwurzelt" sind - auch ein "Wurzelbuch" ist deshalb eine schöne und passende Bastelidee.

  • Liebevolles Gedenken gilt an Samhain übrigens nicht nur Menschen, sondern z.B. auch verstorbenen Haustieren.

  • Ein Samhain-Altar kann wunderbar mit und von Kindern zusammengestellt werden: Dazu sammelt man Blätter und Zapfen, man dekoriert mit Kürbissen, Äpfeln oder Nüssen und auch Familienfotos finden hier einen Platz.

  • Mit Kindern eine Kürbislaterne basteln kann man auch für Samhain: Die Kürbislaterne wird ins Fenster gestellt damit sie - laut Tradition - mit ihrer "gruseligen" Fratze böse Geister verschreckt und vom Haus fern hält. Sammelt und röstet man die Kürbiskerne, hat man außerdem einen traditionellen Samhain-Snack.

  • Für die keltischen Samhain-Feiern nutzte man traditionell übrigens eher Rüben statt Kürbisse, um daraus Laternen zu basteln. Denn: Kürbisse (zumindest die populären amerikanischen "pumpkins") gab es im keltischen Irland nicht. Allerdings wird der Kürbis heute trotzdem auch für Samhain-Feiern gerne zur Dekoration oder in Speisen verwendet.

  • Nicht nur das Kürbisgesicht, auch ein Kranz aus getrockneten Äpfeln und Heidekraut (Erika) über der Haustür soll böse Geister fernhalten. 

  • Der Apfel als "Frucht des Lebens" ist ein besonderes Symbol für Samhain: Deshalb wird auch Apfelmost (gewürzt mit Zimt) traditionell an Samhain getrunken. Für Kinder ist heißer Apfelsaft eine leckere Alternative.

  • Eine schöne und sinnvolle Samhain-Tradition ist es, etwas Zeit mit älteren Angehörigen zu verbringen (oder ältere Menschen in einem Senioren- oder Pflegeheim zu besuchen): Sich vielleicht dabei gemeinsam alte Fotos oder Erinnerungsstücke anzusehen und Geschichten "von früher" auszutauschen.

  • Bei einem Spaziergang durch die Natur wird beobachtet, was draußen geschieht. Wie bereiten sich die Tiere auf den Winter vor? Wie können wir uns auf den Winter vorbereiten?

  • Auch eine gern gepflegte Samhain-Tradition: Blumenzwiebeln in die Erde einsetzen. Sie gelten als Geheimnis, das die Erde hüten soll - und versprechen neues Leben für das nächste Frühjahr. 

Samhain-Musik: Loreena McKennitt's "All Souls Night"

Düfte, Speisen und Farben für Samhain

Samhain-Düfte:

Basilikum, Nelken, Zimt, Kampfer, Weihrauch, Myrrhe und Harz

Samhain-Farben:

Orange, ein dunkles Gelb, Rot, Braun und Schwarz

Samhain-Speisen und -getränke:

Äpfel, Kürbiskuchen, Rüben, Haselnüsse, Kräutertee, Apfelmost, Mais und Ingwerkuchen

Ein bisschen Spaß muss sein: Halloween-Rätsel für Kinder und Erwachsene

Netter Zeitvertreib für "gruselige" Stunden - so unterhaltsam kann Halloween sein:

Halloween-Rätsel für Kinder

Halloween-Quiz für Kinder und Erwachsene

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