Wissenswerte über Hirse

Hirse (Panicum miliaceum) gehört zur Familie der Süßgräser. In früheren Zeiten wurde sie mehr als heute zu Nahrungszwecken angebaut und im Mittelalter auch zum Brotbacken genutzt. Der Grund mag sein, dass die Temperaturen damals höher waren. Ein Nebeneffekt der Erderwärmung ist, dass auch heutzutage wieder Einiges für den Anbau von Hirse spricht: Gibt es im Sommer heiße und trockene Phasen, stellt Hirse zwar das Wachstum ein, die Pflanzen vertrocknen aber nicht, sondern wachen munter weiter, sobald wieder genug Wasser da ist.

Hirse ist aus mehreren Gründen ein empfehlenswertes Nahrungsmittel:

  • Der hohe Gehalt des Mineralstoffs Kieselsäure (Silizium) wirkt sich positiv auf Haut, Haar und Bindegewebe aus.
  • Als Gras enthält Hirse kein Gluten und ist deshalb (wie Reis und Mais) auch für Menschen geeignet, die das Klebereiweiß im Getreide nicht vertragen.
  • Im Unterschied zu vielen Getreidesorten ist Hirse nicht säure-, sondern basenbildend.
  • Im Ayurveda wird die Hirse als leicht verdaulich beschrieben, und selbst der Verzehr von größeren Mengen soll nicht zur Gewichtszunahme führen.
  • Der Verzehr von Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste (wenn es regelmäßig als Haupt-nahrungsmittel gegessen wird), kann zu Verschleimung führen. (Im Ayurveda wird zum Ausgleich Ingwerpulver empfohlen.)


Zum letzten Punkt kann ich ich gleich eine persönliche Erfahrung liefern: Vor kurzem hatte ich einen heftigen Schnupfen, drei Tage lief die Nase abwechselnd wie ein aufgedrehter Wasserhahn, dann wieder war sie verstopft. Klar, dass eine solche Plage dem Appetit nicht förderlich ist, aber ab und zu verlangt der Körper doch nach Nahrung. Weil Hirse leicht verdaulich ist, entschied ich mich dafür, kochte täglich eine große Portion, von der ich einen Teil mit Apfelmus und Ingwer aß, einen anderen mit gedünstetem Gemüse.
Dass ein Schnupfen nach zwei bis drei Tagen erträglicher wird, ist ganz normal, ebenso normal ist aber auch, dass er mit viel Schnieferei und Husterei ausklingt, weil der Körper Schleim loswerden will. Dieser anfangs wirklich üble Schnupfen war nach drei Tagen komplett verschwunden! Und da könnte ein Zusammenhang mit meiner Hirsediät bestanden haben.

Hirse-Rezepte - schnell zubereitet, gesund und schmackhaft

Im Märchen "Der süße Brei" geht es um einen Topf mit Brei, dessen Inhalt immer mehr und mehr und mehr wird. Was in diesem Topf zubereitet wurde, kann wohl nur Hirse gewesen sein. Deren enorme Quellfähigkeit hat mir beim ersten Ausprobieren Probleme bereitet. Als Grundrezept wird meistens angegeben, die Hirse (als Beilage für 2 Personen 125 Gramm) mit der doppelten Menge Flüssigkeit zu garen (für Süßspeisen mit Milch, für pikante Gerichte mit Wasser oder Gemüsebrühe). Ich nehme etwas mehr als die doppelte Menge, weil sonst eine sehr feste Masse entsteht.

Es gibt relativ grobkörnige Hirse, die eine Garzeit von 20 bis 25 Minuten hat, es gibt aber auch sehr feine Hirsesorten mit kürzerer Garzeit: 5 Minuten kochen und anschließend 5 bis 10 Minuten quellen lassen.

Diese feine Hirse ist besonders gut geeignet, wenn mit geringem Zeitaufwand eine ebenso gesunde wie wohlschmeckende Mahlzeit zubereitet werden soll.

 

Ein süßer Hirse-Brei kann mit Trockenfrüchten und einer Prise Salz in Fruchtsaft gegart werden, dann ist weiteres Süßen nicht notwendig. Diese Süßspeise kann noch mit Butter oder Fruchtjoghurt verfeinert werden.

 

Sehr schnell zubereitet ist auch ein Gemüse-Hirsotto

 

Eine Zwiebel in Öl andünsten, in feine Streifen oder Würfel geschnittene rote Paprika-Schote

und in Ringe geschnitten Lauch dazugeben, die gegarte Hirse mit dem gedünsteten Gemüse

und gewürfeltem Feta-Käse vermischen.

 

Auch Pilze harmonieren gut mit einer Hirse-Beilage:

Schalotten und Champignons in Butter dünsten, mit Muskat, Pfeffer und Salz würzen und je nach Geschmack süße Sahne oder Schmand angießen.

 

Hirse Gratin und fruchtiger Salat

Hirse-Gratin mit Fenchel und Birne

Zutaten für 2 Personen:

 

125 gr Hirse,

~ 300 ml Flüssigkeit

 

Sesamöl zum Dünsten

1 große Rote Zwiebel

1 Fenchelknolle

Gewürze: Muskatnuss, Piment, Salz

1 Birne

etwas Sahne (wahlweise Gemüsebrühe)

Weichkäse (Blauschimmelkäse)

geriebener Käse (Emmentaler oder Pecorino Sardo)

 

 

Für dieses Gratin reicht es, die Hirse kurze Zeit zu kochen, quellen kann sie dann in der Form.

Die gewürfelte Zwiebel in Öl andünsten, den in Stücke geschnittenen Fenchel und Gewürze dazugeben und etwa 10 Minuten dünsten.

Hirse und Gemüse vermischen und in eine gefettete Auflaufform geben

etwas zusätzliche Sahne angießen (damit die Hirse nicht zu fest wird)

Birnenspalten und den in Stücke geteilten Weichkäse darauf verteilen

mit dem geriebenen Käse bestreuen.

 

Bei 200° 25 – 30 Minuten überbacken, eventuelle die letzten 10 Minuten die Temperatur auf 220° erhöhen, damit der Käse schön braun wird.

 

 

Zum Abschluss noch ein fruchtig-frischer Hirsesalat:

 

Hirse (nicht zu lange quellen lassen, damit der Salat nicht zum Brei wird)

saftiges Obst nach Wahl, zum Beispiel Mango, Papaya, Ananas, Banane

(Hier ist eine Warnung angebracht: Um die Farbpalette mit Grün zu ergänzen, könnte man versucht sein, Kiwis hinzuzufügen. Das geht aber nur, wenn kein Joghurt (oder Quark) als Salatsauce zugefügt wird. Die Eiweiß spaltenden Enzyme der Kiwi bewirken in Verbindung mit Milchprodukten einen bitteren Geschmack.)

 

für die Salatsauce:

Zitronen- oder Limettensaft

Zimt- und Ingwerpulver

Joghurt

 frische Zitronenmelisse zum Garnieren

 

Wer Joghurt pur bevorzugt, kann zusätzlich mit Vanillezucker süßen; es gibt aber auch sehr

interessante fruchtige Sorten Bio-Joghurt, oft auch der Jahreszeit entsprechend. Zu diesem Fruchtsalat würde beispielsweise ein Mango-Vanille-Joghurt passen oder Ananas-Kokos.

frida, am 08.03.2012
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Bildquelle:
Kerstin Schuster (Wie macht man gefüllte Champignons?)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Wie macht man Tiramisu? Original und leckere Variationen dazu)

Autor seit 4 Jahren
16 Seiten
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