Geschichte des Holi Festes - Mythologie als Ursprung

Der Legende nach herrschte mit strenger Hand Hiranyakashipu, der König der Dämonen, allein über das gesamte Weltreich und duldete keine Gegenwehr. Ausgerechnet sein eigener Sohn Prahalada lehnte sich gegen seinen Vater auf. Hiranyakashipu versuchte sein Sohn durch Vergiftung, Elefanten oder Schlangen zu töten, doch Prahlada entkam immer wieder mit Hilfe von Lord Vishnu. Prahladas Schwester, Holika, die vermeintlich nicht durch Feuer getötet werden konnte, sollte mit Prahlada in einen Scheiterhaufen springen. Holika verbrannte, da ihre Kraft gegen das Feuer nur wirkt, wenn sie alleine ist und Prahlada entkam abermals durch die Beihilfe von dem angebeteten Vishnu. Durch den Tod von Holika wird nicht nur der Frühlingsanfang, sondern auch der Sieg über das Böse gefeiert. Wie kommt nun die Farbe ins Spiel? Ein Grund könnte sein, dass der beginnende Frühling, mit seinen vielen bunten Blumen und Blüten, bevorsteht. Eine weitere Legende besagt, dass Krishna in seiner Kindheit mit Farbe gespielt hätte.

Wie feiern Inder das Holi?

Wenn der Vollmond im März über Indien zu sehen ist, feiern die Inder das mehrtägige Fest der Farbe. Bei diesem wird als Geste der Freundschaft, vor allem mit Nachbarn und dem Freundeskreis, gemeinsam zu Musik gesungen und getanzt. An diesen Tagen spielt die Rolle des Alters, des Geschlechts und der Status im Kastensystem eine untergeordnete Rolle. Diese Tradition gehört zu den fröhlichsten und farbenfrohsten des gesamten Jahres, welcher laut Hindu-Kalender an diesem Tag neu beginnt. In der Nacht vor den Festtagen wird Brennholz gesammelt, um am Abend symbolisch Holinka zu verbrennen, welche als Strohpuppe im Mittelpunkt der Zeremonie steht. Das Sammeln von altem Holz und Blättern steht für das neue Erblühen von Blumen und Blüten im Frühling. 

Der Älteste oder ein Purohit (indischer Priester) der Gemeinde zündet das Feuer kurz vor Mitternacht an und begrüßt andere, indem er sie mit Farbe bemalt. Anschließend wird tanzend um das Feuer der Sieg vom Guten zelebriert. Krankheiten und mentale Problemen werden am nächsten Morgen zusammen mit der Farbe abgewaschen. Die Farben werden aus Blumenextrakt, Asche und Wasser hergestellt. Das berauschende Bhang und der zunehmende Alkoholkonsum erhöhen die ausgelassene Stimmung. In vielen Regionen des Landes wird mit unterschiedlichen Bräuchen und Sitten gefeiert. Dabei wird sich auch mit Schlamm, anstatt der Farbe, am ganzen Körper eingeschmiert wird.

Im Westen Indiens werden Krüge mit Buttermilch in die Höhe gehangen. Eine Menschenpyramide aus jungen Männern versucht die Krüge kaputt zu schlagen und die Mädchen versuchen dies zu verhindern, indem sie gefärbtes Wasser auf die Männer werfen.

In Barsana schlagen die Frauen mit langen Holzstäben auf Männer ein. Mehrere Frauen schlagen fest auf ein vom Mann gehaltenes Schild ein, welches sogar durch die aggressive Wucht der Schläge zerbrechen kann.

Beim "Kumaoni Holi", in der Region Uttarakhand, geht es sehr musikalisch zu. Die Bewohner der Gemeinde versammeln sich in Tempeln und musizieren mit Instrumenten wie Dhol oder Hurka. Dabei werden zur Mittagszeit andere Stile und Lieder gesungen als am Abend.

Holi-Festival in Deutschland - Eine kommerzielle Anlehnung an die spirituelle Tradition

In Deutschland werden die mehrtägigen indischen Rituale in einen langen Nachmittag für etwa 20 Euro umgewandelt. Das Fest zum Frühlingsstart wird auch ohne Vollmond im Hochsommer veranstaltet und "Holi" wird häufig mit "heilig" übersetzt. Das Spiel mit der Farbe steht im Mittelpunkt. Doch auch hierzulande spürt man den positiven Effekt durch das Spiel mit den Farben. Auf den Openair-Veranstaltungen sieht man glückliche, bunte Gesichter und fühlt die positive Stimmung beim kollektiven Hochwerfen der aufgerissenen Farbbeutel. Zu den Veranstaltungen kommen viele Partybegeisterte zusammen, um zum stündlichen Farb-Countdown für einige Minuten im Farbnebel zu verschwinden. Dabei wird von 10 runtergezählt und die offenen Farbbeutel in die Luft geworfen (Video). Die Farbe besteht aus Maismehl und Lebensmittelfarbe und ist völlig unbedenklich.

Das knallbunte Farbpulver wird vermehrt für Foto-Shootings und in der Werbung genutzt. Auch ist es immer wieder ein kleiner Spiel-Spaß auf Geburtstagen und anderen Gelegenheiten. Die Farbe lässt sich leicht auswaschen und kommt gerade bei helleren Klamotten gut zum Vorschein.

Farb-Countdown

Wie man Holi-Farbe selbst herstellt - Farbpulver als Spassfaktor

Ganz einfach lässt sich dieses Gulal (Farbpulver) selber machen. Maismehl, Nahrungsmittelfarbe und ein Sieb sind dafür erforderlich.

 

  1. Zuerst ein wenig Maismehl nehmen (3-4 Esslöffel) und etwas Lebensmittelfarbe beimengen und gut vermischen.
  2. Den ersten Schritt wiederholen, bis die gewünschte Menge erreicht ist.  
  3. Nun ist ein bunter Mehl-Klumpen entstanden, den man trocknen lassen sollte. Wenn es schneller gehen soll, dann mit Föhn nach helfen. Dabei immer wieder den Klumpen zerkleiner, damit die Wärme auch an das Innere kommt.  
  4. Wenn das Mehl-Farben-Gemisch getrocknet ist, solange durch das Sieb reiben bis feines Pulver entstanden ist.
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