Zeckenalarm in Deutschland

Der Gemeine Holzbock ist eine weitverbreitete Zeckenart. Der Schmarotzer ist zwar klein, aber Größe spielt in dem Fall keine Rolle. Es ist allgemein bekannt, das Zecken Überträger gefährlicher Krankheiten sind. Unterdessen gibt es zwar Impfungen, die schützen sollen, damit ist es aber nicht immer getan. Nicht jede, durch einen Zeckenbiss übertragene, Krankheit kann mittels Injektion verhindert werden.

Sobald sich der Frühling ankündigt, werden die achtbeinigen Blutsauger agil und lauern dort, wo es besonders schön, grün und saftig ist. Im duftenden Gras und im Gebüsch. Der Schildzecke ist es egal, ob Park, Garten oder Wald. Hauptsache, der neue Wirt kommt bald und auf den muss kaum eine Zecke lange warten. Hat sie ein Opfer gefunden, geht sie geschickt vor, damit der Wirt nicht merkt, wenn sie andockt. Sobald der Holzbock zusticht, gibt er gleichzeitig mit seinem Speichel ein Betäubungsmittel ab.

Obwohl der Parasit - auch ein solcher ist die Zecke - einen wesentlich größeren und dickeren Stachel. als beispielsweise eine Stechmücke hat, bemerkt der Mensch aufgrund der Betäubung nicht sofort, dass er gestochen wurde. Der Stachel ist zugleich das Instrument der Zecke, wenn es darum geht, sich am Wirt festzuhalten. Was sie dank der an ihm befindlichen Widerhaken ohne Mühe tun kann.

Clever ist der Blutsauger auch. Um zu verhindern, dass sie einfach verscheucht bzw. weggekratzt wird, produziert die Zecke binnen weniger Minuten (zwischen 5 bis 30 min etwa) nach dem Zeckenbiss eine Art Kleber. Dieser wird Zement genannt und dient der Schildzecke dazu, sich mit dem Wirt zu verbinden. Der Blutsauger klebt quasi an ihm fest, weshalb das Entfernen einer Zecke auch nicht so einfach vonstattengeht.

Egal, wie die Zeckenarten (weit über 800 gibt es auf der ganzen Welt) heißen, sie brauchen immer einen Wirt und der kann auch tierisch sein. Besonders gerne nisten sie sich bei Katzen und Hunden ein. Sicherlich gibt es auch Zeckenschutz für Hunde, nur lassen sich die hinterhältigen Biester davon kaum abschrecken. Wenn sie sich einmal festgebissen haben, bleiben sie kleben wie lästige Schmeißfliegen, die man auch kaum wieder losbekommt. Nur sind diese weniger gefährlich.

 

 

Der milde Winter 2013/2014 zeigte, dass Zecken sehr robust sind und nicht nur in der warmen Jahreszeit Jagd auf ihre Beute machen. 20 Grad Minus schaden ihnen ebenso wenig wie ein 90°-Vollwaschgang in der Maschine oder eine dreijährige Hungersnot. Die Biester sind scheinbar unverwüstlich und je milder die Wintermonate sind, umso früher werden sie aktiv. Nunmehr ist unter ihnen eine neue Zeckenart zu finden, die insbesondere für Hunde eine große Gefahr darstellt.

Die Auwaldzecke bringt Hunden den Tod

Aufgrund der Klimaerwärmung hat der schon lange in Deutschland aktive Gemeine Holzbock Unterstützung bekommen. Die Auwaldzecke (oder Auzecke, mitunter auch Kuh-Zecke genannt). Diese, nicht minder gefährliche, Spezis hat sich in den vergangenen zehn Jahren in der BRD eingenistet und ist bereits dabei, sich bis in den Norden vorzuarbeiten.

Menschen haben vor der Dermacentor reticulatus nicht viel zu befürchten. Hunde, Rehe, Damwild, Rotwild und alle größeren Säugetiere hingegen schon. Sehr gefährlich ist Stich der Auwaldzecke jedoch für des Menschen liebsten Freund. Deswegen sollten Hundehalter ihre Lieblinge nach jedem Spaziergang im Freien gründlicher denn je nach Vektorzecken - so werden potenzielle Überträger genannt - absuchen. Die Gefahr, dass der Hund nach einem Biss / Stich der Auwaldzecke stirbt, ist sehr groß. Diese Zecken-Spezis (Buntzecke) überträgt den Erreger der Hundebabesiose (Babesia canis canis) - die sogenannte Hunde-Malaria.

Krankheitssymptome beim Hund nach dem Biss der Auwaldzecke

Da trotz intensiver Suche nach den Zecken mitunter ein Parasit übersehen werden kann, vor allem wenn Hunde ein dichtes und dunkles Fell haben, ist Vorsicht geboten.

Bei diesen Symptomen sofort zum Tierarzt

Frauchen oder Herrchen sollten unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen, wenn beim bellenden Vierbeiner folgende Symptome auftreten:

  • ein gestörtes Allgemeinbefinden
  • extreme Müdigkeit und Lustlosigkeit / Schwächeln
  • Fressunlust und damit verbundener Gewichtsverlust
  • plötzlich auftretendes hohes Fieber
  • dunkel gefärbter Harn

Diese, und eventuell noch andere, Symptome treten häufig innerhalb von 5 bis 7 Tagen auf, nachdem der Hund von einer Buntzecke gestochen wurde. Da die Babesien die roten Blutkörperchen befallen und jene dadurch mehr und mehr zerfallen, droht eine Gelbsucht, die überdies die Nieren des Hundes stark belastet.

Werden die Symptome vom Hundehalter nicht ernst genommen, kann die durch den Stich der Auwaldzecke hervorgerufene Krankheit binnen weniger Tage zum grausamen und qualvollen Tod des treuen Gefährten führen.

Der Hund kann eine akute Atemnot erleiden, an der Blutarmut (Anämie) oder an Nierenversagen sterben. Jeder Hundebesitzer kann seinem Liebling diese Qualen, die zum Tod führen, ersparen wenn er sofort einen Tierarzt konsultiert, sobald die Symptome darauf hindeuten, dass der Hund von einer Auwaldzecke gestochen worden sein könnte.

KreativeSchreibfee, am 14.03.2014
3 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Bildquelle:
Wikipedia/ Richard Bartz (Zecken und ihre Lebensweise)
Kerstin Schuster (Ratten als Haustiere halten - Wanderratten - Farbratten)

Autor seit 5 Jahren
293 Seiten
Laden ...
Fehler!