In kleinen Etappen geht es los:

Der Wohnwagen wurde separat gepackt und für den anschließenden Badeurlaub hinten an den Disco 1 angehängt. Vor uns lagen 1100 km Anfahrt zu einer geführten Gruppen-Offroadtour des Veranstalters TC-OFFROAD in den Pyrenäen. Ein letzter prüfender Blick auf das Navi, die Kinder durch gezählt, die Ipods alle aufgeladen und mit Notstrom-Kabel versorgt, ging es am Freitag im Anschluss an den Arbeitstag los. Das erste Etappen-Ziel hieß: Am Sonntag gegen 16.00 h zum Tourbeginn in Queixans / Spanien am Fuße der Pyrenäen zu sein.

Landrover mit Hänger

Landrover mit Hänger (Bild: Casares)

Der Weg ist das Ziel:

So rollten wir im gemächlichen Tempo durch die Schweiz bis kurz vor der französischen Grenze. Auf einem großen Waldparkplatz krochen wir alle im Wohnwagen in die Betten und schliefen in den nächsten Tag hinein. Weiter ging es Richtung Süden über die Grenze in die erstbeste Boulangerie. Echte französische Croissants wurden am Morgen gewünscht. Gestärkt durch das Frühstück zockeln wir weiter und genießen die neuen Eindrücke und erreichen gegen spätem Nachmittag einen kleinen gemütlichen Campingplatz mit Pool im Süden Frankreichs. Unter Pinienbäumen koppeln wir den Hänger ab, denn dort bleibt er während der gesamten Allradtour stehen. Ausgetobt vom Pool, sauber und satt geht es nach einem traumhaft schönen Sonnenuntergang ein letztes Mal ins Bett. Noch liegen drei weitere Fahrstunden vor uns, denn der Treffpunkt liegt in Spanien vor einer schönen Bergkulisse mit tiefhängenden weissen Wolken.

Queixans

Queixans (Bild: Casares)

Was bedeutet Gruppenreise?

Gegen 16.00 h am Sonntag erreichen wir den schönen Campingplatz in Queixans http://www.campingqueixans.com. Das Nachtlager wird aufgeschlagen und die letzten Vorbereitungen am Fahrzeug vor der Lagebesprechung werden vorgenommen. Hierzu gehören u. a. die Ausstattung der Fahrzeuge mit Funk, das Abschrauben der Anhängerkupplung und das verzurren der Nummernschilder. In der Mitte des Lagers werden alle Tische zusammengestellt und eine fröhliche große Tafel entsteht. Wir lernen unsere Reisepartner namentlich kennen, die Reiseleitung klärt die letzten organisatorischen Dinge und nach der Vorstellungsrunde werden die Ersthelfer festgelegt. Die Fahrzeugsteams bestehen aus Singles, Paaren, Familien mit und ohne Kinder, ein Team bestehen aus Vater und Tochter und einige Herren-Teams sind vertreten. Schnell finden sich dank der gleichen Interessen Gesprächspartner und so endet der erste Abend in fröhlicher und erwartungsvoller Stimmung.

Gruppenreise (Bild: Casares)

Die Straße (Bild: Casares)

Pyrenäen (Bild: Casares)

Die Tücken des Wurfzeltes.

Am kommenden Morgen besteht unser Ehrgeiz darin, pünktlich zur Abfahrtsbesprechung zu erscheinen. Wir treten zeitlich gegen eine weitere Familie an, die sich ein anderes Packkonzept erarbeitet hat. Der Lagerabbau hat sich noch nicht eingespielt und so benötigen wir doch etwas mehr Zeit als geplant. Erschwerend kam hinzu, dass wir noch mit den neuen Quechua-Zelten gekämpft haben. Natürlich haben wir die Zelte schon ein paar Wochen vorher im Wohnzimmer ein paar Mal auf- und abgebaut, aber das war schon einen Moment her und im freien Feld sah die Sache dann doch ganz anders aus. Zum Glück gab es schon ein paar Erfahrene Quechua – Zelt-Abbauer, die uns am ersten Tag hilfreich unter die Arme griffen.

Kloster (Bild: Casares)

tolle Ausblicke (Bild: Casares)

Es geht los!

Pünktlich ging es los mit der Fahrerbesprechung und dann hieß es wir blasen an Richtung Stadtmitte. Die Tanks und die Vorräte wurden für die nächsten 2 Tage aufgefüllt. Geplant ist auf der Pyrenäen – Tour, alle 2 Tage eine Campingplatz-Nacht und in den Städten oder Dörfern werden die Vorräte aufgefüllt. Für eine 5köpfige Familie im Disco 1 absolut machbar. Nachdem wir komplett waren, ging es Richtung Berge, durch kleine Bergdörfer, verwinkelten und versteckten Pfaden und im Zweifelsfall immer bergauf. Schon bald treffen wir auf ein absolutes Highlight. Wir geraten in eine Herde der grasenden und freilaufenden spanischen Pferde. Die Pferde sind zum Teil mit schweren Glocken um den Hals versehen, ähnlich zu den Kühen der Alpen. Leider sind die Pferde sehr scheu. Dem ein oder anderem Pferdeflüsterer, sowie den Kindern gelingt eine Annährung und es entstehen schöne Fotos. Die Pfade sind buckelig und verwaschen, die Ausblicke gigantisch und die Vegetation ist im Juni bunt und blühend im starken Kontrast zu den noch schneebedeckten Bergen der Pyrenäen. Die Pyrenäen trennen Frankreich von Spanien und sind auf beiden Seiten faszinierend verschieden. Schroff und karg auf der einen Seite und grün und regenreich auf der anderen Seite. Zwischenzeitlich hatte jedes Fahrzeugteam einen Funkernamen, einen festen Vordermann und einen bekannten Flügelmann. Die Pausen waren reichlich bemessen. Für wirklich jeden Anlass gab es den richtigen Moment.

Tolle Ausblicke (Bild: Casares)

Die Wildpferde (Bild: Casares)

Gruppenreisen machen Spaß!

Unsere große Tochter saß nach der ersten Mittagspause plötzlich auf dem Beifahrersitz eines Single- Defender-Fahrer, unsere mittlere Tochter hatte bei Ölkännchen dem Tour-Guide den Beifahrersitz angeboten bekommen und unsere kleinste Tochter fand das alles total ungerecht, genoss aber die ungeteilte Aufmerksamkeit auf dem Rücksitz der Eltern. Allerdings hatte sie auch einen neuen 5jährigen Freund gefunden und liebäugelte mit dem Umzug des Kindersitzes in einen Defender. Gegen Abend gibt es einen herrlichen Biwak-Platz. Wieder entsteht in der Mitte der Fahrzeuge eine lange Tafel. Nach dem Essen gehen unsere jüngeren Kinder ins Zelt zum Schlafen, während wir Erwachsenen noch lange am Lagerfeuer sitzen und den Tag vorbei ziehen lassen. Die internationale Gruppe hat eine Menge Spaß. Die Mundarten und Slangs sind einfach zu schön. Wir sind Europäer - aber eben auch Schweizer, Holländer, Slowaken, Österreicher oder Deutsche und uns alle verbindet ein ganz tolles Hobby.

Schöne Übernachtungsplätze (Bild: Casares)

Tolle Ausblicke (Bild: Casares)

Kann man in Spanien erfrieren?

Der nächste Morgen bricht mit einem fantastischen Naturspektakel hoch oben in den spanischen Bergen an. Nach dem Frühstück laufen die Abbau-Handgriffe schon besser ab. Jeder kennt seine Aufgabe und wir arbeiten nun Hand in Hand. So herrlich warm, wie noch in Deutschland gehofft, ist es am Morgen leider nicht und so müssen aus den Tiefen der Taschen die Jacken und Westen, je nach Tages- Temperatur, eingesetzt werden. Wir erreichen heute die Höhe von 2500 m und werden auf dem Weg nach oben mit tollen Ausblicken belohnt. Langsam schaffen wir uns weiter Richtung Andorra. In Andorra nutzen wir die Zeit zum Einkaufen, um für den Abend das Abendessen und für das Lager-Feuer die richtigen Getränke zu organisieren. Gruppenreisen haben den Vorteil, dass immer ein bekanntes Gesicht am Käsestand oder Weinstand getroffen wird. Schnell einigt man sich auf eine Probierauswahl für das allabendliche Essen. Wir staunen auch nicht schlecht, haben doch Fahrer die Zeit in Andorra für eine Autoreinigung genutzt. Am Abend bekommen wir auf unserem Camping-Platz zwischen den Bäumen den Besuch der Wildpferde und ein Fuchs verirrt sich zwischen die Autos. Er interessierte sich aber überwiegend für die Essensreste im Camp und sorgte bei einem Fahrerteam für helle Aufregung und Chaos im Fahrzeug.

Flussquerung (Bild: Casares)

enge Dörfer (Bild: Casares)

Einfach nur noch schön:

Für den heutigen Tag werden in der Fahrerbesprechung Teams gebildet aus maximal 4 Fahrzeugen, die als kleine Gruppe durch den Val D'Aran fahren. In den Bergen begegneten wir nur wenigen Menschen und so genießen wir bei schönem Wetter Natur pur. Wir furten durch mehrere Gebirgsbäche, oberhalb der Baumgrenze treffen wir auf eine Gams-Gruppe und alte Schmugglerwege, bizarre Felsformationen regen die Phantasie an und vermitteln das Gefühl von grenzenloser Freiheit und Einsamkeit. Vom Mirador de Sant Joan haben wir einen herrlichen Blick auf die 2000er der Pyrenäen. Der Tag vergeht mal wieder viel zu schnell. Der nächste Morgen empfängt uns mit einer aufgehenden Sonne bei klarer Sicht und weißen Wolken am Himmel, so dass spektakuläre Schatten oder Lichteffekte auf das Bergmassiv gezaubert werden. Gelegentlich kreisen ein paar Adler über uns und die Wiesen blühen in den schönsten Farben um die Wette.Wir passieren kleine Bergdörfer und die Straßen werden sehr eng. Steinhäuser rechts und links säumen unseren Weg. Plötzlich stecken wir als Reisegruppe fest. Die Baustelle war doch letzte Woche noch nicht da, oder? Es ist nicht so einfach die Fahrzeuge in diesen engen Dorfgassen alle umzuleiten. Gegen Nachmittag erreichen wir einen Campingplatz umrahmt von hohen Bergen, aber mit einem kleinen Pool. Die Kinder nutzen die Zeit um fröhlich durch den Pool zu plantschen. Fairerweise sollten wir an der Stelle erwähnen, dass das tiefe Becken unbeheizt war und damit das Vergnügen der Erwachsenen etwas eingeschränkt ist. Aber die heiße Dusche war prima. Am Abend wird noch lange gefeiert, denn die Tour neigt sich dem Ende zu und keiner möchte der Reisenden, dass es jetzt schon alles endet.

Pyrenäen (Bild: Casares)

Die Strasse (Bild: Casares)

Neue Wege gehen!

Der letzte gemeinsame Tag bricht an. Die Gruppe kennt sich mittlerweile recht gut und es ist noch Zeit für den herrlichen Fotopoint Cruz de Puyadase. Gegen Mittag erreichen wir den Eingang zu einer unglaublichen Schlucht des Rio Vellos. Neben uns rauscht das Wasser der Berge durch den ausgewaschenen Canyon und die Sonne lässt es immer wieder im satten Smaragdgrün aufblitzen. Bei einer kleinen Höhlenerkundigungstour (natürlich zu Fuß) hatten alle die Abenteuerlust im Gesicht geschrieben, insbesondere die Kinder hatten sehr viel Spaß mit der Taschenlampe. Kurz drauf erreichen wir den ultimativen schönen Endpunkt einer wunderbaren Genuss-Reise mit TC-Offroad. Hier entstehen noch ein paar Gruppenfotos und bei einem letzten Drink in einer Bodega in einem uns nun vertrauten typischen Bergdorf-Stil klingt die Reise aus. Es ist wieder mal plötzlich und schnell Freitag geworden und ein Teil der Mitreisenden muss am Montag arbeiten.
Eine kleine Interessensgruppe der Landyfahrer fahren gemeinsam auf den Campingplatz http://www.penamontanesa.com. Hier wird für die nächsten Tage ein Abenteuer der besonderen Art geboten: Neben Reitausflüge durch die Pyrenäen wird auch Canyoning, Quadausflüge, geführte Wanderungen oder Höhlenerforschung angeboten. Für Jeden am Ende einer tollen Reise noch einen ganz persönlichen Kick. Wir freuen uns auf unseren Wohnwagen und Südfrankreich—aber das ist schon wieder eine andere Geschichte…..

Rote Berge (Bild: Casares)

Enges Tal (Bild: Casares)

Steintunnel (Bild: Casares)

Bergdorf (Bild: Casares)

Unser Fazit:

Es handelt sich bei dieser Tour von TC-Offroad um eine absolute Genusstour. Sie kann von jedem Fahrer bewältigt werden. Der Schwerpunkt liegt auf landschaftlich reizvolle Streckenführung mit dem einen oder anderen Furt-Highlight, schönen Campstellen und komfortable Zusammenstellung von Versorgungstellen, wie z. B. Tankstelle, Proviant oder Übernachtungsplätzen. Einige wenige Fahrer waren auch über die gelegentliche Waschanlage sehr glücklich.
Technisch ist die Tour nicht anspruchsvoll, so dass man zu keiner Zeit Angst um sein Fahrzeug haben musste und auch die Frauen gerne mal das Lenkrad übernahmen. Durch die vielen Pausen, sei es für Besichtigungen, Fotos, Nahrungsaufnahme oder Ausblicke wurde für alle das Richtige geboten. Es gab mehrfach die Möglichkeit auf ordentliche Duschen und Toiletten, was sehr positiv aufgenommen wurde. Die Fahrzeuganzahl ist nicht zu groß gewählt und mit 2 begleitenden Guide-Fahrzeugen ist diese Tour auch optimal bestückt. Weiterhin hat man sich mit TC-Offroad einen verlässlichen Partner ausgesucht, dem die mehrjährige Erfahrung anzumerken ist. Die Packliste des Veranstalters ist für einen Tour-Neuling eine echte Unterstützung, der Bikini sollte im Geiste der Liste zugefügt werden. Es gab professionelle Hilfe bei den kleinen Autopannen der Tour - auch bei nicht vorhersehbaren Ereignissen gab es immer einen Plan B. Wir können nur sagen eine gelungene Tour. Jederzeit gerne wieder!!
An der Stelle einen herzlichen Dank an Ölkännchen auch im Namen aller Kinder für diese wunderbare geführte Reiseleitung, sowie die geduldige Beantwortung aller Kinder-Warum-Wieso-Weshalb-Fragen. Für uns war es unsere erste geführte Tour mit TC. Im Laufe der Woche wurde das tägliche packen immer schneller, die Handgriffe saßen und beim Öffnen der Hecktüre fiel auch nichts mehr heraus. Ach ja, und einige Witze haben wir auch zum ersten Mal über Funk gehört.

Autor seit 5 Jahren
21 Seiten
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