Das Eventgelände (Bild: privat)

Die Anreise

 Während der sechsstündigen Anfahrt philosophierte unsere Familie im Landy darüber was denn so typisch holländisch wäre. Die Liste war lang. Neben Tomaten, Tulpen, Nordsee, Sand, Deiche, Käse, Grachten, Rembrandt und Holzschuhen, sowie Wind und  Windmühlen fallen den älteren Semestern auch noch Frau Antje und der gerollte Gouda ein. So verging die Anreise recht kurzweilig. Nach einigen Fahrstunden veränderte sich die hügelige Landschaft in flaches Land mit Windmühlen, Pferdekoppeln, kleinen Häusern mit Butzenfenstern und verklinkerten braunen Fassaden. Es tauchten die riesigen Gewächshäuser am Horizont auf und hübsche bunte Tulpenfelder soweit das Auge reichte.

Landrovers of Switzerland (Bild: privat)

Am Eventgelände angekommen, hieß es Auto abstellen und einchecken. Dank der großartigen Organisation des holländischen Landyclubs funktionierte es zügig und reibungslos. Mit einer riesigen Event-Infomappe unter dem Arm, machten wir uns auf der Suche nach einem geeigneten Stellplatz. Schon gleich hinter dem Eingang  flattert uns die fröhliche rote Fahne mit dem weissen Kreuz und die Clubfahne der Landrovers of Switzerland entgegen. Wir waren angekommen. Voraussetzung zur Anmeldung und Teilnahme an diesem Event war eine Mitgliedschaft in einem Landrover-Club.

Wie alles beginnt!

Gemeinschaftlich wurden die Plätze eingeteilt, so dass auf dem Gelände eine Wagenburg entstehen konnte und jeder  eine gute Wegfahrmöglichkeit hatte. Wir bauten unsere Zelte auf und sortieren die Schlafsäcke, die Taschen und  das Spielzeug den richtigen Zelten zu. Nach einer ordentlichen Pommes rot-weiß in der Tüte, verschafften wir uns einen Überblick über das riesige Event-Gelände und das gigantische Programm-Angebot. Die Informationstasche war ein echtes Überraschungs-Paket. Neben einem Tuch, Veranstaltungsschildern, Streuartikeln und Werbung war auch ein holländischer Veranstaltungskalender in der Tasche. Die Falttechnik des Kalenders hatte es in sich. Sie erschloss sich nicht gleich auf Anhieb, machte aber Spaß.

Bandana (Bild: privat)

Das Landrover-Bandana!

Das Tuch, genannt Bandana war der Hit unter den Kindern. Gott sei Dank konnte für Geschwister-Kinder dieses tolle Bandana im Shop des LRCH nachgekauft werden. Bald liefen sämtliche Kinder mit dem Bandana über das Gelände. Es war ein lustiger Anblick, da dieses Tuch vielseitig eingesetzt wird. Es wurde als Mütze, Schal, Stirnband, Piratentuch oder als Haargummiersatz genutzt. Hunde, Landys und Kinderwagen wurden ebenfalls damit geschmückt.

Holland oder Afrika?

Träumte man gerade noch friedlich im Schlafsack von Afrika, so glaubte man plötzlich seinen Ohren nicht trauen zu können. Wach oder Traum? Ja, sind wir wirklich in Holland? – gibt´s denn hier Löwen? Während der Nacht und auch in den frühen Morgenstunden konnte jeder mit leichterem Schlaf das dumpfe tiefe Löwengebrüll aus dem anliegenden Safaripark hören.

Ungewöhnliche Momente!

Aber auch für die Augen gab es seltene oder ungewöhnliche Anblicke, dazu gehörten die zahlreichen Störche, die regelmäßig das Eventgelände abflogen, die Männer in den Schottenröcken oder die mehr als 700 individuellen Landrover-Modelle mit den unterschiedlichsten Um- und Aufbauten und Schlafkonzepten. Den Allradler mit dem Stern am Fahrzeug schätzen wir ebenfalls als ungewöhnlichem Anblick auf einem Landrover-Treffen ein.

Das Frühstück:

Das Organisation-Team des Festes hat einiges auf die Beine gestellt: Jeden Morgen gab es die am Abend zuvor bestellten Brötchen, Brote, Baguettes oder Croissants. Die Frühaufsteher können an einem Brotback-Kochkurs teilnehmen.

Früh übt sich (Bild: privat)

Trial (Bild: privat)

Die Events:

Zum Auftakt gab es 3 Roadbooktouren zwischen 90 – 125 km durch Holland. Die Streckenlegung war landschaftlich reizvoll und die Fahrer und Beifahrer erhielten einen ersten Eindruck von der Region. Bei dieser Geburtstagsparty war für jeden Teilnehmer etwas dabei, wie z. B. Geo-Cache-Routen (GPS-Schnitzeljagden), Trial-Fahren, ein Offroad-Gelände, Camping-Kochkurse und GPS-Navigations-Workshops. Für die "Kleinen Gäste" gab es stundenlange und abwechslungsreiche Kinderaktivitäten auf dem Spielplatz, Kletterwände, Kettcars, Kinderschminken, Landy designen, Kanutouren und gegen Abend noch eine Raubvogelshow.

Flugshow (Bild: privat)

Wildkochkurs (Bild: privat)

Kochkurse

Die Wild-Kochkurse finden großen Anklang. Jagen und erlegen waren keine Bestandteile des Kurse, aber häuten und das Fleisch ernten. Ein professioneller Metzger erklärt worauf es ankommt und dann ging es ans vorbereiten und kochen.

So verging der Tag wie im Fluge. Nach dem Abendessen trollen sich die Kiddys in ihre Zelte und ins Matratzenlager. Langsam kommt die Dunkelheit und es kehrt Ruhe ein. Die Nachteulen nehmen noch an einer angebotenen Nachtfahrt teil.

Trophy (Bild: privat)

Team Trophy Off-Road

Am nächsten Tag war das Schweizer Team mit 10 Fahrzeugen zum Team Trophy Off-Road angemeldet. So recht wussten wir alle nicht, worum es hierbei eigentlich ging. Es gab eine wunderbare, deutschsprachige Einweisung durch einen Fachmann des holländischen Landyclubs. Es handelte sich um ein Fahrzeug-Geschicklichkeitsspiel. Die Aufgaben müssen immer von 6 der 10 mitfahrenden Landys bewältigt werden. Sie können nur im Team gelöst werden. Es galt sandige Parcours oder enge Kurven zu bewältigen, zu winschen, einzuweisen und immer die zu Ruhe bewahren. So machte sich das Schweizer Team mit Begeisterung an die gestellten Aufgaben. Die Kinder durften bei einer Aufgabe in die Kanus steigen und das Landy Reserverad in ein anderes Kanu mitten auf dem See umladen. Das Wetter schlug seine Capriolen und ein Platzregen verhinderte das Überfahren der Fahrzeug- Wippe. Es wurde glitschig, matschig und nass. Es war ein prima Tag mit jede Menge Fun und Gelächter. Das Zuschauen war ebenfalls ein Augenschmaus und lud oft zum Griff der Kamera ein.

Safaritour (Bild: privat)

Auf Safari....

Plötzlich und unerwartet ca. 16.00 h kommt die Erinnerung über die Lautsprecher an die Safaritour im Park. Klar, da wollte jeder mit. Eine Landyschlange arbeitete sich durch den Park. Neben Giraffen und Kamelen finden wir Zebras, Langhorn-Rinder, verschiedenste Antilopen-Arten und im tiefen Gras entdecken wir drei Geparden.

Festzelt (Bild: privat)

Der Festabend:

Gegen Abend hatte der Holländische Landyclub ein herrliches leckeres und großzügiges Büffet gerichtet. Es gab ein riesiges Festzelt mit mehreren angeschlossenen Räumlichkeiten im afrikanischen Ambiente. Es machte Spaß durch die Räume zu streifen. Zu entdecken sind Tische und Stühle in Form von Händen. Ein Defender versteckt im afrikanischem Busch oder Masken und andere Holzschnitzereien. Zum Abschluss findet der Festabend seinen Höhepunkt in einem Feuerwerk.

Der Wettergott meinte es sehr gut mit den Landyfreunden. Der Himmel öffnete erst nach dem Feuerwerk seine Schleusen und da lagen wir schon in unseren warmen kuscheligen Schlafsäcken auf dem weichen gemütlichen Schafsfellen, denn es wurde sehr kalt in den Nächten. Es prasselte und tröpfelte auf die Zeltplane. Dieses Geräusch ist sehr einschläfernd und die vielen schönen Eindrücke bescheren uns eine gute positive Nacht im Traumland.  

Zum Jahrmarkt

Wir erwachen am nächsten Morgen gut ausgeruht. Vor uns liegt eine lange Rückfahrt. Das Wagenlager wird wieder abgebaut. Die Festzeltgarnituren verstaut und die letzten Adressen ausgetauscht. Auch heute haben unsere holländischen Freunde wieder ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Wir beschließen unsere Zelte trocknen zu lassen und decken uns auf dem Teilemarkt mit allem ein, was dem Landyherz noch gefehlt hat.

Ein Motorsägen-Künstler bearbeitete einen Baumstumpf und zaubert aus dem nichts das Landrover –Logo in den Stumpf. Es ist einiges los auf dem mehr als 2 km langen Eventgelände. Manche Kinder matschen noch in den Farben herum und dekorieren einen Landrover farblich um. Das Kinder-Riesentrampolin ist gut besucht. Eine lange Schlange von Kindern wartet geduldig bis sie an der Reihe sind. Nach und nach verabschieden sich die Gäste von Ihren Gastgebern und neugewonnenen Freunden. Es herrscht Aufbruchstimmung und wie sagen die Schweizer immer so nett: Licht aus, kommt gut heim…

Unser Fazit:

Diese Geburtstagsparty war ein Spaß für jedermann. Die Gastgeber haben alles excellent vorbereitet und organisiert. Sie standen mit Rat und Tat allen Gästen zur Seite. Sie fungierten als Dolmetscher und alle Fragen wurden geduldig beantwortet. Es gab so ein großes Unterhaltungsprogramm, dass jeder seine Spaßelemente finden konnte. Das Gelände war großzügig und für die Vielzahl an Personen, Zelten und Fahrzeugen ausreichend. Für genügend Toiletten, Waschräume und warme Duschen war ebenfalls gesorgt. Warteschlangen an den Sanitäranlagen kamen nicht zustande.

An dieser Stelle möchten wir uns für die freundliche, hilfsbereite Gastfreundschaft unserer holländischen Landyfreunde recht herzlich bedanken. Ein gelungenes Fest und wir haben uns gefreut, dass wir mitfeiern durften. Es war ein echtes FUN-Wochenende und wir können Euch nur gratulieren zur reibungslosen Organisation und zu Eurem kreativen Ideenreichtum an Spaßfaktoren.

Autor seit 5 Jahren
21 Seiten
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