Blockhütte eines Trappers (Bild: OSU Special Collections & Archives)

John Johnson galt als zuverlässiger Gefährte und Kämpfer

"Dah-pih-ehk-Absaroka" (Krähen-Töter) wurde er respektvoll von den Präriestämmen der Sioux und Cheyennes genannt. Als "Prärie-Monster" geisterte er durch zahlreiche Lagerfeuerballaden und Saloongespräche. Noch zu seinen Lebzeiten wurde Johnson in übertriebenen Erzählungen als ein "affenartig behaarter Neandertaler" geschildert. Und selbst als die Crow-Indianer schon in den Reservaten lebten, flüchteten sie schlagartig, sobald "Leberesser-Johnson" in der Nähe auftauchte.

Seine alten Trapperfreunde schilderten ihn als zuverlässigen Gefährten und Wildniskämpfer. Beim letzten Trappertreffen im Jahr 1850 wählten ihn Trapper und Indianer zum Ordnungshüter. Als Johnson einmal von zwei Blackfoot-Kriegern mit gezückten Messern attackiert wurde, packte er sie an ihren Haarschöpfen und schlug ihre Köpfe so fest gegeneinander, dass sie beide auf der Stelle tot waren.

1878 erreichte mit dem Bau der Northern Pacific Eisenbahn in Coulson, der Bezirkshauptstadt des Custer Countys, die Gesetzlosigkeit ein nie gekanntes Ausmaß. Deshalb heuerte Sheriff Tom Irvine den Trapper als Deputy-Sheriff an. Ganz in Hirschleder gekleidet, mit Mokassins an den Füßen und einem Bowiemesser am Gürtel, schritt der rotbärtige 1,90 Meter große Mann durch die Straßen. Nur zwei Tage genügten, um allen Gesetzlosen klarzumachen, dass Johnson nicht zu überraschen und durch keine menschliche Kraft zu überwinden war.

Im Westen wurde Johnson als blutrünstige Bestie abgewertet

Als er 1888 in Red Lodge das Amt des Marshals übernahm, erlebte die kleine Kohlenzechenstadt die friedlichste und beschaulichste Epoche ihrer ganzen Existenz. In einen riesigen Biberpelzmantel gehüllt und nur mit seinen Fäusten bewaffnet, sorgte Johnson für Recht und Ordnung. Anstatt die Verbrecher einzusperren, erteilte er ihnen schmerzhafte Lektionen und sagte: "Es ist nicht meine Aufgabe, diese Burschen ihrer Freiheit zu berauben, sondern für Frieden zu sorgen. Stopft jedem dieser Schurken seine Aggressivität ins eigene Maul zurück, und ihr braucht keine Gefängnisse, weil sie friedlich werden."

Im ganzen Westen wurde der Trapper aufgrund der Schreckensgeschichten, die man sich über ihn erzählte, zur Bestie abgewertet. In Red Lodge jedoch hatte er nur Freunde, die ihn wegen seiner Aufrichtigkeit schätzten. John Johnson starb am 21. Januar 1900.

BerndT, am 09.04.2013
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Bildquelle:
KFM (Selbstjustiz im Wilden Westen)
jimmywayne / Flickr (Tom Horn - Cowboy und Kopfgeldjäger im Wilden Westen)
carletaorg (Die Doolin-Bande im Wilden Westen)

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