Sitzungskarneval, Straßenkarneval und Bälle - wann ist wo was los?

Offizieller Karnevalsbeginn ist der 11. November. Um diese Zeit gibt es in Köln jede Menge Feiern zum Elften im Elften. Danach wird es bis zum Jahresende, was den Karneval betrifft, erst einmal etwas ruhiger in Köln (zumindest offiziell).

Ab Januar geht es dann mit den Sitzungen los. Jede große Karnevalsgesellschaft hat in der Session mindestens eine Sitzung.

Meistens sind es aber mehr, denn da gibt es neben den großen Prunksitzungen noch die Herrensitzungen, die Damensitzungen (Mädchensitzungen), die Jugendsitzungen oder wie die Vereine ihre Sitzungen sonst noch nennen.

Auch die kleinen Vereine haben je nachdem noch ihre eigene Sitzung. Genau, wie es auch noch etliche Pfarrsitzungen, Vereinssitzungen oder Schulsitzungen gibt.

Figur auf der Schildergasse (Bild: eigene Quelle)

Bis auf ein paar Ausnahmen ist der Sitzungskarneval in Köln an Weiberfastnacht vorbei und es wird um 11.11 Uhr am Heumarkt der Straßenkarneval eröffnet.

Straßenkarneval, das heißt in Köln Straßensitzungen, Festumzüge oder einfach auf der Straße feiern. Aber auch Partys in den Kneipen und auf den Bällen.

Viele Bälle finden in denselben Festsälen statt, in denen vorher die Sitzungen waren. Hierbei geht es allerdings (noch) turbulenter zu, da in jedem Raum andere Musik spielt, wozu dann auch getanzt werden kann. Allerdings brauchen Sie dafür auch Eintrittskarten, die Sie z.B. über kölnticket.de bekommen. 

Drei der angesagtesten Bälle sind

Fest in Blau
Der Ball der "Blauen Funken", der jedes Jahr an Weiberfastnacht im Gürzenich stattfindet.

Medizinerball
Ebenfalls im Gürzenich, findet am Freitag nach Weiberfastnacht der Medizinerball statt.

Paprika-Ball
Der Ball der K.G. Alt-Köllen vun 1883 findet am Karnevalssamstag in den Sälen der Wolkenburg statt.

Mit einem originellen Kostüm zum Karneval nach Köln - etwas mehr als Pappnase und Hütchen sollte schon drin sein

Auch wenn beim Karneval in Köln nahezu jeder verkleidet ist (oder vielleicht gerade deswegen), fällt man mit einem außergewöhnlichen Kostüm immer noch auf.

Deshalb sollten Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen und Ihrer Kreativität etwas mehr als eine Pappnase entlocken.

Wenn Sie in einer Gruppe anreisen, kommt es immer gut an, wenn alle Gruppenmitglieder dasselbe Kostüm tragen. Aber auch wenn Sie alleine losziehen, ist ein originelles Kostüm immer ein Hingucker.

Sollte Ihnen wirklich nichts einfallen, ist die beste Lösung immer noch, sich als Clown zu verkleiden.

Wobei das auf keinen Fall heißen soll, dass dieses Kostüm eine Notlösung ist.

Für viele ist der Clown einfach das Karnevalskostüm schlechthin, das am besten den Spaß und die Freude an den närrischen Tagen ausdrückt.

Neben der Originalität sollten Sie natürlich auch bedenken, welchen Zweck das Kostüm haben soll. Nein, damit meine ich jetzt nicht den Zweck, eventuelle Absichten beim anderen Geschlecht besser ausdrücken zu können (oder auch beim selben Geschlecht, wir sind ja in Köln).

Ich meine damit, dass Sie Ihr Kostüm am besten auch danach auswählen, ob Sie vorhaben eher drinnen oder eher draußen zu feiern. 

D´r Zoch kütt!

Mit diesen Worten kündigt sich das wohl größte Spektakel an, das der Kölner Karneval zu bieten hat: Der Rosenmontagszug.

Dieses Highlight, das jährlich bis zu 1,5 Mio. Narren auf die Straße lockt, sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen, wenn Sie das erste Mal Karneval in Köln feiern.

Aber auch die Umzüge in den Stadtteilen sind sehenswert. Besonders dann, wenn Sie vorhaben, Kinder mit zum Zug zu nehmen. Allen voran sind zu erwähnen, die "Schull- un Veedelszöch", die am Karnevalssonntag durch die Innenstadt ziehen und die Dienstagszüge in Nippes und Ehrenfeld.

Umfassende Informationen zu den Karnevalsumzügen finden Sie auf den Seiten des Kölner Festkomitees >>> koelnerkarneval.de/karnevalszuege/

Karneval im Veedel

Veedel nennt der Kölner sein Viertel. Damit muss nicht unbedingt das ganze Stadtviertel gemeint sein. Es ist einfach das Viertel um ihn herum, in dem er sich wohlfühlt, in dem er zu Hause ist. 

Zugegeben, auch im Veedel kennt schon lange nicht mehr jeder jeden und die Anzahl der Veedelskneipen ist in den letzten Jahren ebenfalls stark zurückgegangen.

Trotzdem sollten Sie bei Ihrem Besuch in Köln auch mal einen Abstecher in eins der Veedel machen. Am besten orientieren Sie sich daran, wo an dem Tag einer der Umzüge stattfindet.

Und sollte in der Kneipe, in der Sie landen, nichts los sein, noch finden Sie ziemlich schnell eine Alternative.

Hier noch ein paar Highlights, die während der Karnevalstage in Köln stattfinden

Eröffnung des Straßenkarnevals
Jedes Jahr an Weiberfastnacht wird um 11.11 Uhr auf dem Heumarkt/ Alter Markt der Straßenkarneval eröffnet.

Historisches Spiel von Jan und Griet an der Severinstorburg
Ein absolutes Highlight an Weiberfastnacht. Die Aufführung der Sage um den Reitergeneral Jan von Werth und seine Griet mit anschließendem Festzug durch die Südstadt.

Kölle Alarm
Karnevalsparty für Teenager von 12 bis 16 Jahren.

Sternmarsch
An dem Freitag nach Weiberfastnacht, ziehen die Veedelsvereine abends zum Alter Markt, um dort gemeinsam zu feiern. Wer früh genug da ist, kann sich einen der begehrten Plätze auf der Tribüne sichern.

Funkenbiwak am Neumarkt
Am Karnevalssamstag veranstalten die Roten Funken auf dem Neumarkt eine Straßensitzung.

Kölschfest
Im Südstadion findet an den beiden Wochenenden vor Karneval und von Weiberfastnacht bis Rosenmontag eine kostenlose Karnevalssitzung in Deutschlands größtem Karnevalszelt statt.

Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei - aber vorher geht es dem Nubbel noch an den Kragen.

Der Nubbel ist eine Strohpuppe, die für alle Sünden aufkommen muss, die während der Karnevalstage begangen wurden. In der Nacht vom Karnevalsdienstag zum Aschermittwoch wird der Sündenbock dann unter lautem Geheule zu Grabe getragen.

Früher hatte fast jede Kneipe ihren eigenen Nubbel, der dann um Mitternacht von den Gästen gemeinsam verbrannt wurde. Das hat aber mittlerweile auch nachgelassen. 

Wenn Sie noch einer waschechten Nubbelverbrennung beiwohnen möchten, dann sollten Sie sich früh genug in die Altstadt oder zum Zülpischer Platz (Kwatier Latäng) aufmachen. 

Dort trauern um Mitternacht noch immer alle Jecken gemeinsam ihrem Nubbel hinterher, bis sie sich einig sind, dass diese Puppe an allem die Schuld trägt, was in den letzten Tagen geschehen ist.

Vom "Fastelovend" und vom "Bütze"

Fastelovend nennt der Kölner seinen Karneval.

Jeck sein bedeutet soviel wie verrückt sein oder albern sein. Der Jeck ist die Person, die diese Eigenschaften besitzt. In Köln ist dieser Ausdruck auf keinen Fall negativ zu verstehen. Der Kölner bezeichnet sich selber als "Jeck" bzw. "jeck" und ist stolz drauf.

Bütze heißt küssen. Bützje oder Bützchen sind Küsschen mit gespitzten Lippen, die zwar reichlich verteilt werden, aber nicht falsch verstanden werden sollten.

Kamelle un Strüßje sind Bonbons und kleine Blumensträußchen, die bei den Karnevalsumzügen geschmissen oder verteilt werden. Als Dankeschön für ein "Strüßje" wird auch hier und da schon mal ein "Bützchen" erwartet.

Leedcher sind Lieder. Davon gibt es unzählige in Köln und die werden (nicht nur) zu Karneval natürlich lauthals mitgesungen.

Kölsch kann man sprechen und trinken.

Müffele heißt so viel wie schmausen. Zu Karneval sollte man hin und wieder "müffele", damit das mit den "süffele" (trinken) besser klappt.

Laache, danze un singe ist lachen, tanzen und singen! Das Wichtigste überhaupt beim Karneval in Köln.

Wenn Sie noch mehr Übersetzungen brauchen, finden Sie auf dieser Seite ein Wörterbuch >>> Akademie för uns kölsche Sproch

Kann man beim Karneval in Köln auch etwas falsch machen?

Sagen wir mal so: Wenn Sie in der Kneipe ein Alt bestellen, laut "Helau" rufen und Ihrem Thekennachbarn erzählen, dass der 1. FC Köln ein Karnevalsverein ist oder wie gut sich Fortuna Düsseldorf macht, sind das nicht die allerbesten Voraussetzungen, um sich beim Kölner Karneval Freunde zu machen. 

Ansonsten heißt es einfach nur: mitsingen, mitschunkeln und ganz viel Spaß haben. 

Kölle Alaaf

Ich hoffe, dieser Text hat Ihnen ein wenig Spaß gemacht, und Sie auf die tollen Tage in Köln eingestimmt. 

Aber natürlich ist Köln nicht nur an Karneval einen Besuch wert. Wenn Sie noch etwas mehr über die Domstadt lesen möchten, dann besuchen Sie mich doch einmal auf meinem Blog >>> Kölner Ecken.

monros, am 29.12.2012
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Bildquelle:
a.sansone (Lechweg - Wie es ist an einem Wildfluss zu wandern)

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