Ich dachte, ich wäre ein Sparfuchs

Eigentlich dachte ich, dass ich ohnehin ein sparsamer Mensch wäre. Doch das da noch mehr geht, überraschte mich.

Mal ganz von vorn. Ich arbeite freiberuflich als Texterin und habe vier Jungs im Alter von 3 bis 14 Jahren. Eine hungrige Meute, die es erstmal satt zu bekommen gilt. Mit etwa 120 bis 150 Euro pro Woche kam ich gut über die Runden. Dazu zählten nicht nur Lebensmittel, sondern auch Kaffee, Haushaltsartikel, Wasch- und Putzmittel und kleinere Schulmaterialien, wie Schreibblöcke und Hefte und so.

Nun verlor ich meinen Job, wo ich das meiste Geld verdiente. Das hat mich erst einmal heruntergezogen. Noch am selben Tag machte ich mich auf die Suche, nach einem neuen Job. Doch die täglichen Bewerbungen haben bisher keinen Erfolg gebracht.

Da bleibt nur noch die Frage: Wie sollen wir über die Runden kommen? Ich war bisher schon sparsam, wie sollte ich denn noch mehr einsparen?

Eine Sendung im Fernsehen zeigte auf, wie eine fünfköpfige Familie mit nur 50 Euro in der Woche auskommt. Ich war überrascht, glaubte aber nicht, dass wir das auch hinbekommen.

Ich wollte es ausprobieren, um wenigstens etwas Geld zu sparen.

So funktioniert das Spar-Konzept

Um zu sparen, muss man mehrere Schritte durchgehen. Es wirkt vielleicht etwas aufwendig, doch die Zeit, die man vorher investiert, spart man später beim Einkaufen wieder ein.

  1. Prospekte durchschauen. Ich habe mich auf lediglich drei Prospekte beschränkt, da ich für diese Geschäfte nicht weit fahren muss oder sowieso daran vorbei komme. Ich möchte ja nicht das gesparte Geld in den Tank stecken. Aus den Prospekten schreibe ich mir heraus, welche Angebote für uns interessant sind.
  2. Überlegen, welche Mahlzeiten in der Woche zu sich genommen werden. Ich orientiere mich an den Angeboten und überlege mir dann weitere kostengünstige Mahlzeiten. Ich koche ohnehin gern und kann auch nur dazu raten, am Besten selbst zu kochen und keine oder wenn nur wenige Fertiggerichte zu verwenden.
  3. Einkaufsliste anhand der Mahlzeiten und der sonstigen gebrauchten Lebensmittel und Haushaltsartikel schreiben. Ich gehe gedanklich durch den Alltag und überlege, was so alles gebraucht wird. Zum Beispiel für die Schulbrote und Getränke. Ansonsten habe ich einen kleinen Zettel an meinem Kalender hängen. Wenn ich merke, dass das Salz oder irgendetwas anderes bald alle ist, schreibe ich es gleich auf. So verhindere ich, dass ich noch einen weiteren Einauf erledigen muss.
  4. Einkaufen. Es wurde in der Sendung empfohlen, die Kinder mitzunehmen, damit sie dabei das Sparen lernen. Aber hier sollte das jeder für sich entscheiden. Meinen Kleinen nehme ich nicht mit, der würde bei jeder Süßigkeit fragen, ob er die haben darf und das lenkt nur ab. Den Großen habe ich von der Sparaktion erzählt und ihnen gesagt, dass sie ihr eigenes Geld mitnehmen müssen, wenn sie mitkommen und etwas Besonderes haben wollen. Alternativ kann man größeren Kindern einen Euro in die Hand drücken und ihnen sagen, dass sie sich etwas davon aussuchen können.

1. Woche - ich komme aus dem Staunen nicht heraus

Da meine Werbeprospekte für gewöhnlich direkt vom Briefkasten im Müll landeten, musste ich im Internet nachschauen, was gerade im Angebot ist. Bisher hatte ich mich beim Einkaufen davon überraschen lassen und die Mahlzeiten danach ausgerichtet.

Dieses Mal überlegte ich mir vorher den Speiseplan für die ganze Woche. Der Vorteil war schnell klar. Lebensmittel, die nicht bei einer Mahlzeit verbraucht werden, können für eine andere verwendet werden. So hatte ich zum Beispiel Senf-Eier mit Pellkartoffeln geplant, weil ich noch so viele Eier da hatte. Die Kartoffeln wurden dann noch für den Freitag verwendet, an dem es Sahnehering mit Pellkartoffeln gab.

Manches, wie Brot und Wurst ließ sich schwer einschätzen, weil meine Jungs nicht immer gleich viel Hunger haben. In dieser Woche hatte ich von beidem zu viel gekauft.

Meinen Einkauf beschränkte ich auf zwei Geschäfte in der Nähe. Die Kinder wurden über die Sparaktion informiert. Ich habe ihnen gesagt, dass ich die ganze Woche nicht mehr einkaufen werde und wenn etwas alle ist, sie bis zum nächsten Einkauf warten müssten. Das hat mir auf jeden Fall Gemurre erspart. Denn sonst kamen sie bei jeder Kleinigkeit angelaufen und waren enttäuscht, wenn ich nicht schon am nächsten Tag, wieder ins Geschäft wollte.

Zusätzlich habe ich in den Kalender eingetragen, an welchem Tag, es welche Speise gibt. So hat jeder in der Familie eine Übersicht.

Überrascht war ich sehr über den Einkaufspreis, denn der lag bei etwa 70 Euro. Ich kann es immer noch nicht fassen und freue mich sehr darüber.

2. Woche - Dieses mal wird viel benötigt

Wie es immer so ist, wenn das Klopapier alle ist, braucht man auch Küchenpapier, Wasch- und Putzmittel. So etwas scheint immer gleichzeitig alle zu sein. So auch bei uns, da wird es definitiv nichts mit 70 Euro. Gespart wird aber trotzdem.

Zum Glück war das Waschmittel im Angebot, außerdem der Maschinenreiniger, Vollkornbrot, Brunch und ein paar Süßigkeiten, die es als kleines Leckerli mit in die Brotdosen für die Schule gibt. Zusätzlich habe ich eine riesige Zucchini geschenkt bekommen.

Geplant sind somit:

  • Nudeln mit Käsesahnesoße
  • Zuchinisuppe
  • Eierkuchen mit Apfelstücken
  • überbackene Brunch-Brote (hab ja ganz viel Brot übrig)
  • Brötchen mit Backfisch
  • Grießbrei mit Erdbeeren
  • Sonntag sind wir auswärts und tragen dort zu einem Buffet bei

Insgesamt habe ich 80 Euro ausgegeben. Wieder deutlich unter meinem normalen Wochenpreis.

Diese Woche habe ich gemerkt, dass ich in den Prospekten genauer hinschauen sollte, weil manche Angebote erst ab bestimmten Wochentagen gelten. Da werde ich besser planen müssen.

Außerdem überkam mich irgendwann das Verlangen, doch noch etwas nachzukaufen, aber ich konnte dem Trotzen. Mal sehen, ob ich auch weiter so tapfer durchhalte.

3. Woche - Und kein Bock mehr

Voller Elan setzte ich mich wieder am Sonntag mit den Prospekten hin, um nach Angeboten zu schauen. Aber irgendwie, war kaum etwas Interessantes für uns dabei. Lediglich ein paar Kleinigkeiten. Da kam mir zum ersten Mal das Gefühl auf, dass ich keine Lust mehr habe, alles vorzuplanen. An Geld mangelts mir aber trotzdem, also zog ich die Sache durch.

Für diese Woche sind geplant:

  • Eierkuchen mit Apfelstücken (fiel letzte Woche wegen eines Zwischenfalls aus)
  • Leberkäse mit Kartoffelbrei und Zwiebeln
  • Pellkartoffeln mit Kräuterquark
  • Tortelliniauflauf
  • Burger (natürlich selbstgemacht)
  • Thunfischpizza
  • Nudelsalat und Würstchen

Ich habe insgesamt 90 Euro ausgegeben. Wenn ich meine Strategie nicht verbessere, spare ich nicht genug.

Bei Netto habe ich eine Zeitschrift für 66 Cent gekauft, in der sich Coupons befinden. Ich bin das Risiko eingegangen und freue mich über die Ersparnisse, die ich dann nächste Woche habe. Es enthält nämlich einige Coupons, bei denen ich zwei Artikel zum Preis von einem bekomme. Außerdem Einkaufsgutscheine im Wert von 1 und 3 Euro. Kein riesen Gewinn, aber wieder eine Ersparnis.

In dieser Woche muss ich zugeben, dass mich dieses Projekt ziemlich frustet. Erst die wenig brauchbaren Angebote, dann habe ich beim Einkaufen nicht alles bekommen, was ich brauchte und zu guter letzt habe ich noch mehr, als in den vergangenen Wochen ausgegeben.

Ich spare aber immer noch, deshalb werde ich weiter machen. Zudem kaufe ich nicht gerne ein und genieße es, dass ich nach den zwei riesen Einkäufen ein wenig Ruhe habe und nicht ständig darüber nachdenke, was ich morgen noch besorgen muss.

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