Die Kupfermühle entstand an der Krusau als ein mit Wasserkraft betriebenes Hammerwerk zur Metallverarbeitung. Die Rohstoffe konnten über den nahen Hafen der Stadt Flensburg angeliefert werden. Und über diesen Weg fand auch ein Teil der Erzeugnisse seinen Bestimmungsort im Königreich Dänemark.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich in Kupfermühle ein Kupfer- und Messingwerk, das um 1800 der größte Industriebetrieb im Herzogtum Schleswig war. Dieses Werk arbeitete auch nach Abtrennung des Herzogtums Schleswig vom Königreich Dänemark 1864 weiter. Auch die beiden Weltkriege überstand das Werk. Doch 1962 schlossen sich die Tore der "Crusauer Kupfer- und Messingfabrik" zunächst für immer.

Sammler Gisela und Bodo Daetz

Seit der Schließung der Kupfermühle sammelten Gisela und Bodo Daetz alles, was einen Bezug zur Geschichte der Fabrik und des Ortes hat. 1997 eröffneten sie das private "Kobbermølle Museum" im Pförtnerhaus. 2002 zog diese Ausstellung in das "Turmhaus" um. Seit Juli 2014 sind diese Sammlung und weitere aus anderen Schenkungen stammende Exponate in den renovierten Industriehallen ausgestellt.

Wasserrad der Kupfermühle

Wasserrad der Kupfermühle (Bild: Harald Rossa)

Industriemuseum Kupfermühle

Über 50 Jahre blieben die Tore der Kupfermühe geschlossen. Dann bemühte sich der Förderverein "Industriemuseum Kupfermühle e.V." um das Industriedenkmal. Dabei wurde die Sammlung der "Gisela- und-Bodo-Daetz-Stiftung-Kupfermühle" zum Grundstock für die Ausstellung im Industriemuseum.

Am 2. Juli 2014 kehrte dann endlich wieder neues Leben in die alten Hallen ein: Das Industriemuseum Kupfermühle öffnete seine Pforten für Besucher. In den drei vollständig renovierten historischen Hallen präsentiert das "Industriemuseum Kupfermühle" die Geschichte des Kupfer- und Messingwerks, seine technische Entwicklung und die des Ortes Kupfermühle.

In der Halle 1 befinden sich der Empfangsbereich und die Sammlung des Museums, die Museumspädagogik mit einem Multimediaraum. Hier beginnt auch der historische Rundgang. In der Halle 2 sind die Werkstatt im Turbinenhaus mit ihren zwei Essen sowie die Maschinen des 19. und 20.Jahrhunderts zu bewundern. Hier gibt es auch den Zugang zum Wasserrad. In der alte3 Maschinenhalle 3 steht die denkmalgeschützte 700 PS starke Dampfmaschine von 1933, eine Sammlung von Dampfmaschinenmodellen und das rekonstruierten Hammerwerk.

Die Siedlung Kupfermühle

Neben dem Museum lohnt auch ein Rundgang durch die Siedlung mit den alten Arbeiterhäusern, den Verwaltungsbauten und Teilen der Direktorenhäuser. Ende des 17. Jahrhunderts war das alte "Turmhaus" das erste Direktorenhaus. Dieses besondere Ensemble von historischen Bauten rette auch das Ehepaar Gisela und Bodo Daetz. Sie kauften die alten Arbeiterhäuser und gründeten die "Gisela-und-Bodo-Daetz-Stiftung Kupfermühle". Diese Häuser mit 36 Wohnungen wurden über mehrere Jahre restauriert und erstrahlen heute in einem besonderen Glanz., in denen sich 36 Wohnungen befinden.

Anreise

Kupfermühe liegt direkt an der deutsch-dänischen Grenze am Grenzübergang nach Kruså, deutsch Krusau. Mit dem Auto der B 200 um Flensburg herum folgen und die letzte Abfahrt vor dem Grenzübergang nehmen.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln geht es ab Bahnhof Flensburg mit der Buslinie 1 in Richtung Richtung Krusau (DK) bis zur Haltestelle Kupfermühle Kiosk. Von dort sind es nur wenige Schritte bis zum Industriemuseum.

Mehr zum Thema

Susanne Rudloff: Kupfermühle. Das Kupfer- und Messingwerk an der Krusau. Vom Hammerwerk zum Industriebetrieb. Museum Sonderjylland Cathrinesminde Teglvaerk, 2011, ISBN 978-87-89984-31-5

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228 Seiten
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