Meiler – mühevoll errichtet, leidenschaftlich abgebrannt

Nun schichten die feuerbegeisterten Harzbewohner nicht einfach nur Holz auf und verbrennen es. Nein, hier pflegen die Beteiligten allerorts spezielle Rituale und Traditionen noch, bevor die ersten Flammen züngeln. Dabei ist es egal ob die Osterfeuer nach heidnischem Brauch den Winter verjagen, im Holz versteckte Schädlinge vernichten oder der christlichen Tradition folgen. Sie wärmen Körper und Herz, sind Gaudi und Grund genug für gesellige Treffen am Feuer .

Auch kleine Feuer können wärmen.

(Bild: Eigenwerk)

 

 

 

Lange und gründlich bereiten sie ihre Ostermeiler vor, verwenden dabei zumeist Fichtenholz. Mit Baumstämmen errichten die Einen pyramidenartige, andere kegelförmige Konstruktionen. Kunstvoll werden die viele Meter hohen Gebilde mit Fichtenreisig aufgefüllt und gut bewacht, damit sie wirklich erst Ostersamstagabend abbrennen. Dann steigt zunächst dichter Rauch auf, Fackelschwinger und Schwarzmacher sorgen für mystische Stimmung bis der Meiler endlich lichterloh brennt.

Altenauer Bruchbergsänger heizen ein

Das Osterfeuer der Bergstadt Altenau wird traditionell auf der Skiwiese Rose angezündet. Die, im Ort beheimateten, "Bruchbergsänger" bereiten das Osterfeuer vor und sorgen während es brennt für den musikalischen Rahmen. Sicher wird auch das eine oder andere Bier dabei getrunken, den Altenau ist der einzige Oberharzer Ort mit einer Brauerei, besichtigen und verkosten ist möglich. Dazu präsentiert das Städtchen einen duftenden Kräuterpark, in dessen Gewürzpagode Bilder die Geschichte der Gewürze veranschaulichen. Am Ostersamstag und Ostersonntag zelebrieren die Saunameister des Thermalbades "Heißer Brocken" spezifische Osteraufgüsse.

Lodernde Feuer um Clausthal-Zellerfeld

Auf den Höhen um die alte Bergbaustadt Clausthal-Zellerfeld lodern ebenfalls beeindruckende Osterfeuer. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, wenn die Meiler auf den Bockswiesen, dem Schützenplatz und dem malerischen Ortsteil Buntenbock in Flammen stehen. Ein Bummel bei Tageslicht erschließt dem Kurzurlauber die romantische Schönheit der Universitätsstadt. Auffällig schön sind die farbenfrohen, Zweiflügeltüren der sonst schnörkellosen Bürgerhäuser. Im Stadtbild finden sich interessante Spuren der Ortsgeschichte wie der Kunsthandwerkerhof Alte Münze und die beiden evangelischen Kirchen.

Viele Feuerstellen in Osterode am Harz

Zahlreich sind die Ostermeiler in Osterode. Allein die Bewohner des Ortskerns bauen fünf Meiler auf, dazukommen rund elf Feuerstellen der umliegenden Ortsteile. Doch die Reise nach Osterode am Harz lohnt nicht nur der Feuer wegen. Wenn, wie 2014, Ostern im April ist, bietet die Vogelstation im Wald ein tolles Ausflugsziel für alle Generationen. Mehr als einen Blick wert ist das barocke Rathaus, das früher als Kornspeicher diente und das Kommandantenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Mit seinen kunstvollen Schnitzereien und auffälligem Fachwerk fällt auch das Ritterhaus angenehm auf.

Zwei Ziele für den Osterspaziergang im Harzstädtchen Stolberg
Schloss Stolberg

Schloss Stolberg (Bild: Eigenwerk)

Josephskreuz auf dem Großen Auerberg (Bild: Eigenwerk)

Österliches Spektakel in Stolberg

Am Rittertor in Stolberg präsentiert Fleischermeister Kulbe das örtliche Osterfeuer. Ergänzt wird das heiße Spektakel mit Köstlichkeiten vom Grill und ausreichend Getränken. Als Ziele für den Osterspaziergang empfiehlt sich das oberhalb der Stadt gelegene Schloss oder das Josephskreuz. Letzteres thront auf dem 580 Meter hohem Großen Auerberg und gilt als wohl größtes Doppelkreuz der Welt. Über 200 Stufen gelangen Besucher auf die Aussichtplattform und schauen, bei guter Sicht, bis zu den Domtürmen von Magdeburg.

Alle Termine und Orte der Harzer Osterfeuer finden Sie hier.

 

 

 

 

Auch im Harz werden Osterbrunnen traditionell geschmückt. In manchen Jahren fällt noch Schnee darauf.

Osterbrunnen in Hahnenklee (Bild: Eigenwerk)

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