Das Stammschloss der Askanier

Im 11. Jahrhundert stand auf dem heutigen Schlossberg das Stammschloss der Askanier, deren Graf Esico dort ein Kollegialstift gründete. Seither war das Stift ein Benediktinerkloster, wütende Bürger stürmten es während des Bauernkrieges, nach der Säkularisierung war es Witwensitz und Sommerresidenz der Fürstenfamilie. Später residierten die Herzöge wieder eine Zeit lang dort, bis sie abdanken mussten, das Märchenschloss wurde zunächst Privatwohnung, dann Militärlazarett und Ingenieurschule. Bewegende Ereignisse und der Lauf der Zeit haben ihre Spuren hinterlassen, nach 1990 sanierte und restaurierte die Stadt Ballenstedt als neuer Eigentümer das Schmuckstück.

 

(Bild: Eigenwerk)

Ein Blick in den Schlosshof Ballenstedts, das linke Bild zeigt den schönen Erker am Nordflügel des Schlosses (Bild: Eigenwerk)

Auf den alten Klostermauern entstand im 18. Jahrhundert das barocke Schlossensemble, das uns heute so beeindruckt. Die Dreiflügelanlage nutzt den Westriegel der Klosterkirche als Schlossturm, schmückt sich mit einem prächtigen Erker und birgt in der Krypta das Grab des Grafen Albrecht der Bär. Zu den zugänglichen inneren Werten des Schlosses zählen Römerzimmer, eine Ausstellung über die frühen Askanier und Holzskulpturen im Südflügel. Zudem bewährt sich restaurierte Schlosskirche regelmäßig als stimmungsvolles Ambiente für Trauungen. Etwas bescheidener wirkt das ehemalige Bethaus, es wird als Schlosskapelle für die Gottesdienste der Gemeinde genutzt.

Schlossansicht von der Parkseite (Bild: Eigenwerk)

Ausgang zur Stadt (Bild: Eigenwerk)

Der Schlosspark – Teil der Gartenträume Sachsen - Anhalts

Während das historische Schlossgemäuer zur touristischen "Straße der Romanik" gehört, zählt der Schlosspark Ballenstedts zu dem Projekt "Gartenträume - Historische Parks" in Sachsen-Anhalt. Wahrscheinlich nahm der idyllische Landschaftspark seinen Anfang in den Obst- und Küchengärten unterhalb des Schlosses.

Knorrige Bäume stehen am Teich im Ballenstedter Schlosspark (Bild: Eigenwerk)

Ein Spaziergang in diesem alten Parkteil führt unter den Kronen knorriger Bäume an Teichen entlang, vorbei an der ehemaligen Schlossmühle und dem gusseisernen Löwen. Vor allem besticht der inzwischen 29 Hektar große Park aber mit seiner viel gerühmten Wasserachse. Peter Joseph Lenné lieferte die Entwürfe für die Anlage mit Terrassen und Wasserbassins, Treppen und Fontänen. Verträumte Brücken überspannen die dahinplätzschernden Wasserläufe, bis zu 16 Meter hoch speit der ungeheuerliche Lindwurm sein Wasser.

Übrigens: Seit einigen Jahren veranstaltet Ballenstedt am 1. Mai einen Lauf- und Walk-Tag. Start und Ziel ist dabei die historische Schlossmühle im Schlosspark.

Wasser speiender Lindwurm im ...

Wasser speiender Lindwurm im Schlosspark Ballenstedt (Bild: Eigenwerk)

Die Allee - der Weg in die Altstadt Ballenstedts

Blick aus dem Schlosshof auf die Allee (Bild: Eigenwerk)

 

Wohl jeder, der den Schlosshof in Richtung Stadt verlässt, verharrt an dem hölzernen Ausgangstor, ist von dem Blick auf die herrliche, von Bürgerhäusern gesäumte Allee überwältigt. Nach wenigen Schritten zieht dann der Schlossplatz die Aufmerksamkeit auf sich. Hier tut sich das Schlosstheater besonders hervor, sein Baustil heißt frühklassizistisch, als Hoftheater ist es bekannt geworden noch heute gilt es als Kleinod unter den noch bespielbaren Theatern seiner Art.

Auf der schnurgeraden Kastanienallee, entlang schmucker, Häuser führt nun der Weg zu den sehenswerten Gebäuden der Altstadt. Dort am Rathausplatz 1 lässt sich das historische Herrenhaus der Oberhof bewundern. Es besteht aus drei Flügeln, wurde, um 1500, aus Bruchsteinen gebaut und im Renaissancestil gestaltet. Das repräsentative Anwesen befindet sich wieder im Besitz der Familie von Alvensleben und ist ein kultureller Veranstaltungsort. Weitere Glanzpunkte der Ballenstedter Innenstadt sind das Rathaus und das Badehaus am Stadtpark. Zudem haben sich Teile der alten Stadtbefestigung erhalten, so der einzeln stehende Unterturm und der Marktturm.

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