Häusermeer in Hong KongVorbildlich bemüht um neue Besucher ist die Hongkong Tourist Association. Prospekte in deutscher und englischer Sprache zu den verschiedensten Themen werden bereits an Bord nach der Ankunft verteilt. Was wird nicht alles angeboten und empfohlen: Sonderprospekte über Strandbesuche, Busfahrten zu den ländlichen Gebieten in den New-Territories, über Macao-Besuche mit dem Tragflächenboot, Spaziergänge zu touristisch interessanten Schwerpunkten, Fahrten mit der Bahn zur chinesischen Grenze, über Spezialitäten-Restaurants im nächtlichen Hongkong und über Geschäfte, die mit Kunst und kunstgewerblichen Erzeugnissen handeln. Die Kronkolonie hat so viele faszinierende Seiten, dass der Besucher überwältigt ist von der Vielfalt der Vorschläge. Mit etwas Vorbereitung kann man den Landausflug in Hong Kong gut auf eigene Faust bewältigen.

Das Hong Kong Ocean Terminal in Victoria Harbour liegt sehr günstig. Zwei Tage lag unser Kreuzfahrtschiff an der Pier an der Südspitze des Festlandes. Dieser 1966 fertiggestellte Schiffsanlegeplatz für Passagierschiffe zählt zu den modernsten und größten in der Welt. Angeschlossen ist dem Terminal ein mehrstöckiges Einkaufszentrum mit über 150 Geschäften, Restaurants, Cafeterias, Banken, Reisebüros sowie einem Postamt. Rolltreppen erleichtern den Etagenwechsel. Vom Dach des riesigen Bauwerkes hat somit der Besucher einen vorzüglichen Panoramablick auf die ausgedehnten Hafenanlagen und auf die gegenüberliegende Insel Hongkong mit den zahlreichen Wolkenkratzern der Hauptstadt Victoria City.

Nach wenigen Schritten sind wir schon im Einkaufszentrum mit einem Warenangebot, das von der kostbaren Perlenkette bis zur kompletten Wohnungseinrichtung reicht. Ohne Formalitäten werden in einer Bankfiliale die Euro in Hongkong-Dollar umgewechselt. So verwirrend groß ist dieses Ocean Centre mit der anschließenden Harbour City nebst weiteren Läden, Ausstellungsräumen und Tausenden von Parkplätzen, dass sich fast alle Passagiere, die erstmals hier sind, in diesem Mini-Stadtteil verlaufen. Außergewöhnlich umfangreich ist der Besucherstrom, der vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein durch dieses luxuriös ausgestattete Einkaufsparadies flutet. In unmittelbarer Nähe unseres Kreuzfahrtschiffes liegt die Star Ferry Pier, von wo die Fähren in Minutenabständen zur Insel Hongkong abfahren, sowie der ZOB, von dem die meisten Buslinien starten. Nirgendwo vorher auf unserer Asien Kreuzfahrt hatten wir einen so günstigen und zentralen Liegeplatz wie hier.

Endlos ist der Passantenstrom, der sich durch die naheliegende Salisbury Road in Richtung Nathan Road wälzt. Vier Kilometer lang ist diese bedeutendste und am meisten besuchte Geschäftsstraße von Kowloon. Ohne Übertreibung kann ich behaupten, dass in der Nathan Road mit den unzähligen Läden und den auffälligen Reklametafeln alles zu haben ist, was sich der einheimische oder fremde Käufer nur wünschen kann. Hotels, Restaurants, Kinos bieten kulinarische und visuelle Genüsse in unübersehbarer Vielfalt. Hinzu kommen die Textilgeschäfte mit einer reichen Auswahl von Stoffen aus Wolle, Baumwolle und Seide. Innerhalb von 24 Stunden liefern die Schneider tadellos sitzende Maßkleidung bei nur einer Anprobe. Da wir genügend Zeit haben, nutzen viele Passagiere diese Gelegenheit aus, sich neu einzukleiden. Sogar Toupets und Perücken werden bestellt oder gleich mitgenommen. Alle Verkäuferinnen sprechen fließend Englisch. Bevorzugt gekauft werden von den Kunden vor allem China-Seide, Porzellan und chinesische Souvenirs zu günstigen Preisen. Unvorstellbar, dass ein Besucher bei diesem gewaltigen Warenangebot ohne Einkauf abreist. Längst ist dieser Freeport zum beliebtesten Supermarkt auf dem Globus geworden.

Für den Abend haben wir einen Landausflug an Bord gebucht. Es gibt ein chinesisches Menü auf einer malerischen Dschunke. Im Yachthafen von Aberdeen, auf der Südwestseite der Insel Hongkong, gehen wir auf das schwimmende Restaurant. Üben müssen wir das Essen mit zwei Stäbchen. Serviert werden nach und nach sechs verschiedene Gänge, die recht schmackhaft sind. Chinesischer Tee, der von dem aufmerksamen Steward auf Wunsch nachgeschenkt wird, beschließt das Menü. Durch die großen Fenster erkenne ich eine Vielzahl von Booten und Dschunken, die hier verankert sind. Der Steward erzählt, dass etwa 20000 Menschen seit Generationen auf diesen Schiffen leben. Die Männer sind zumeist Fischer oder Arbeiter, die auf den um Aberdeen liegenden Werften ihr Geld verdienen. Auf dem örtlichen Fischmarkt werden ständig fangfrische Fische an die Bewohner verkauft. Fremdartig und ungewöhnlich ist die anschließende kurze Rundfahrt auf einer kleinen Sampan durch die schmalen Gänge zwischen den über 3000 Dschunken. So vielfältig sind die ständig wechselnden Motive, dass die Auslöser der Fotoapparate unentwegt klicken.

Am nächsten Tag bummle ich noch ein wenig über den Nathan Road. Das Shoppingfieber hat mich gepackt. Am Südende der Nathan Road liegt das exklusive Sheraton Hongkong Hotel. An der Außenfassade dieses imposanten Baues läuft ein gläserner Lift bis zur 13. Etage hinauf. Jeder Hotelbesucher kann ihn kostenlos benutzen. In der im 13. Stockwerk befindlichen Lounge suche ich mir einen Fensterplatz und genieße die interessante Aussicht auf das Hafengelände mit dem lebhaften Schiffsverkehr. Auf dem Rückweg zum Ocean Terminal komme ich an dem Eingang des Luxushotels Peninsula in der Salisbury Road vorbei. 340 Zimmer mit jedem Komfort stehen zahlungskräftigen Gästen zur Verfügung. Wie mir ein dort wartender deutscher Fluggast erzählt, werden die hier wohnenden Touristen und Geschäftsleute mit einem Rolls Royce vom Flughafen abgeholt und wieder zurückgebracht. Am nächsten Tag geht die Kreuzfahrt Asien weiter. Nach Hong Kong werde ich sicher nochmal zurückkehren. Falls Sie ebenfalls Lust auf eine Asien Kreuzfahrt bekommen haben: Routen und Preise finden Sie bei Seereiseplanung.de.

Autor seit 6 Jahren
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