Über die Schreibweise ist man sich nicht ganz einig. Heißt es nun Plinze oder Plinsen? Fakt ist, dass der Begriff aus dem sorbischen Sprachschatz übernommen wurde. Mit "plinc" werden hier alle flach in einer runden Pfanne beidseitig ausgebackenen Eierkuchen bezeichnet, die vor allem aus Milch, Mehl und Eiern bestehen. Die meisten kennen sie unter dem Namen Eierkuchen, Omelett oder Palatschinken. Zu einer besonderen Delikatesse werden sie durch die Zugabe von Hefe oder Buttermilch und natürlich durch eine individuelle Füllung. In der Lausitz, wo die Sorben ihre Heimat haben, werden sie vor allem zum Nachmittagskaffee verzehrt, stellen aber durchaus auch eine eigenständige Hauptmahlzeit dar. Überliefert sind sicher verschiedene Zubereitungsmethoden. Hier die Grundrezepte:

Lausitzer Hefeplinze / Hefeplinsen sind eine Delikatesse

Zutaten: 

  • 1 ¼ Liter Milch
  • 75 Gramm (2 Würfel) Hefe oder zwei Beutel Trockenbackhefe
  • 750 Gramm Mehl
  • 5 Eier
  • 100 Gramm Zucker
  • 1 Prise Salz
  • Ausbackfett

Zubereitung:

 

  1. Die Hefe wird mit dem Zucker in ¼ Liter lauwarmer Milch aufgelöst. In der Zwischenzeit das Mehl in eine Schüssel sieben, in eine Vertiefung die lauwarme Hefemilch gießen und die Schüssel mit einem Tuch bedecken. Für etwa 20 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  2. Die restliche Milch auch anwärmen bis sie lauwarm ist. Nach den 20 Minuten die Eier in die aufgegangene Teigmasse geben, die lauwarme Milch und die Prise Salz dazugeben und alles zusammen mit einem Holzlöffel gut verrühren bis eine glatte Plinzmasse entsteht.
  3. Jetzt die Schüssel wieder mit einem Tuch bedecken und noch einmal für etwa 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Danach kann gebacken werden.
  4. Traditionell werden die Hefeplinze nur mit Speck ausgebacken. Dazu wird die Pfanne vor jeden Backvorgang mit einem Stück Speck eingerieben. Dann die Plinzmasse mit einer Schöpfkelle in die Pfanne geben und gleichmäßig verteilen.
  5. Von beiden Seiten goldbraun backen und am besten noch warm verzehren. Sie schmecken am besten, wenn man sie mit brauner Butter bestreicht und mit Zimt und Zucker überstreut.

 

 

Leckere Hefeplinze
Hefeplinze

Hefeplinze (Bild: H. Schultz)

Lausitzer Buttermilchplinze / Buttermilchplinsen sind luftig und locker

Zutaten:

  • 1 Liter Buttermilch
  • 16 leicht gehäufte Esslöffel Mehl
  • 1 Teelöffel Natron
  • 3 Eier
  • 4 Esslöffel Zucker
  • 1 Prise Salz
  • Ausbackfett

 Zubereitung: 

  1. Buttermilch, Eier, Zucker und Salz in eine Schüssel geben. Den Teelöffel Natron im Mehl verrühren und ebenfalls in die Schüssel geben. Durch die Zugabe von Natron werden sie besonders locker. Alles zusammen kann mit dem Rührbesen eines Mixers verrührt werden.
  2. Den Teig etwa eine halbe Stunde ruhen lassen.
  3. Auch die Buttermilchplinze werden traditionell mit Speck ausgebraten und schmecken auch dem, der sonst Buttermilch verabscheut.
als Belag Butter mit Zucker und ...

als Belag Butter mit Zucker und Zimt - kalorienreich aber lecker (Bild: H. Schultz)

Fettarm backen und kalorienreich belegen

So richtig schmecken die Plinze natürlich erst mit dem richtigen Belag. Wenn man sie althergebracht nur mit Speck ausbäckt, nehmen sie während des Backvorgangs nicht viel Fett auf. Und das ist auch gut so, denn der schmackhafte Belag bringt jede Menge Kalorien mit sich. Beide Sorten schmecken am besten mit einem Belag aus brauner Butter mit Zimt und Zucker. Der Lausitzer rollt die Plinze zusammen und beißt dann beherzt in die Rolle hinein. Aber auch mit anderen süßen Belägen wie Zucker, Apfelmus, Pflaumenmus, Marmelade oder Schokocreme sind die runden Küchlein ein Genuss. Wer es lieber herzhaft mag, der kann Schinken mit Käse oder Gemüsevariationen mit einrollen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Selbst kalt schmecken die Plinze noch hervorragend.

Die Lausitz ist eine Region in Deutschland und Polen. Sie umfasst den Süden Brandenburgs und den Osten des Freistaates Sachsen sowie Teile der polnischen Woiwodschaften Niederschlesien und Lebus. Die Lausitz gliedert sich von Nord...
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