Quitten sind eigentlich eine Frucht, die besser in südlichen Ländern gedeiht. Während man sie dort gleich vom Baum essen kann, sind sie in unseren Breiten eher hart und körnig, so dass man sie roh eigentlich nicht genießen kann. Doch es gibt einige Möglichkeiten, die Frucht zu verwenden, obwohl sie einen gewöhnungsbedürftigen intensiven Geschmack hat. In den letzten Jahren ist die Quitte in Deutschland wiederentdeckt worden und man spürt hin und wieder Quittenprodukte wie Saft oder Gelee in den Läden auf.

Birnenquitte

Wie sieht eine Quitte aus?

Quitten gibt es in Apfel- oder Birnenform, wobei letztere weicher, saftiger und lieblicher schmeckt. Reife Quitten erkennt man an ihrer gelben Farbe, die allerdings mit einem leichten Flaum bedeckt ist. Das Fruchtfleisch hat eine leicht rötliche Farbe, ist sehr fest und deshalb besser im verarbeiteten Zustand genießbar. Reife Quitten duften intensiv nach einer Mischung aus Äpfeln und Zitronen und werden deshalb auch gern einfach zur Dekoration in einen Raum gelegt, wo sie ein angenehmes Aroma verbreiten. Quitten enthalten viel Vitamin C sowie Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor. Außerdem haben sie einen hohen Pektingehalt und sind deshalb bestens zur Verarbeitung als Gelee geeignet. Hier ein paar Anregungen für die Verwendung dieser besonderen Frucht.

Alles über Quitten

Die Quitte, die einzige Pflanzenart innerhalb der Gattung Cydonia, gehört zu den Kernobstgewächsen in der Familie der Rosengewächse.

Quittengelee

Für alle Rezepte gilt, dass den Quitten vor der Verarbeitung der wollige Überzug mit einem festen Wolltuch abgerieben werden sollte. Die Früchte werden dann geschält und von ihrem Kerngehäuse befreit.

 

Für das Quittengelee werden die Früchte klein geschnitten und mit so viel Wasser weichgekocht, dass sie gerade bedeckt sind. Über ein Sieb lässt man den Saft ablaufen. Das übrige Fruchtfleisch wird nicht entsorgt, sondern später zu Quittenbrot verarbeitet (siehe unten). Zu einem Liter Quittensaft gibt man ein Kilogramm Zucker und kocht dieses Gemisch so lange, bis es anfängt zu gelieren. In Quitten ist normalerweise soviel Pektin enthalten, dass man keinen Gelierzucker benötigt. Mit Gelierzucker ist das Gelee in 3-4 Minuten fest genug, mit normalem Haushaltszucker braucht es etwas länger. Zur Sicherheit führt man dann die sogenannte Gelierprobe durch, wobei man etwas Gelee auf einen kleinen kalten Teller gibt. Wird das Gelee fest, ist es fertig und kann nun in Gläser abgefüllt werden. Am besten verwendet man Gläser mit einem Schraubverschluss.  Es empfiehlt sich, die Deckel vor dem Verschrauben kurz auszukochen, dann einfach über die mit heißem Gelee gefüllten Gläser schrauben. Während des Abkühlvorgangs verschließen sich die Gläser ganz automatisch fest zu. Das Fruchtfleisch verwendet man nun zur Herstellung von Quittenbrot.

Quittenbrot

Das Quittenbrot ist kein Brot im eigentlichen Sinne, sondern eine süße Leckerei. Das übrig gebliebene Fruchtfleisch von der Geleeherstellung wird nun durch ein Sieb passiert oder mit dem Pürierstab zu Mus verarbeitet. Das Mus wiegt man aus, denn es muss mit exakt der gleichen Menge Zucker vermischt werden. Alles in einen Topf geben und etwa eine Stunde zu einer dickbreiigen Masse eindicken. Günstig wäre hier ein antihaftbeschichteter Topf, weil die Masse genau wie Pflaumenmus dazu neigt, anzubrennen. Das ganze streicht man dann etwa 2 cm dick auf ein mit Back- oder Pergamentpapier ausgelegtes Backblech und lässt es dann etwa 2-3 Tage an einem warmen und luftigen Ort trocknen. Beim Erkalten wird die Masse vollkommen fest, so dass man sie dann in Würfel scheiden kann. Zum Schluss werden die Würfel in Zucker gewälzt und können in einer gut schließenden Dose aufbewahrt werden.

Quittensirup

Wenn Sie auch im Winter einen fruchtigen Saft haben möchten, kann man die Quitten auch zu Sirup verarbeiten und bei Bedarf mit Wasser verdünnen. Für den Quittensirup werden 1 kg geschälte und vom Kerngehäuse befreite Quitten in Stückchen geschnitten und mit wenig Wasser ca. 15 Minuten gekocht. Dann das ganze durch ein Sieb drücken und den Saft auf die Hälfte einkochen. Abschließend 500 g Zucker hinzu geben und genauso wie das Gelee in Gläser oder Flaschen abfüllen. Es können Glasflaschen aus dem Haushalt verwendet werden wie zum Beispiel alte gereinigte Ketchup- oder Grillsoßenflaschen o.ä.

Wer mag kann mit dem Quittensirup auch das eine oder andere alkoholische Getränk verfeinern.

Autor seit 6 Jahren
99 Seiten
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