Los Angeles in Kalifornien

Los Angeles in Kalifornien (Bild: 12019 / Pixabay)

Der Schulmeister William Ide proklamierte die Unabhängigkeit Kaliforniens

Bis 1840 beherbergte Los Angeles genügend Bewohner - freiwillige und unfreiwillige -, um sich eine Stadt oder "Ciudad" nennen zu können. Sie hatte sich wegen der Schönheit ihrer Lage und als die größte Anhäufung von Spielern, Dieben, Herumtreibern und Halsabschneidern der Neuen Welt einen Namen gemacht. 1846 proklamierte der Schulmeister William Ide die Unabhängigkeit Kaliforniens. Die Republik bestand jedoch nur kurze Zeit. Nachdem die Vereinigten Staaten Kalifornien nach dem Krieg gegen Mexiko 1848 annektiert hatten, strömten die Yankee-Horden unter Marine Lieutnant Archibald Gillespie, der keinen Hehl aus seiner mangelden Sympathie für die mexikanischen Bewohner der Stadt machte, nach Los Angeles.

Wenige Monate später wurden Gillespie und seine Garnison auf dem Fort Moore-Hügel von eben jenen Bewohnern umringt, denen er mit seinen Leuten eine nicht gerade sanfte Behandlung hatte zukommen lassen. Die Marines wurden vertrieben und versprachen, nicht wiederzukommen. Doch wenige Monate später kehrten sie mit Verstärkung zurück und brachten die Stadt abermals in ihren Besitz. Los Angeles wurde zu einem besetzten Territorium, in dem es nur so von Soldaten wimmelte, deren Aufgabe es war, die Halsabschneider in Schach zu halten. Dazwischen standen die friedliebenden Bürger.

Ab 1910 kamen viele Filmproduzenten nach Los Angeles

An dieser Situation hatte sich hundert Jahre später kaum etwas geändert. Viele Menschen mussten jedoch feststellen, dass es in diesem neuen Garten Eden von Schlangen nur so wimmelte und das es sich bei den Engeln in der Stadt der Engel überwiegend um gefallene handelte. Am 5. April 1850 erhielt Los Angeles im Rahmen der Gründung des Staates Kalifornien durch die USA das Stadtrecht. Der Ort hatte 1.610 Einwohner. Überschwemmungen und eine verheerende Dürre in den Jahren 1861/62 führten zum Ruin der Farmen, die sich auf Viehzucht spezialisiert hatten. Gleichzeitig sorgten Grundstücksspekulanten für einen neuen Aufschwung. Die Folge war ein Anstieg der Grundstückspreise und der Zuzug zahlreicher asiatischer und europäischer Einwanderer.

Einen weiteren Aufschwung erlebte die Stadt ab 1910, als viele Filmemacher von New York und Chicago nach Los Angeles zogen, weil sie dort aufgrund des Klimas ideale Produktionsbedingungen vorfanden. Die Filmindustrie in Hollywood wurde zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige Amerikas und lockte viele Neuankömmlinge in die Region. Heute ist Los Angeles nach New York City und vor Chigaco die zweitgrößte Stadt der Vereinigten Staaten von Amerika und der weltgrößte Standort für die Flugzeug- und Raumfahrtindustrie.

BerndT, am 16.10.2018
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Bildquelle:
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PDPhotos (Monument Valley - Das Herz des Wilden Westens)
Brigitte Werner (Der Yellowstone-National Park in Amerika)

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