Unbekannte Nüsse

Die Esskastanie oder Marone, wie sie vielerorts genannt wird, ist den meisten nur vom Weihnachtsmarkt bekannt, wo sie in kleinen braunen Tüten - meist ziemlich verkohlt und überteuert - angeboten werden und sich ihr verlockend süsslicher Duft durch die Budengassen zieht. Mancher weiß sie auch als schmackhafte Füllung der Weihnachtsgans oder als schmackhafte Beilage zu einem winterlichen Essen schätzen.

Dabei ist Esskastanie sehr vielseitig einsetzbar. In früheren Jahrhunderten galt das Mehl der getrockneten Maronen in Italien und Südfrankreich als das Mehl der armen Leute, die es - gelegentlich vermischt mit anderen Mehlsorten - zum Backen oder zur Herstellung von Pasta verwandten.

Die Früchte der Esskastanie (castanea sativa) gehören zu den Nüssen, zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie viel weniger Fett enthalten als andere Nusssorten.

Die Esskastanie ist vor allem in Südeuropa heimisch, aber auch in klimatisch wärmeren Regionen nördlich der Alpen kann sie gedeihen und Früchte tragen.

In der Blütezeit verströmt der Baum den Duft von frischem Brot, weshalb er in Frankreich auch als "pain des forets" bekannt ist, als "Brot des Waldes".

Schon Hildegard von Bingen schrieb den Maronen eine allgemein stärkende Wirkung zu und lobte ihre gute Bekömmlichkeit. Dies mag auch daran liegen, dass Esskastanien völligglutenfrei sind und daher für Zöliakie-Patienten sehr gut geeignet sind.

Esskastanien bekommt man frisch, noch in der Schale, man kann sie aber auch geschält und gekocht in Gläsern oder vakuumverpackt kaufen. Geschmacklich ergibt sich dabei kein wesentlicher Unterschied.

(Bild: Maddox74 / Pixabay)

Herbstkuchen mit Rosinen - Backen mit Maronenmehl

Maronenmehl ist das Mahlprodukt getrockneter Esskastanien. Es ist reich an Kohlehydraten und Nährstoffen, ist aber völlig frei von Gluten.
Das Maronenmehl war über Jahrhunderte das Backmittel der armen Leute im europäischen Mittelmeerraum. Besonders auf Korsika wird maronenmehl zur Herstellung von Kuchen, Brot und Pasta verwendet.
In einigen Feinkost- oder Reformhausläden bekommt man Maronenmehl. Man kann es aber auch über das Internet bestellen.

Herbstkuchen mit Rosinen
Dieser Kuchen auf der Basis von Maronenmehl ist einfach vorzubereiten und sehr wohlschmeckend. Herbstkuchen heißt er, weil im Spätherbst die Maronen gereift, gesammelt und getrocknet waren und man jetzt das Mehl für diesen seit alten Zeiten bekannten Kuchen hatte. Das Rezept stammt aus der Gegend um den Gardasee.

Zutaten:

  • 500 g Maronenmehl
  • 50 g Rosinen
  • 50 g Pinienkerne
  • 30 g Zucker
  • 3 Teelöffel  Olivenöl
  • Wasser nach Bedarf
  • Salz
  • Rosmarin


Zubereitung:
Man lässt die Rosinen in viel lauwarmem Wasser ca. 1/2 Stunde quellen. Dann gibt man das Maronenmehl in eine große Schale, fügt eine Prise Salz und den Zucker zu. Nun knetet man unter der langsamen Zugabe von Wasser solange bis sich ein fester glatter Teig bildet. Anschließend arbeitet man das Olivenöl, die Pinienkernen, die abgetropften Rosinen ein. Etwas Rosmarin trägt zur Aromatisierung bei.

Dann füllt man den Teig in eine niedrige, eingefettete und mit Mehl bestäubte Kuchenbackform und lässt es für 30 Minuten in einem auf 180° vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene backen.

Den Kuchen abkühlen lassen. Er schmeckt auch lauwarm. Ein kühler junger Weißwein passt hervorragend dazu.

Maronensuppe - eine herbstlich-winterliche Vorspeise

Eine leckere Vorspeise für kühlere Tage ist die Maronensuppe, die man heiß oder kalt servieren kann.

 

Zutaten (für 3-4 Personen):

300g Maronen (in der Dose oder vakuumverpackt)
150g Knollensellerie
750ml Gemüse- oder Hühnerbrühe (instant)
125g Sahne
2 EL Butter


1. Sellerie in kleine Stücke schneiden und in der Butter anschwitzen.
2. Maronen dazugeben und kurz anschwitzen.
3. Brühe dazu gießen und ca. 15 min kochen lassen
4. Vom Herd nehmen und mit dem Pürierstab fein cremig pürieren.
5. Sahne hinzufügen und unterrühren.

Mit frischem Pfeffer und evtl. einer Prise Salz und einem Spritzer Zitrone nach Geschmack verfeinern.
Die Suppe reicht man heiß mit etwas frischem Brot.

 

 

Kleine ausgebratene Speckstreifen können der Suppe noch einen zusätzlichen optischen und geschmacklichen Reiz verleihen.

 

 

 

Man kann die Suppe auch kalt servieren. Die Sahne dann erst zum Schluss auf den Teller geben und nicht unterrühren!

Mandarinen-Maronendessert - Esskastanien als schmackhafter Nachtisch

Dieses Dessert ist etwas für die Freunde von Süssem. Durch den leicht nussigen Geschmack der Maronen schmeckt dieser Nachtisch aber nicht zu süß.

Zutaten (für 4 Portionen):

  • 200g Maronen
  • 250ml Milch
  • 150ml Schlagsahne
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 1 EL brauner Zucker
  • 1-2 Mandarinen
  • 2 TL gehobelte Mandeln
  • ggf. etwas Honig und Mandarinenlikör


Maronen fertig geschält und gekocht kaufen, das erleichtert die Arbeit doch ungemein.

Zusammen mit der Milch und dem Vanillezucker die Maronen in einem Topf kurz aufkochen und dann ca. 10 Minuten bei mittlerer Temperatur köcheln lassen.Anschließend etwas abkühlen lassen.
Danach die ganze Masse langsam fein pürieren. Die Creme schließlich komplett abkühlen lassen.

Mittlerweile die Mandarinen schälen und in einzelne, gesäuberte Stücke zerlegen.
Danach die Sahne steif (nicht zu steif!) schlagen.
Wenn die Maronenmasse völlig abgekühlt ist, vorsichtig die Sahne unter die Maronenmasse heben und mit dem braunen Zucker nach Bedarf abschmecken.

Die fertige Maronencreme wird nun in Gläser gefüllt und mit den Mandarinen und Mandeln dekoriert.

 


Etwas Honig oder Likör können dies Dessert noch verfeinern.


Autor seit 5 Jahren
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