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Löwenzahn - stoffwechselanregende Pflanze bei Gicht

Definition

Gicht - medizinisch Arthritis urica - entsteht bei einer zu hohen Harnsäurekonzentration im Blut. Harnsäurekristalle Urate können ausfallen und an bestimmten Stellen im Körper abgelagert werden. Geschieht dieses zum Beispiel in den Gelenken, können daraus Entzündungsreaktionen resultieren. Harnsäure stellt das Endprodukt des Purinstoffwechsels dar. Purine bilden in der Zelle die sogenannte RNS (Ribonukleinsäure). Diese ist ein Botenstoff und  für die Weitergabe der genetischen Information zuständig. Die dabei entstehende Harnsäure wird beim gesunden Menschen problemlos über die Niere ausgeschieden.

Risikofaktoren für die Entstehung dieser Krankheit sind unter anderem Adipositas, Diabetes mellitus oder ein zu hoher Blutdruck.

Man unterscheidet die primäre und sekundäre Hyperurikämie. Die primäre Hyperurikämie ist eine genetische Störung im Purinstoffwechsel. Diese wird durch die oben genannten Risikofaktoren noch weiter verstärkt. Unter der sekundären Hyperurikämie versteht man eine Harnsäureerhöhung auf Grund eines vermehrten Zelluntergangs. Dieses kann zum Beispiel bei der Chemotherapie auftreten.

Symptomatik

Die Hyperurikämie ist eine über einen langen Zeitraum symptomlose Erkrankung. Ein Gichtanfall setzt in der Regel plötzlich ein, manchmal nach einem üppigen Essen mit übermäßigen Alkoholgenuß. Oftmals ist zunächst einmal das Großzehengelenk betroffen. Dieses wird medizinisch auch Podagra genannt. Das Gelenk ist schmerzhaft, geschwollen und gerötet. Entwickelt sich die Hyperurikämie weiter, kann diese chronisch werden. Es kommt  zu Harnsäureablagerungen im Skelett und in den Weichteilen (Muskulatur) des Körpers. Diese Ablagerungen können auf Dauer sichtbar werden. Sogenannte Gichttophi findet man bevorzugt an den Ohrmuscheln und an den Zehen. Die Entstehung eine Gichtniere kann eine weitere Folge einer Hyperurikämie sein. Es entstehen Nierensteine sowie eine massive Einschränkung der Nierenfunktion.

Naturheilkundliche Therapien - Phytotherapie

Als die wohl wichtigste Heilpflanze im Rahmen der Hyperurikämie ist hier die Herbstzeitlose Colchicum autumale zu nennen. Die Herbstzeitlose schaut wie ein Krokus aus. Die Pflanze blüht allerdings erst im Herbst. Blüten und Samen enthalten das Alkaloid Colchicin (starkes Pflanzengift, das in erster Linie auf das Zentralnervensystem beim Menschen wirkt). Aus diesem Inhaltsstoff werden Extrakte hergestellt. Auf Grund der geringen therapeutischen Breite sind diese Medikamente verschreibungspflichtig und nur über einen Schulmediziner zu beziehen. Der Heilpraktiker kann diese Präparate allerdings als homöopathisches Mittel verordnen.

Stoffwechselanregende Heilpflanzen sind eine weitere Möglichkeit, zu hohe Harnsäurewerte auf natürlichem Wege zu senken. Als Beispiele wären hier die Brennessel Urtica dioica und der Löwenzahn Taraxcum officinale (Pflanze, siehe Bild oben) zu nennen. Diese Heilpflanzen können als Saft oder Tee bezogen werden.

Homöopathie

Homöopathische Mittel sollten die Schmerzsymptomatik berücksichtigen. Bei einem akuten Gichtanfall ist Apis mellifica das Mittel der Wahl. Apis mellifica hilft hervorragend bei einer schmerzhaften Gelenkentzündung. Im weiteren wird die Berührungsempfindlichkeit vermindert. Belladonna mindert klopfende Schmmerzen und beruhigt den Entzündungsherd. Bryonia kann ein rotes und heißes Gelenk zum Abschwellen bringen.

Handelt es sich um chronische Gichtbeschwerden, sollte ein Heilpraktiker zu Rate gezogen werden. Dieser kann im Rahmen einer ausführlichen Anamnese das passende homöopathische Präparat finden.  

Physikalische Therapie

Kalte Umschläge und Kompressen wirken während eines Anfalls schmerzlindernd und entzündungshemmend. Ebenfalls kann sich ein kaltes Bad positiv auswirken. In der anfallsfreien Zeit sind warme Packungen oder Bäder angesagt. Gerade die Methoden nach Pfarrer Kneipp zeigen hier gute Dienste.

Ernährung

Die Ernährung sollte bei einer Hyperurikämie vollwertig und gesund sein. Viel Gemüse und Obst decken den täglichen Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Purinhaltige Lebensmittel sind zu meiden. Hierzu zählen insbesondere Nahrungsmittel wie Fleisch und Wurst. Aber auch Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen oder Linsen enthalten Purine und sollten bei einer Gichtproblematik vermieden werden. Vitamin C und Folsäure (Spinat) können die Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken vermindern. Bei Interesse an Rezepten verweise ich auf die Literatur am Ende dieses Artikels.

Blutegelbehandlung

Blutegel enthalten den Wirkstoff Hirudin. Blutegel werden auf den entspechenden Schmerzbezirk aufgetragen. Insbesondere bei chronischen Gichtleiden hat sich der Einsatz dieser Tiere bewährt.

Die Blutegeltherapie ist ein  altes Verfahren. Es wurde bereits in Indien (500 v. Chr.) eingesetzt. Blutegel werden in Farmen gezüchtet. Der Wirkstoff wirkt gerinnungshemmend, schmerzlindernd und gefäßkrampflösend. Sobald die Tiere ihre Arbeit verrichtet haben (saugen sich gut ein bis zwei Stunden voll) fallen sie von selbst von der Hautoberfläche ab. Die Wunde kann nachbluten, bei Krampfadern ist deshalb auf den Einsatz dieser Methode zu verzichten. Bei nicht ordnungsgemäß funktionierender Blutgerinnung (Bluterkrankheit) sollte diese Therapieform ebenfalls nicht angewendet werden.

einige weitere Tipps

> die Flüssigkeitsaufnahme sollte täglich mindestens zwei Liter betragen, um eine Nierenschädigung und damit verbundene Harnsäuresteine zu verhindern

> einige Diäten erhöhen den Harnsäurespiegel, diese sollten unbedingt bei entsprechender Veranlagung verhindert werden

> wird bei Tumorpatienten eine Chemotherapie durchgeführt, sollte im Rahmen möglicher Nebenwirkungen unbedingt an das Risiko erhöhter Harnsäurewerte gedacht werden

Ashlie, am 01.07.2011
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