Die Anreise:

Gelbe Rapsfelder leuchten mit roten Klatschmohnfeldern um die Wette und bilden einen krassen Gegensatz zum satten Grün der Wiesen und dem strahlend blauem Himmel. Wir kommen langsam, aber stetig unserem Ziel näher. Zwischenzeitlich haben wir die Grenze nach Ungarn passiert. Die Sonne neigt sich dem Horizont zu und wir hoffen, dass unsere beiden Girlys die Augen zumachen und einschlafen. Weit gefehlt, denn die Lichtspiele und Wolken am Himmel werden mit der gleichen Begeisterung kommentiert, wie die Fasane, Reiher, Milane, Falken, Störche und Rehe die es gut sichtbar und oft am Wegesrand zu sehen gibt. Kurz hinter Budapest legen wir den Nachtstopp in einem Hotel in Mizse an der Ausfahrt 67 ein. Das Zimmer ist großzügig, sauber und für westeuropäische Verhältnisse auch günstig. Der Parkplatz wird die ganze Nacht bewacht und so schlafen wir mit einem ruhigen Gefühl in den nächsten Morgen.

Die Sonne küsst uns die Nasen am Morgen. Das ausgiebige Frühstück findet auf der Terrasse statt und die Temperaturen sind für kurze Hosen oder Sommerkleider geeignet. Noch ein kleines Stückchen durch Ungarn und schwupps sind wir in Rumänien. Es liegen nur noch 260 km vor uns, aber die haben es in sich. Die gut ausgebaute Transit-Autobahn ist kurz vor der rumänischen Grenze beendet und nun heißt es Landstaße fahren. Esel- und Pferdekarren, Radfahrer, Motorräder, LKW's und Pkw's teilen sich die einspurige Straße. Der Verkehr ist ein bisschen chaotisch, denn es wird überholt und gerast ohne Ende. Ständig blenden entgegenkommende Fahrzeuge auf, um vor mobilen Geschwindigkeitskontrollen zu warnen. Davon gibt es mindestens 12 auf den 260 km Landstraße. Um mögliche Bußgelder zu vermeiden, ist es gut die Warnungen der Fahrzeuge zu beachten und falls nötig, die Geschwindigkeit zu regulieren. Unmittelbar hinter dem Kontrollpunkt rasen die motorisierten Rumänen wieder irrwitzig los. Es wird auf Biegen und Brechen überholt und sich im letzten Moment mit aller Gewalt in kleinste Lücken hereingezwängt. Egal, ob da noch ein Fahrzeug, Radfahrer oder Pferdegespann ist!

In der Stadt (Bild: Casares)

Schafhirte Rumänien (Bild: Casares)

Entlang der stark befahrenen Route kommen wir auch immer wieder durch kleine Städtchen. Längst verfallende Prachtbauten erinnern noch an bessere Zeiten und an Fotos aus vergangenen Jahrhunderten. Es ist wie das Eintauchen in eine andere, vergessene oder vergangene Welt. Wir verlassen den Hauptreisestrom und biegen auf eine Nebenstraße ab. Hier verändert sich das Straßenbild in ein ländliches Idyll. Die Straßen werden schmaler und sind nun gepflastert. Die Häuser werden kleiner und gepflegter. Es ist Sonntag und vor vielen Häusern sind die Bänke mit Menschen besetzt. Man trifft sich auf einen Schwatz und hütet das Vieh. Anders als bei uns finden wir noch Pferde, Hausschweine, Gänse, Hühner, Kühe und Schafe direkt im Dorf am Wegesrand. Wir vertrauen unseren Navi-Koordinaten und stehen schon bald vor einem kleinen Weiher auf dessen Anhöhe sich unser Hotel für die erste Nacht befindet. Das Hotel hat einen Pool. Die Kinder freuen sich auf das Badevergnügen und eröffnen die Freibadsaison. Wir lernen die Mitreisenden kennen. Bei einem gemeinschaftlichen leckeren rumänischen Abendessen werden die ersten Erfahrungen ausgetauscht. Es ist eine nette Gruppe. Neben sechs gemischten Team jeweils im Jeep, Discovery und in Defendern starten auch 2 Herren -Einzelteams im G und im Jeep und ein Vater-Sohn-Gespann im Defender. Die Vorfreude auf die Tour ist groß.

Es fängt ganz harmlos an.... (Bild: Casares)

Aber dann.... (Bild: Casares)

FUKUSHIMA Nordwand

FUKUSHIMA Nordwand (Bild: Casares)

Der nächste bitte....

Der nächste bitte.... (Bild: Casares)

Gut ausgeruht nach einem ordentlichen Frühstück findet am Morgen die erste Fahrerbesprechung statt. Die Funkgeräte werden an alle Fahrzeuge verteilt. Nummernschilder werden mit Kabelbindern zusätzlich gesichert. Es werden die Route und die zu erwartenden Fahrelemente vorgestellt. Teamarbeit ist bei dieser Tour angesagt. Das Wetter ist schön. Alle Fahrzeuge sollen heute die FUKUSHIMA NORDWAND bezwingen. Unterhalb vom Hotel verlassen wir die Straße und unser Pistenabenteuer kann beginnen. Im Blätterwald müssen wir zwingend auf unseren Hintermann warten, damit keine Abzweige verpasst werden oder aus dem Funkbereich herausgefahren wird. Die Fahrzeuge werden aufgefädelt. Der rumänische Guide führt die Gruppe an. Mit einem Guide in der Mitte und einem am Ende kann unterwegs eigentlich keiner verloren gehen, oder?

Es dauert nicht lange, da hatte sich ein dicken Baumstamm quer unter einem Fahrzeug verkantet. Die Spannung steigt, denn wir haben die FUKUSHIMA-NORDWAND erreicht. Unser rumänische Guide hat sich bereits im  Schlammloch festgefahren. Er kann sich trotz zahlreicher Fahrfinessen nicht selber befreien. Nun heißt es Steine suchen und Bäume unterlegen. Die Teamarbeit beginnt. Die nächsten beiden Fahrzeuge wurden unter viel Gejoddel ebenfalls durch das Schlammloch gewinscht. Die Herren-Teams hatten viel Spaß. Dann kommen drei Fahrzeuge jeweils besetzt mit Frauen am Steuer. Unser bereits durchs Schlammloch gewinschter G-Fahrer sparte nicht mit guten Ratschlägen und Anweisungen an die Damenwelt, die er durch das offene Fahrerfenster ungefragt erteilte. Allerdings fahren alle Frauen auf Anhieb, zur Verblüffung der gesamten Herren - Riege ohne Hilfe der Winde und ohne mit der Wimper zu zucken, bis zum Ende der Fukushima-Nordwind. Da stehen den Männern reihenweise sprachlos der Mund auf. (Im wahrsten Sinne des Wortes - Hut ab an die Damen!). Ja, das versprach eine lustige Reise zu werden. Der G-Fahrer hatte die Herausforderung bereits angenommen.

... auch sandig (Bild: Casares)

alles sehr ländlich.... (Bild: Casares)

das Herz lacht

das Herz lacht (Bild: Casares)

An einem schönen Mittagsplatz wird gekocht und nach einer Stunde Pause geht es mit tollen Ausblicken durch die Karparten weiter. Esel, Schweine, Kühe und Pferde kreuzen unsere Tracks. Der Nachmittag vergeht wie im Fluge und schon bauen wir hoch oben in der einsamen Bergwelt unsere Nachtlager auf. Bald ziehen die Defender der Guides die dicken und langen Baumstämme durch das Lager. Das allabendliche Lagerfeuer wird vorbereitet. Großräumig und sternförmig werden die Läger aufgebaut. Jedes Fahrzeug-Team hat sein individuelles Pack- und Schlafkonzept entwickelt. Es ist vom Aufstellzelt bis zum Bett im Defender alles dabei. Nur Dachzelte fehlen, da auf dieser Tour dringend davon abgeraten wurde. Bei dem Schwierigkeitsgrad der Tour ist der Schwerpunkt einfach zu ungünstig. Herunterhängende Äste und dichte Bewaldung sind problematisch. Die Schutzplanen der Dachzelte können leicht beschädigt werden.

Wir sind wieder mit unserem bewährten Quechua-Wurfzelten unterwegs. Die Kinder sind in der Tour wie immer voll eingebunden. Neben Zeltaufbau oder -abbau können mittlerweile andere Aufgaben übernommen werden. Landyspuren lesen, fahrtechnische Kommentare abgeben und Einweisungsübungen machen unseren Kindern riesigen Spaß, wie der ständige Funkverkehr.

Gespräch unter Männern

Gespräch unter Männern (Bild: Casares)

Der Abend kommt...

Der Abend kommt... (Bild: Casares)

.. von wegen einsam.... (Bild: Casares)

Klassischer Hirtenmantel (Bild: Casares)

Kaum stehen die Zelte aufgebaut auf der großzügigen Wiesefläche, kommt eine riesige Schafsherde mit Hunden und Schäfern des Weges. Das Feuer ist zwischenzeitlich gerichtet und mit der Dämmerung fängt die Luft an zu surren. Die Kinder entzünden das Feuer relativ früh mit einer Fackel, um die lästigen Mücken und Flies zu vertreiben. Dankbar suchen sich alle ein Plätzchen am Feuer. Bald schon verschwinden die Plagegeister in ihre Verstecke. Die Hirten mit Ihren Schafspelzumhängen und Filzhüten gesellen sich gegen später zu ans Feuer. Sie freuen sich über ihr spendiertes Bier und ein wärmendes Feuer. Es gab und Gelegenheit die traditonelle Hirtenbekleidung näher in Augenschein zu nehmen. Nachdem die Schäfer unser aller Interesse bemerkten,durfte die Tracht auch gerne anprobiert werden und so bot sich die Gelegenheit für viele schöne Fotos. Langsam senkt sich die Dunkelheit herab und es kehrt eine gewisse Stille ein. Um uns herum hört man die ganze Nacht ein fröhliches MÄH und das sanfte Rauschen des Windes, der über die Fläche streift!

... wir blasen an... (Bild: Casares)

Landschaftlich Reizvoll (Bild: Casares)

Heute erreichen wir den höchsten Punkt der Tour. Es gilt steile Aufstiege zu bewältigen. Auf abenteuerlichen Holzrückewegen geht es durch dichte Blätterwälder immer nach oben. Wir fahren mit dem Fahrzeug auf das Dach der Karparten. Vorbei an Schneefeldrändern, durch matschige Hohlwege und durch zahlreiche Furten führt uns der Weg stetig bergauf. Bei einer Höhe von 2573 Hm luftet und windet es. Trotz der 15 Grad Celsius können wir das Frösteln nicht verhindern. Wir werden allerdings mit einem grandiosen Rundum-Ausblick für alle Mühen belohnt.

Am Schneefeld (Bild: Casares)

Am Schneefeld (Bild: Casares)

Die Schneefeldränder haben es in sich. Diesen Rändern darf man besonders in dieser Jahreszeit nicht zu nahe kommen. Es handelt sich nur noch um Schneeverwehungen die am Steilhang kleben und darunter befindet sich: Das große Nichts! Respektvoll hielten wir Abstand, da keinem der Sinn nach unfreiwilligen Rodelpatien stand.


Die eigenen Winden wurden zahlreich eingesetzt. Die Gruppe kennt sich mittlerweile gut. Sie arbeitet Hand in Hand und es gibt genügt Gelegenheiten für unvergessliche Fotomomente. Am Nachmittag gibt es als echtes Highlight eine lange Flußdurchfahrt.

In der Nacht ziehen schwere Gewitter und Regenfälle durch unser Lager. So sind am Morgen die Temperaturen nicht nur frisch, sondern es sind auch alle Zelte nass. Die Bodenzelter trennen das Innenzelt vom Außenzelt, damit wir auch in der kommenden Nacht wieder trocken schlafen können. Dadurch dauert der Abbau etwas länger. Der Boden ist im Wald noch nicht aufgeweicht. Der heftige Wind vertreibt die Regenwolken und bald lacht Lady Sunshine wieder vom Himmel.

Dichter Blätterwald (Bild: Casares)

alles dabei (Bild: Casares)

Auf dem Weg nach unten ins Dorf zu unserem Tankstopp geraten wir in eine Gruppe von Wildpferden, die sich im vollen Galopp in unsere Landy-Gruppe zwängen und diese kilometerweit begleiten. Die Begeisterung war bei allen groß und mit Witzen wurde per Funk nicht gespart. Beim geplanten Tankstopp sollen auch die Vorräte wieder aufgefüllt werden. Bei der technisch langen und extrem anspruchsvollen Flußdurchfahrt des SNAKE RIVERS hat sich der G-Fahrer einen seiner Reifen platt gefahren. Für die weitere Tour muss der Reifen vulkanisiert werden. Das geht ebenfalls problemlos im Städtchen.

Wo kommen die 1 PS nur alle her? (Bild: Casares)

Wohin mit den Pferden? (Bild: Casares)

Während wir alle im Stadtzentrum mit Einkaufen, Tanken, Pannenbehebung und Eis essen beschäftigt sind, bereitet unser rumänischer Guide mit seiner Frau einen echten Hirtengulasch-Topf für die Gruppe vor. Gegen Abend sollte dann unter freiem Himmel am Nachtlager gespeist werden.
Nachdem die Zelte aufgebaut sind, wird mit viel Spaß die Felddusche an mehreren Fahrzeugen eröffnet. Kalte Freilanddusche ist nun nicht jedermanns Sache. Wer sein Wasser allerdings zum Allradler der Amerikaner schleppt, hatte dort die Chance auf eine heiße Dusche hinter einem Duschvorhang. Das war besonders für die Damenwelt ein unwiderstehliches Angebot. Sauber und mit frisch gewaschenen Haaren zum Abendessen. Wer kann dazu schon nein sagen?

ein Traum-Blick (Bild: Casares)

Lagerfeuer-Romantik (Bild: Casares)

Zum Abendessen werden die Tische zusammengestellt. Bei einem herrlichen Panoramablick freuen sich alle über die Vorspeise bestehend aus Tomaten mit Geschmack und Schafskäse in feinem Olivenöl, dazu ganz frisches Maisbrot. Dann kam der Hirtentopf, der ebenfalls mit grünem Salat und Brot gereicht wurde. Der Hirtentopf bestand zum größten Teil aus Rindfleisch, Paprika und Kartoffeln. Damit wurde er ein voller Erfolg. Zum Glück handelte es sich um einen Hirten von Kühen und Rindern und keinem Schafhirten. Dazu noch ein Glas Wein, da war die Welt in Ordnung. Nach dem Essen wird alles weggeräumt und das Lagerfeuer eröffnet. Trotz schönem Sonnenuntergang zieht eine schwarze Gewitterwand heran. Es grollte und grummelte in der Ferne. Trotzdem wird das Lagerfeuer erst mal durch die Kinder eröffnet. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Als die ersten Tropfen fielen, wird die Lagerfeuer-Romantik-Stimmung ins Zelt verlegt.

sehr schräg

sehr schräg (Bild: Casares)

Tiefe Furchen

Tiefe Furchen (Bild: Casares)

Höhenrekord (Bild: Casares)

Für den nächsten Morgen hatten wir uns im Supermarkt mit Brötchen eingedeckt. Leider sollte es nicht zu einem entspannten langen Frühstück kommen. Durch das sanfte einschläfernde regnen und einlullende plätschern auf unserer Zeltwand haben wir leider verschlafen. Der sonst so geräuschvolle Lagerabbau ging in dem dichten Regengeplätscher unter.  Das Wetter war die ganze Nacht garstig gewesen. So wird schnell alles nass weggeräumt. Das tut unserer guten Laune keinen Abbruch. Die Brötchen gibt's auf die Hand. Die Anfahrt zum RIVER OF NO RETURN beginnt jedoch mit ein paar Überraschungen. Vor uns liegt ein kleiner Forstweg hoch zum Gipfel. Supersteil! 1 Gang und nur nie stehenbleiben. Sonst hat der Fahrer verloren. Anfahren ist hier nicht möglich. Über das Funkgerät erschallt die Stimme des rumänischen Guide mit den Worten: GO! GO! GO! Puh geschafft! Die Straße ist matschig und die Fahrrinnen der Hohlwege sind ausgespült. Das Fahrzeug neigt sich weit auf die Seite und die Dachbox bekommt einen heftigen Schlag und hat dem Baum geküsst.

Jetzt kommt der steile Abstieg. Die erste Kehre ist schon super kniffelig und vorsichtshalber hängen wir unser Fahrzeug mit der Winde an einen Baum. Wir kommen durch den rutschigen und matschigen Untergrund dem Abgrund gefährlich nahe. Absolut nichts für schwache Nerven! Kaum haben wir die Winde wieder ordentlich aufgerollt und uns auf dem Forstweg ausgerichtet, geht der schwere Disco 1 mit seiner Dachbox bergab wie auf der Rutschebahn. Durch beherztes aussteuern gegen einen Erdwall kommt er zum Stehen. Es gießt mittlerweile wie aus Kübeln und gewittert heftig.

es wird matschig

es wird matschig

Weiter oben in der kniffeligen Kehre hängt der nächste Fahrer an seiner Winde und 2 weitere Fahrzeuge sichern sich an Bäumen. 2,5 km Schlitter-Abstieg von Baum zu Baum liegen vor uns. Eine 5stündige Abseil-Aktion beginnt. Jetzt heißt es für alle Teamwork und mitanfassen. Winschen bis zum abwinken, denn jedes Fahrzeug wird nun gesichert meterweise nach unten gebracht. Sie ersten Fahrzeuge sind endlich unten. Der Regen prasselt auf uns darnieder und es ist ein Kampf mit Technik gegen die Elemente. Während alle Fahrer wieder nach oben laufen, um beim winschen weiter zu helfen, hütet eine Beifahrerin unten alle verwaisten offenen Fahrzeuge, Hunde und Kinder. Unsere Gruppe steht kreuz und quer auf einem schmalen Waldweg. Dieser Waldweg ist als Zufahrt für verschiedene Wiesen und einsame Bauernhöfe angelegt. Plötzlich kommt uns von unten ein klappriges Fahrzeug entgegen. Ein Bauer musste zu seiner verletzten Kuh. Zum Glück stecken alle Schlüssel, so dass wir die Strasse so nach und nach freimachen können.

ein Spaß für alle (Bild: Casares)

es wird glitschig (Bild: Casares)

Der Tag ist um. Es gewittert wie verrückt. Den RIVER OF NO RETURN wird heute keiner mehr befahren. Schon im Berg greift bei den Guides der Plan B. Der Veranstalter hatte in einer süßen kleinen Pension am Fusse der Karparten Zimmer reserviert. Die Begeisterung in der ganzen Gruppe war groß. Nass, kalt, verdreckt, aber überglücklich dank des aufregenden Tages ziehen alle in ihre Zimmer ein und genießen eine warme Dusche. 4 aufregende Supertage liegen hinter uns. Alle sind froh, dass das Abenteuer gut und ohne größere Schäden überstanden ist. Freundschaften sind entstanden. Stresssituationen wurden souverän gemeistert und die Streckenführung war landschaftlich reizvoll. Abenteuer pur! Nachdem wir geduscht und umgezogen sind, gibt es ein gutes rumänisches 4 Gang-Menü als Abendessen. Wir geniessen noch den letzten Abend unter Gleichgesinnten. Neben Schweizern und Deutschen war diesmal ein amerikanisches Team dabei. Als das Brot auf den Tisch kam, tauchte die interessante Frage nach dem Brot-Endstück auf. Wie heißt denn dieses Endstück in den verschiedenen Regionen? Die Verwirrung bei den Amerikanern war groß als Ausdrücke wie: Krüstchen, Abkant, Lachkante, Knifte, oder Knäppchen fielen. Aber auch über andere Themen wurde lebhaft diskutiert und der ein oder andere Witz sorgte für herzhafte entspannte Lacher.

Am nächsten Morgen geht es für unsere Gruppe zum RIVER OF NO RETURN. Jeder Fahrer konnte von aufregenden persönlichen Momenten im River berichten. Ein Stabilisator war unterwegs noch abgegangen. Die ein oder andere Delle oder Schramme konnte der Wochen-Bilanz zugefügt werden. Viel zu schnell vergingen die Tage. Die Stimmung war super. Adressen wurden ausgetauscht, die Abschiedsreden gehalten und dann heißt es für alle: Drum bum, Gute REISE!

tolle Wege

tolle Wege (Bild: Casares)

Es handelt sich bei dieser TRANSKARPARTEN-TOUR um eine anspruchsvolle Tour. Die Gewichtung mit 5 Sternen trifft zu. Sie kann von jedem Fahrer bewältigt werden, der über einen gewissen Mut oder Freude zur Patina an seinem Auto, sowie über eine Mittel-Differentialsperre, MT-Bereifung und eine eigene Winde verfügt! Ohne die eigene Winde kann diese Tour nicht gefahren werden. Der Schwerpunkt liegt auf spannenden Tracks, landschaftlich reizvolle Streckenführung und technisches Fahrkönnen.
Alle Fahrer und Mitfahrer können am Lagerfeuer von 4 x 4 ABENTEUER nicht nur träumen. Wer sich dafür entscheidet, steckt mitten drin! Der Leitspruch der Tour: Offroad ist immer auch ein EXPERIMENT trifft zu. Klar ist, dass auf einer Tour mit diesem Schwierigkeitsgrad Fahrzeug und Material verschleißen. Für die "kleinen" Pannen unterwegs führen die Guide-Fahrzeuge entsprechende Werkzeuge mit und auch die wichtigsten Ersatzteile für Defender und Disco. Auf der grünen Wiese sind somit Reparaturen am Abend oder in der Mittagspause durchführbar.
Es gibt während der Tour unglaublich schöne Campstellen im landschaftlichen Nichts. Ein Versorgungsstopp mit Tanken und Supermarkt ist eingeplant. Es heißt alles mitnehmen und vielleicht eine Felddusche einplanen, sowie ein gutes Packkonzept erarbeiten. Fahrtechnisch ist die Tour an vielen Stellen eine echte Herausforderung für Mensch und Material. Ein Tour-Abbruch ist jederzeit möglich.
Mit den zahlreiche Pausen für Besichtigungen, Fotos, Essen oder Ausblicke wurde für alle das Richtige geboten. Die Fahrzeuganzahl mit max. 10 Teilnehmer-Fahrzeugen ist nicht zu groß gewählt und mit 3 begleitenden Guide-Fahrzeugen ist diese Tour auch optimal bestückt.
Die Packliste und die Fahrzeug-Checkliste des Veranstalters ist eine echte Unterstützung. Eine gute Vorbereitung gehört unbedingt zu dieser Tour. Es gab professionelle Hilfe bei Autopannen der Tour - auch bei nicht vorhersehbaren Ereignissen gab es immer einen Plan B.
Bären und Wölfe haben wir leider nicht gesehen. Dafür wurden wir aber mit vielen anderen Tieren entschädigt. Die organisierten Touren werden mehrmals im Jahr von Sonntag bis Freitag durchgeführt, so dass eine entspannte An- und Abreise möglich ist. Die verschiedenen Jahreszeiten haben Einfluss auf die Tour und verändern die "Straßenverhältnisse".
Eine Woche ohne Zivilisation und Strom ist machbar. Für die Kinder war es ohnehin ein toller und kurzweiliger Spaß. In einer Gruppe gibt es immer etwas zu beobachten, zu fragen oder auszuprobieren. Lagerfeuer, Flüsse, Stöcke und mitreisende Hunde sorgen ebenfalls für interessante Unterhaltung und Abwechslung. Eine kleine Tasche Spielzeug reicht aus. Bei der Tour das Badezeug nicht vergessen.

Autor seit 5 Jahren
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