Das Passafest (Pessach)

Das Passafest ist - gemeinsam mit Schawuot und Sukkot - ein sogenanntes Wallfahrtsfest. Alle drei Feste fallen auf wichtige Ereignisse in der Landwirtschaft bzw. Ernte und denkwürdige Ereignisse des Exodus ("Auszug").

Gefeiert wird das Passafest vom 14. - 21. Nissan ( im Jahr 2012 vom 7. -14. April), und fällt im gregorianischen Kalender meist mit Ostern zusammen. Ein Symbol für Pessach bzw. das Passafest, das auch unter Nicht-Juden bekannt sein dürfte, ist das Matzenbrot, eine Art ungesäuertes Knäckebrot, das hierzulande auch in Supermärkten erhältlich ist. Eine Besonderheit ist das ungesäuerte Brot deshalb, weil während des Auszugs aus Ägypten keine Zeit blieb, um den Teig säuern zu lassen.

"Pessach" bedeutet "Vorbereitung" oder "Überschreitung".

Der Ursprung des Wortes liegt in der Überlieferung der biblischen Geschichte im zweiten Buch Mose, in der Gott die Häuser der Israeliten verschont und kennzeichnet, bevor er jeden Erstgeborenen in Ägypten tötete. Dafür sandte er in der Nacht zuvor Engel, die mit dem Blut des Passa-Lammes die Türen der israelitischen Sklaven bestrichen. Seitdem erinnern verschiedene Speisen und ein genauer Ablauf des Passafestes an die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei.

Der Sederabend und die Haggada...

Man beginnt das Passafest mit einem Festmahl, dem Seder. Seder bedeutet "Ordnung" und tatsächlich folgen mehrere Segenssprüche und Rituale einer immer gleichbleibenden Ordnung, die voller Symbole ist. Natürlich darf während Pessach nichts Gesäuertes verzehrt werden oder sich auch nur im Haushalt befinden, doch auch steht spätestens jetzt der Frühjahrsputz an, denn das Haus muss blitzblank sein.

Am Abend, wenn der Tisch festlich gedeckt ist, werden die symbolischen Speisen gegessen, während der Hausherr aus der Haggada (Erzählung) vorliest. Es wird nicht nur gelesen, sondern zu dem Gehörten auch Fragen gestellt, Wissen getestet und Segenssprüche gesprochen; auch der Kiddusch darf nicht fehlen, der mit einem Becher Wein bekräftigt wird. Man ist dankbar, dass Gott nach vierzig Jahren Sklaverei unter ägyptischer Herrschaft das Volk Israel zurückgeführt hat. Den Speisen auf dem Sederteller kommen dabei besondere Bedeutungen zu.

Page from a Hebrew Bible with Birds, 1299 (Bild: Joseph Asarfati / AllPosters)

Jede Speise auf dem Tisch symbolisiert die Etappen der Befreiung aus der Sklaverei

Die Anordung der Speisen und Getränke ist besonders wichtig. Auf einer speziellen Platte, dem Sederteller, der oft reich verziert und in Abschnitte eingeteilt ist, befinden sich folgende Lebensmittel:

Seroa - ein Stück gebratener oder gegrillter Knochen. Er ist das Symbol für das einstige Pessachopfer (Lamm) im Tempel  und außerdem ein Sinnbild für den starken Arm Gottes, mit dem er Israel aus der Sklaverei geführt hat.

Charosset - eine Süßspeise, zusammengemixt zu einem Brei aus Äpfeln, Nüssen und Wein. Das lehmartige Aussehen soll an die Bauwerke (Pyramiden) erinnern, die die Iraeliten für den Pharao errichten mussten.

Ysop - Bitterkraut. Gelegentlich wird auch Petersilie oder Sellerie verwendet. Es steht für die bittere Unterdrückung, aber auch für den Strauch voll Blut, mit dem der Engel die Türen der Sklaven versah.

Ein hart gekochtes Ei als Erinnerung an die Opfer während der Sklavenarbeit.

Eine Schüssel Salzwasser - Die Tränen der Sklaven fern der Heimat.

Ein Glas Wein - für den Propheten Elias, für den man während Festen und besonders an Pessach einen leeren Platz bereit stellt.

Vier Gläser Wein - jeder soll soviel trinken, denn diese vier Gläser symbolisieren Gottes Versprechen:  Ich werde euch herausführen. Ich errette euch. Ich kaufe euch frei. Ich habe euch mir zum Volk genommen.

Auszug aus einer Haggada - von rechts nach links zu lesen...

Haggadah for the Eve of Passover (Bild: AllPosters)

Parallelen des Passafestes zu Ostern - Jesus Christus als Opferlamm.

Nicht umsonst wird Gottes Sohn Jesus (hebr. Jeschua) als Opferlamm bzw. Passa-Lamm bezeichnet. Ostern ist für gläubige Christen das wichtigste Fest des Jahres, bedeutender noch als Weihnachten. Am Karfreitag starb Jesus am Kreuz auf römischen Beschluss, um drei Tage später wieder aufzuerstehen.

Die Parallelen des Passafestes zu Ostern sind für Gläubige unübersehbar: das Lamm, mit dessen Blut der Engel die Türen einstrich, rettete die Sklaven vor dem sicheren Tod.

Genau wie Jesus wurde das Lamm geopfert, um die Sklaven letztendlich in die langersehnte Freiheit zu führen. Nach christlicher Lehre rettet Jesus die Menschen, die an ihn glauben, vor der Sklaverei, der sie in der irdischen Welt unterliegen. Wer Jesus als seinen Retter annimmt, ist davon befreit und keinen weltlichen Zwängen mehr verpflichtet - genauso wenig wie damals die Israeliten dem ägyptischen Herrscher.

 

 

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