Wirksame Maßnahmen gegen Einbrecher

Generell rät die Polizei, Türen und Fenster mechanisch zu sichern. Zudem sollten Bewohner Signale vermeiden, an denen ein Einbrecher erkennt, dass die Wohnung oder das Haus unbewohnt ist.

Einfache, aber wirksame Maßnahmen werden im Alltagsablauf allzu leichtfertig unterlassen, wie Hermann W. berichtet. W. appelliert an folgende, eigentlich banale Dinge wie

  • - "Aufmerksame Nachbarn,
  • - Das Vortäuschen von der Anwesenheit von Bewohnern in der Wohnung beispielsweise durch Zeitschaltuhren für Licht oder TV,
  • - Vorhandensein einer Alarmanlage oder zumindest einer Alarmanlagen-Atrappe
  • - Schild "Vorsicht, bissiger Hund",
  • - Es hilft auch, Kinderschuhe oder Spielzeug vor die Tür stellen: das könnte Skrupel auslösen.
  • - Hände weg von Hinweisen im Internet; hinterlassen Sie keine Abwesenheitshinweise auf dem Anrufbeantworter, teilen Sie Fotos und Videos aus dem Urlaub nicht offen in den sozialen Medien."

Hermann W. ist reumütig

Hermann W. hat ein Buch mit dem richtungsweisenden Titel "Einbruch" geschrieben. Die Hälfte seiner Einnahmen will er der Opferorganisation "Weißer Ring" spenden. Kriminell geworden ist W. wegen seiner Drogensucht.

Er gibt zu bedenken, dass Süchtige für Einbrüche auch Risiken eingehen, um schnell an 100 Euro zu kommen. Er habe immer noch ein schlechtes Gewissen, weil er in die Privatsphäre fremder Menschen eingedrungen ist

Der Einbruch aus der Sicht des Einbrechers

"Bei einem Einbruch hätte ich früher zuerst an der Garderobe nach Wertsachen gesucht, denn in Jacken könnten sich Smartphones, Portemonnaies oder Autoschlüssel befinden", sagte W. Dann kämen als nächstes die Kommoden in Schlafzimmern in der Hoffnung auf Schmuck.dran.

Will ein Täter in die Wohnung eindringen, dann schafft er es auch, wenn auch mit roher Gewalt und viel Lärm oder mit erhöhtem Zeitaufwand. Beide Faktoren erhöhen jedoch das Risiko für den Einbrecher, auf frischer Tat ertappt zu werden. Die Maxime von Hermann W. lautete immer, lieber einen Einbruch abzubrechen als viel Zeit mit der Beseitigung von Sicherheitsvorkehrungen zu verbringen.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen helfen

Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes geben die Täter in rund einem Drittel der Fälle ihren Einbruchversuch auf, wenn sie auf erschwerte Bedingungen stoßen. Hier sollten Mieter und Eigenheim-Besitzer ansetzen, um ihr Hab und Gut zu schützen. Besondere technische Sicherungsmaßnahmen schrecken vieleTäter ab.

Ohne weitere Sicherungsmaßnahmen gelingt es Einbrechern oft innerhalb weniger Sekunden, Fenster und Türen zu öffnen. Schutz kann die Sicherheitstechnik bieten. Bei der Umrüstung gibt es für Eigentümer in bestimmten Fällen sogar finanzielle Unterstützung: Wer sein Eigenheim oder seine Wohnung gegen Einbruch sichert, kann je nach Höhe der Investition Fördergelder bis zu 1.500 Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau erhalten.

Die mechanische Sicherung von Türen und Fenstern der wirkungsvollste Schutz vor Einbrechern. Eine Schwachstelle sind Fenster sowie Terrassen- und Balkontüren, die mit herkömmlichen Rollzapfen ausgerüstet sind. Sie lassen sich sekundenschnell lediglich mit einem starken Schraubenzieher aufbrechen. Mehr Sicherheit bieten sogenannte Pilzkopfzapfen mit entsprechenden Beschlägen. Beim Kauf neuer Fenster kostet dieses Mehr an Sicherheit einen Aufpreis von etwa 50 Euro pro Einheit. Das Nachrüsten hingegen kann pro Fenster bis zu 200 Euro kosten. Bei Modernisierungsmaßnahmen sollte nicht an der falschen Stelle gespart werden

Ein gekipptes Fenster bringt Ärger mit der Versicherung

Beim Verlassen der Wohnung sollten immer alle Fenster geschlossen und die Haustür abgeschlossen werden. Für versierte Einbrecher ist es nämlich kinderleicht, durch ein gekipptes Fenster einzudringen oder eine lediglich zugezogene Tür zu öffnen. Viele Versicherer weigern sich in solchen Fällen, Schadensansprüche aus der Hausratversicherung auszugleichen, wenn ein Fenster nachweislich gekippt war, weil der Bewohner nach Ansicht der Versicherer "grob fahrlässig" gehandelt hat. Rechtsstreitigkeiten zur Klärung dieser Frage sind vorprogrammiert.

Wenn Sie den Haustürschlüssel verloren haben, erneuern Sie sofort den Schließzylinder. Verstecken Sie auch niemals einen Ersatzschlüssel im Freien. Der berühmte "Ersatzschlüssel im Blumentopf" hat schon vielen Einbrechern schnellen Zutritt in die Wohnung oder ins Haus verschafft.

Leitern, Gartenmöbel und Mülltonnen sollten sicher verwahrt und eingeschlossen werden, um Einbrechern das Eindringen zu erschweren.

Vorsicht in sozialen Netzwerken

Viel zu viele Menschen posten in den sozialen Netzwerken einfach zu viel. Wer postet, wann und wie lange er im Urlaub ist, sollte sich über einen Einbruch nicht wundern. Internet-Suchmaschinen können den Namen und auch die IP-Nummer ganz einfach einer Adresse zuordnen.

Selbst wenn Sie sich denken, "bei mir ist doch nichts zu holen", gibt es bei einem Einbruch meist erheblichen Sachschaden. Aufgebrochene Türschlösser, zerschlagene Fensterscheiben, Chaos in den Zimmern, all das muss wieder beseitigt und mit der Versicherung geregelt werden.

Auch auf dem Anrufbeantworter gibt man niemals darüber Auskunft, wie lange man nicht zu Hause ist. Fallen im Wohnumfeld gerade in der dunklen Jahreszeit fremde Personen auf, die möglicherweise Ihren Wohnbereich und dessen nähere Umgebung ausspähen, sollte sofort die Polizei gerufen werden. Hier macht sich die Pflege gut nachbarschaftlicher Beziehungen oft mehr als bezahlt.

Einen bewohnten Eindruck erwecken

Abschreckend für Einbrecher ist es, wenn sie befürchten müssen, bei ihrer Tat die Bewohner oder den Haushund anzutreffen.

Es ist immer ratsam, den Eindruck zu erwecken, als sei gerade jetzt jemand zu Hause. Die einfachste Variante: Das Licht in einem oder mehreren Räumen mithilfe einer Zeitschaltuhr oder draußen mit einem Bewegungsmelder ein- und ausschalten. Im Fachhandel gibt es zudem elektronisches Hundegebell und kleine Geräte zu kaufen, die das Flimmern eines Fernsehers mit kleinen LED-Lampen simulieren. Beide Produkte seien durchaus brauchbar, so Hermann W.

Ein überquellender Briefkasten kann allerdings viele Sicherungsmaßnahmen zunichte machen. Benachrichtigen Sie rechtzeitig Ihren guten Nachbarn über ihre Abwesenheit, damit er Ihren Briefkasten leert.

Autor seit 6 Jahren
418 Seiten
Laden ...
Fehler!