Rhabarber - der "Barbar" unter den Gemüsesorten

Das behauptet zumindest sein Name: "Fremdländische Wurzel" soll er bedeuten. 

Und ja, der Rhabarber ist tatsächlich ein Gemüse. Inzwischen darf er aber aufgrund seiner Zubereitung auch zum Obst gezählt werden. Denn meistens verwendet man ihn - den von Natur aus eher sauren Gesellen - gesüßt mit Zucker im Rharbarberkuchen oder Rhabarberkompott

Ohne Zucker geht beim Rhabarber (fast) nichts, deshalb ist er auch in Europa erst seit dem 17. Jahrhundert so richtig populär: Damals wurde Zucker endlich auch für die breite Masse erschwinglich. 

In China nutzt man ihn allerdings schon seit Tausenden von Jahren zu Heilzwecken, vor allem als Abführmittel. 

im 16. Jahrhundert soll er sogar kostbarer gehandelt worden sein als Zimt - und er war doppelt so teuer wie Opium. 

Aber Vorsicht, so ganz ungefährlich ist der Rhabarber nicht: Die enthaltene Oxalsäure ist nichts für schwache Mägen und bei Nierenproblemen sollte man ihn aufgrund des hohen Kaliumgehalts lieber meiden. 

Verwendet werden dürfen beim Rhabarber nur die Blattstiele, die Blätter sind giftig. 

Essbar sind beim Rhabarber die Blattstiele (Bild: Hans / Pixabay)

Was man beachten sollte, wenn man Rhabarber verwendet

  • Niemals roh essen
  • Gesüßt wird am besten nachdem der Rhabarber gekocht wurde und abgekühlt ist 
  • Wer nicht mit Zucker süßen will, kann die Eigensäure des Rhabarbers auch mit geeigneten Früchten ausgleichen - besonders beliebt ist die Kombination mit Erdbeeren
  • Rhabarber besser nicht in einer Metallschüssel lagern, sonst nimmt er einen metallischen Geschmack an - besser in ein feuchtes Tuch wickeln und so im Kühlschrank aufbewahren
  • Durch die Oxalsäure des Rhabarbers kann im Mund ein pelziger, "stumpfer" Geschmack entstehen - das lässt sich vermeiden, wenn man den Rhabarber durch Milchprodukte neutralisiert, das macht ihn auch etwas weniger sauer 

Gut kombinieren lässt sich der saure Rhabarber mit süßen Erdbeeren (Bild: AllAnd / Pixabay)

Übrigens, damit keine Missverständnisse entstehen ...

Gemeint ist hier "der Rhabarber". 

"Das Rhabarber" ist nämlich wieder etwas anderes und bezeichnet - so der Duden - ein "undeutliches, unverständliches Gemurmel". 

Und was es sonst noch über Rhabarber zu wissen gibt

  • In Chile isst man ihn nicht mit Zucker, sondern mit Salz, Pfeffer und Chili gewürzt.
  • Zu medizinischen Zwecken wird meist der Handlappige Rhabarber genutzt.
  • In England gibt es ganz besonderen Rhabarber, der im Winter in großen Hallen bei Dunkelheit zum Austreiben gebracht und im Frühjahr bei Kerzenlicht geerntet wird - der Treibrhabarber aus Yorkshire soll im Gegensatz zu üblichen Rhabarbersorten zarter sein und intensiver schmecken.
  • Im 18. Jahrhundert bezeichneten amerikanische Siedler den Rhabarber als "persischen Apfel", weil er ihnen so exotisch erschien.
  • Mit Rhabarber kann man Wolle färben - und Ostereier: Je nach Pflanze erhält man einen Farbton, der zwischen Rot, Orange und Braun variiert. 
  • Wem Rhabarber etwas zu sauer ist: Die Sorte "Holsteiner Blut" soll einen höheren Zuckergehalt und ein milderes Aroma haben. 
  • Den Säureanteil kann man beim Rhabarber an der Farbe des Stängels erkennen: Grüne Stängel sind eher sauer, rote Stängel schmecken dagegen herb. Stängel mit rotem Fruchtfleisch haben ein milderes Aroma.

Vorsicht, Rhabarberblätter sind giftig! (Bild: PublicDomainPictures / Pixabay)

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