Der Bärlauch

Er gehört wie der Knoblauch (allium sativum) zur Familie der Liliengewächse bzw. der Lauchgewächse, ist verwandt mit dem Lauch, dem Schnittlauch und der Zwiebel.

Sein lateinischer Name lautet "allium ursinum", zu Deutsch "der Lauch des Bären". Angeblich soll der Bärlauch die erste Wildpflanze gewesen sein, die Bären nach ihrem langen Winterschlaf genießen konnten.

Im Volksmund nennt man den Bärlauch auch gerne "Waldknoblauch", "wilder Knoblauch", "Hexenzwiebel" oder "Zigeunerlauch".

Wie sieht er aus?

Der Bärlauch ist eine etwa 15-50 cm hohe Pflanze mit sternförmiger weißer Blüte.

Wo wächst er?

Der Bärlauch bevorzugt feuchte und schattige Stellen im Wald, häufig tritt er in Buchenwäldern auf. Er wächst in Auwäldern, gerne an Bächen, denn der Bärlauch sucht die Nähe des Wassers. In trockenen, heißen Gegenden findet man ihn überhaupt nicht.

Meist tritt der Bärlauch in großen Pflanzenverbänden auf, den sogenannten Bärlauchwiesen.

Vorsichtig, Verwechslungsgefahr!

Wer wilden Bärlauch pflücken möchte, sollte aufpassen: Die Pflanze sieht Giftpflanzen wie dem Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen ähnlich und hat schon häufiger zu gefährlichen Verwechslungen geführt.

Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Der intensive Knoblauchgeruch des Bärlauchs. Besonders deutlich kann man ihn riechen, wenn man die Blätter der Wildpflanze zwischen den Fingern zerreibt.

Experten raten, den Bärlauch nur dann selbst zu pflücken, wenn man die Pflanze eindeutig bestimmen kann.

Maiglöckchen (Bild: schnurzipurz / Pixabay)

Was steckt drin und wie wirkt er?

Wie der Knoblauch enthält auch Bärlauch das ätherische Öl Allicin, Vitamine - vor allem Vitamin C - Flavonoide und Fructosane. Schon mit 50 g Bärlauch kann man den Tagesbedarf an Vitamin C decken.

Das im Bärlauch enthaltene Allicin gilt als natürliches Antibiotikum. Bärlauch wirkt antibiotisch gegen Pilze und Bakterien, auch bei Wurmbefall kann er eingesetzt werden.

Auch zur Entgiftung von Schwermetallen kann Bärlauch verwendet werden.

Bärlauch senkt den Blutdruck und fördert die Verdauung.

Roh sollte man ihn besser nicht in größeren Mengen genießen, weil es sonst zu Übelkeit und Durchfall kommen kann.

Wann wird er geerntet?

Ende März kann man die ersten Bärlauchblättchen finden. Die jungen Blätter erntet man am besten frisch noch vor der Blütezeit - von März bis Mai. Die beste Erntezeit ist der April. Im Mai können dann auch die Blüten geerntet werden.

Für die Küche verwenden kann man von der Bärlauchpflanze Blätter (und Stiele), Blüten und Zwiebel.

Wie wird er verwendet?

In der Küche kann der Bärlauch vielseitig verwendet werden: Beliebt sind Bärlauchpesto oder Bärlauchsuppe, aber auch als Salat, in Quiche oder Pizza, als Bärlauchbutter oder Bärlauchöl, mit Spinat oder Spargel, Reis, Nudeln oder Kartoffeln macht sich der Bärlauch gut.

Viele leckere Rezepte rund um den Bärlauch stellen diese beiden Kochbücher vor:

Bärlauch im eigenen Garten

Wer Bärlauch im eigenen Garten haben möchte, der braucht einen halbschattigen bis schattigen Standort, nicht zu feucht und nicht zu trocken. Am besten gedeiht die Pflanze in lockerem, durch Kompost gut angereicherten Boden.

Ausgesät wird der Samen im Juli, die Zwiebeln werden im Herbst gesteckt.

Wer die Pflanze nicht selbst im Wald ausgraben will: Auch Gärtnereien bieten Bärlauchpflanzen an.

Übrigens ...

  • Manche nennen den Bärlauch auch den "Lauch ohne Hauch", denn anders als beim Knoblauch wirkt beim Bärlauch der Knoblauchgeschmack nicht nach.
  • Auch Hundefutter kann man durch einige klein geschnittene Bärlauchblätter anreichern.
Michaela, am 14.04.2014
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Vom Zierlauch bis zur Speisezwiebel - alles rund um Allium)

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