Sintra an der Westküste Portugals: Hauptstadt der Romantik

Sintra, die Stadt eine halbe Stunde westlich von Lissabon, fand schon das Gefallen von Lord Byron, dem großen Dichter Englands (1788 — 1824). Er nannte Sintra den entzückendsten Ort Europas. Seit 1995 trägt die Kulturlandschaft rund um Sintra das Gütesiegel der UNESCO und darf sich Weltkulturerbe nennen.

Sintra war früher einmal Sommersitz der portugiesischen Könige. Der nachgerade malerische Charme der Kleinstadt (38.000 Einwohner) hat wesentlich dazu beigetragen, dass Sintra den Beinamen "Hauptstadt der Romantik" trägt.

Das Ortszentrum wird beherrscht vom Königspalast Palácio Nacional de Sintra (auch Paco Real genannt) mit seinen riesigen, zylinderförmigen Küchenkaminen, die gleich Zuckerhüten dem verschachtelten Komplex eine fröhliche architektonische Haube aufsetzen. Unbedingt sehenswert im Paco Real ist die einzigartige Fliesensammlung.

Oberhalb des historisch geprägten Ortszentrums, auf einer leichten Anhöhe gelegen, befindet sich die Quinta da Regaleira. Quintas sind ehemalige Herrenhäuser in Portugal. Das verträumte Anwesen Quinta da Regaleira liegt inmitten eines "verwunschenen" Parks. Die üppig bewachsene Anlage versetzt seine Besucher rasch in märchenhafte Szenerien mit Höhlen, künstlich angelegten Ruinen, Pavillons, Statuen, Türmen, Wasserbecken und einem See.

Auf dem benachbarten Berggipfel thront der Palácio Nacional da Pena, seines eklektizistischen Baustils wegen auch das "Neuschwanstein Portugals" genannt, weswegen Kunstkenner ein wenig die Nase rümpfen über den Stilmix. Das Schloss wurde auf den Ruinen eines Klosters errichtet, die Parkanlagen, die das Schloss umgeben, setzen die märchenhafte Erscheinung fort.

Centro in Portugal: unberührt und ...

Centro in Portugal: unberührt und still – wie geschaffen für Verliebte, Wanderer, für Einsiedler … (Bild: johannes flörsch)

Coimbra – Auf den Spuren der größten Liebesgeschichte Portugals

In Coimbra, auf knapp halbem Weg zwischen Nord- und Südküste im Zentrum Portugals gelegen, hat die berühmteste Liebesgeschichte des Landes stattgefunden – eine Variante des Romeo-und-Julia-Dramas. Auf dem Anwesen der Quinta das Lágrimas spielte sich im 14. Jahrhundert eine heftige und tragische Liebschaft zwischen dem Prinzen Dom Pedro I. und der Hofdame Inês de Castro ab, was dem Vater des Prinzen, König Alfonso IV., aus politischen Gründen nicht ins Konzept passte. Er ließ Inês wegen Hochverrats zum Tode verurteilen und im Garten der Quinta das Lágrimas 1355 enthaupten.

Nachdem Afonso IV gestorben war, rächte sich Pedro fürchterlich, was ihm den Beinamen "der Grausame" einbrachte: Den Mördern seiner Geliebten ließ er die Herzen aus ihren Körpern reißen und erklärte die tote Inês zu seiner Ehefrau: Sie wurde exhumiert und gekrönt.

Beider Sarkophage, des Königs und seiner angeblichen Frau, sind im Zisterzienserkloster von Alcobaça so aufgestellt, dass am Tag des Jüngsten Gerichts sie als erstes sich selbst erblicken werden.

Lagrimas, das sind die Tränen, und dort, wo die die Hinrichtung vollzogen wurde, bildete sich der Legende nach eine Quelle aus den Tränen der schönen Inês: die Fonte das Lágrimas (Brunnen oder Quelle der Tränen). Das Blut, das ihrem Körper entströmte, soll das Wasser rot gefärbt haben – und das ist es auch heute noch, siebenhundert Jahre nach dem tragischen Ende einer Liebe.

Das Anwesen und das Zentrum von Coimbra sind heute ein beliebtes Ausflugsziel für Verliebte. Die Quinta selbst ist der perfekte Ort für Heiratsanträge und Hochzeiten. Coimbra erreicht man am besten über den Flughafen Porto, von dort geht es weiter mit dem Schnellzug.

Coimbra war 2003 Kulturhauptstadt Portugals und blickt auf eine bedeutsame Geschichte zurück: Sechs Könige wurden hier geboren!

Die Fahrt mit der Tram durch ...

Die Fahrt mit der Tram durch Portugals Metropole Lissabon verzaubert (Bild: johannes flörsch)

Alentejo – wild-romantische Strände, romantisch-verträumte Orte

Turteltauben, die es ans Meer zieht, sollten den Valentinstag im Alentejo verbringen. Zwischen Comporta und Pego harren dutzende wild-romantische Strände ihrer Entdeckung, mal langgestreckt und offen, mal zwischen Felsen versteckt. Auf dem Weg zum Strand laden zahlreiche kleine Fischrestaurants zum Verweilen ein.

Besonders romantisch ist Porto Covo. Vor dem verträumten Fischerort liegt die verlassene, von Mythen umrankte Insel Ilha do Pessegueiro: Einst suchten hier die Piraten Zuflucht.

Wer mehr "Action" möchte, sollte ins benachbarte Vila Nova de Milfontes fahren. Die hübsche Ortschaft an der Mündung des Rio Mira erfreut mit unberührten Naturstränden, die sich hervorragend für Wassersport eignen.

Autor: Johannes Flörsch

Quelle: Die Informationen zur Historie und dem Liebesdrama wurden mit Unterstützung des portugiesischen Fremdenverkehrsamtes Turismo de Portugal, Deutschland, und der Presseagentur der portugiesischen Airline, Pura Communications, zusammengestellt.

jofl, am 16.04.2014
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Bildquelle:
a.sansone (Lechweg - Wie es ist an einem Wildfluss zu wandern)
Eigenwerk (Kann man im Sommer auf die Zugspitze?)

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