Der Sankt-Lorenz-Strom (Bild: SofiLayla / Pixabay)

Ozeanfrachter können vom Atlantik bis in das Herz Amerikas fahren

Vor allem Kanada setzte sich dafür ein, da der Sankt-Lorenz-Strom auf kanadischer Seite wegen der vielen Stromschnellen nur eingeschränkt als Wasserstraße betrieben werden konnte. Weniger interessiert zeigten sich hingegen die Amerikaner. 1932 schlossen die beiden Staaten einen Vertrag über den gemeinsamen Ausbau des Sankt-Lorenz-Seewegs. Die technischen Schwierigkeiten - Höhendifferenzen zwischen den Seen, Stromschnellen im St. Lorenz, die Notwendigkeit, zahlreiche Schleusen und Kanäle zu bauen - waren zu bewältigen. Auch die finanziellen Probleme mussten gelöst werden. Deshalb dauerte es auch Jahrzehnte, bis einige amerikanische Gesellschaften ihre Bedenken zurückstellten.

1959 war die größte Binnenwasserstraße der Welt fertig. Ozeanfrachter können nun vom Atlantik bis in das Herz Amerikas fahren. 16 Schleusen heben sie dabei auf eine Höhe von 183 Meter über dem Meeresspiegel. Zum 450-jährigen Jubiläum der ersten Cartier-Expedition wurde 1984 zum ersten Mal die Hochsee-Regatta "Transat Québec Saint-Malo" veranstaltet, die von Québec auf dem Sankt-Lorenz-Strom und dem Atlantik bis zu Cartiers französischem Geburtsort Saint-Malo führte.

Die Irokesen und Mohawk kämpften gegen die Engländer

Das Gebiet am Sankt-Lorenz-Strom wurde auch zur neuen Heimat der Irokesen- und Mohawk-Indianer. Um 1670 verließen viele ihre ursprünglichen Jagdgründe im heutigen US-Bundesstaat New York und errichteten in der Nähe von Montreal zwei Siedlungen. Caughnawaga befand sich am Südufer des Flusses, Mount Royal an der Nordseite auf Island of Montreal. Als Verbündete der Franzosen kämpften sie gegen die Engländer und verschiedene Indianerstämme, sogar gegen die Irokesen, die in ihrer alten Heimat geblieben waren.

Ende der 1740er Jahre wurden noch zwei weitere Siedlungen errichtet. Eine befand sich bei Oswegatchie (heute Odgensburg), die andere bei Saint Regis. Heute gibt es in Kanada noch sechs Mohawk-Reservate: Akwesasne (Sankt Regis) an der Grenze zu New York, Kanesatake (Oka) und Kahnawake (früher Caughnawaga) im südlichen Québec, sowie Tyendinaga und Wahta (Gibson) im südlichen Ontario. Das größte Reservat gehört den "Six Nations of the Grand River" im südlichen Ontario, dem Mitglieder aller sechs Irokesenstämme angehören.

BerndT, vor 10 Tagen
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Bildquelle:
NatashaG (Niagara-Fälle - Die donnernden Wasser)
Brigitte Werner (Der Yellowstone-National Park in Amerika)

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