Schlossbergmuseum

Das Schlossbergmuseum präsentiert in den Räumen des Schlosses Chemnitz die Geschichte der Stadt, des Schlosses und des Klosters. Weiter ist hier die Städtische Sammlung Alter Kunst zu sehen. Ein besonderes Exponat ist das "Heilige Grab". Das wurde wahrscheinlich durch einen Meister Jorg im 15. Jahrhundert geschaffen. Der spätgotische Prunkschrein stammt aus der Jakobikirche. Ein weiteres Prachtstück des Hauses ist das "Glösaer Kruzifix". Das wurde von einem unbekannten Künstler am Ende des 15. Jahrhundert geschaffen und präsentiert sich nach aufwendiger Restauration wieder in den originalen Farben. Und der Schlossbau selbst ist Teil des Museums. Denn von kunsthistorischer Bedeutung sind der umlaufende Kreuzgang mit Kapitelsaal, das Parlatorium und Refektorium im Erdgeschoss und im Obergeschoss der kleine Renaissancesaal. Der große Saal ist einer der bedeutendsten Säle der frühen Renaissance in Sachsen. Auf dem Schlossberg gibt es noch ein überdachtes Lapidarium. In dem werden Steinskulpturen und Bauplastik aus dem 16. bis 18. Jahrhundert gezeigt.

Schloss Chemnitz

Schloss Chemnitz (Bild: haros)

Schloss Chemnitz

Das Schloss Chemnitz ist das älteste erhaltene Gebäude in der Stadt. Es entstand als Benediktinerkloster "St. Marien". Das ließ Kaiser Lothar um 1136 auf dem Bergsporn über dem Chemnitzflusses anlegen. Während der 400 Jahre seines Bestehens wurde das Kloster mehrfach um- und ausgebaut. Ein letzter Umbau in den Formen der Spätgotik erfolgte zwischen 1483 und 1522 unter dem Abt Heinrich von Schleinitz. Zu dieser Zeit war es eines der reichsten Klöster in Sachsen.

Nach 1540 Jahren verließen die Mönche das Kloster. Dessen Besitzungen fielen den sächsischen Kurfürsten zu. Unter Kurfürst Moritz begannen 1548 umfangreiche Umbauten. Aus dem Kloster sollte eine Sommerresidenz werden. Doch genutzt wurden die Bauten auf dem Chemnitzer Schlossberg als Jagdschloss und Sitz der Gebietsverwaltung. Aus dieser Bauphase stammen die beiden Renaissance-Säle im Obergeschoss. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Gebäude teilweise verwüstet.

Um 1740 erwarben die Siegerts, eine Familie von Chemnitzer Textilkaufleuten, das Rittergut. Sie entwickelten das Schlossgelände in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zu einer Ausflugs- und Freizeitstätte. Biergarten, Kegelbahnen und Billardstuben, die im Garten des Schlossvorwerkes entstanden, zogen viele Besucher an. Die Umgebung des Schlosses verwandelte sich in einen Park mit Pavillons und Skulpturen. Am Fuße des Berges entstand eine Anlegestelle für Gondelfahrten auf dem Schlossteich.

1928 beschloss die Stadt Chemnitz, inzwischen Eigentümerin des Schlosses, dieses zu sanieren und für die Präsentation der Sammlungen des Geschichtsvereins zu nutzen. 1931 wurde das neue Museum eingeweiht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschlechterte sich der Zustand des Schlossbaus. 1979 musste das Haus deswegen geschlossen werden. Bei der folgenden und sich lang hinziehenden Rekonstruktion des Schlosses wurde auch der Nord- und Westflügel in modernen Formen wieder hergestellt. Damit ist das geschlossene Ensemble wieder erlebbar. Seit September 1995 ist das Stadtgeschichtliche Museum im Schloss wieder eröffnet.

Schlosskirche

Beim Benediktinerkloster entstand im 12. Jahrhundert eine Marienkirche. Abt Heinrich von Schleinitz ließ ab 1499 eine neue Kirche auf den Grundmauern der alten Kirche errichten und das Kloster gotisch umgestalten. 1525 waren diese Arbeiten abgeschlossen. Die Schlosskirche erlitt 1945 Bombenschäden am neogotischen Turmhelm, am Dach und der Nordfassade. Diese Schäden wurden bis 1949 behoben. Allerdings wurde der Turm nur vereinfacht wieder aufgebaut und erhielt sein heutiges Dach.

Die Restaurierung des Innenraums mit seinen Kunstschätzen dauerte bis 1957. Den gotischen Katharinenaltar schuf Pankratius Grueber 1499. Er stammt aus der Katharinenkirche in Großenhain. Seit etwa 1820 steht die Geißelsäule in der Schlosskirche. Ursprünglich befand sie sich im Kloster. Mit ihr wird die Geißelung Christi als eine Gruppe mit fünf Figuren dargestellt. Das Nordportal schuf der Meister H W (Hans Witten) 1504/1505. Vollendet wurde es 1525 von Franz Maidburg. Es schmückte ursprünglich das Hauptportal an der Nordseite der Kirche. 1973wurde es in den Innenraum der Kirche umgesetzt.

Die südliche Chornebenkapelle ist als Romanische Kapelle wieder hergestellt worden. Dabei wurde der romanische Fußboden freigelegt und das romanische Fenster in der Apsis wieder hergestellt. Das Tonnengewölbe und der romanischer Wandfries kommen so wieder zur Geltung. Weiter birgt die Kirche drei Gemälde aus der Werkstatt von Lucas Cranach dem Älteren.

Schloss und Schlosskirche (Bild: haros)

Schlossteich

Abt Heinrich von Schleinitz ließ 1493 den Schlossteich als Fischteich für das Kloster anlegen. Seit 1860 gehört der Teich der Stadt Chemnitz und wurde zu einem Erholungsgebiet.

Ausspanne

In der Nähe des Schlossberges steht der Gasthof "Zur Ausspanne". Er befindet sich im ältesten Wohnhaus von Chemnitz aus dem Jahr 1650. Das Haus hat eine ungewöhnlich aufwendige Fachwerkkonstruktion und ungewohnte Verformungen und Neigungen in Fassade und Decke.

Restaurant Miramar

1884 wurde au dem Schlossberg das Restaurant "Schloss Miramar" eröffnet. Diese beliebte Gaststätte wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1951 wurde in der Nähe des früheren Restaurants das "Cafe Schlossberg" erbaut. Heute trägt dieses Haus wieder den Namen "Miramar". Es bietet gute Küche, eine breite Getränkeauswahl und nicht zuletzt den einmaligen Blick vom Schlossberg über den Schlossteich auf die Stadt.

Weg zum Miramar

Weg zum Miramar (Bild: haros)

Weitere Ausflugsziele in Chemnitz

Über weitere lohnende Ausflugszeile in der Stadt wird in dem Beitrag "Chemnitz - Ausflugsziele in der Stadt" berichtet.

Grüner Schlossberg

Grüner Schlossberg (Bild: haros)

Mehr zum Schlossberg

  1. Stadt Chemnitz
  2. Schlossbergmuseum
  3. CWE - Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH
  4. C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren
  5. Schlosskirche Chemnitz

 

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