Das Analgetikum wirkt bei:

  • grippalen und fiebrigen Infekten
  • Regelschmerzen (Menstruationsbeschwerden)
  • Zahnschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • leichten, mittel und starken Schmerzen vieler Art

Rezeptfrei, günstig und lebensgefährlich

Wer nicht lange im Wartezimmer beim Hausarzt herumsitzen möchte, um sich von ihm ein Mittel gegen Schmerzen oder Fieber verschreiben zu lassen, wählt den einfachsten Weg. Dieser führt umgehend in die nächste Apotheke, denn dort gibt es außer verschreibungspflichtigen Medikamenten gleichwohl rezeptfreie Schmerzmittel. So auch Paracetamol.


Das Analgetikum (APAP – N-acetyl-para-aminophenol) ist keineswegs nur in Tablettenform erhältlich. Es wird ebenso in Form von Zäpfchen und Saft bzw. als Sirup angeboten. Letztere Varianten kaufen Eltern gerne, wenn ihre Kleinen Schnupfen, Husten, fiebrige Infekte oder Kopf- und Gliederschmerzen haben. Aus der Hausapotheke der deutschen Bundesbürger ist das nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel nicht mehr wegzudenken.


Dabei dürfte Paracetamol eigentlich gar nicht frei verkäuflich sein. Es sollte ebenso wenig von Ärzten verschrieben oder von Apothekern empfohlen werden. Die Nebenwirkungen des schmerzstillenden und fiebersenkenden Arzneimittels, die sicherheitshalber auf dem in der Arzneimittelverpackung beigefügten Beipackzettel vermerkt sind, haben es nämlich ganz schön in sich. Aber erst dann, wenn es zu einer Überdosierung kommt. So heißt es jedenfalls!

Selten bis sehr selten auftretende Nebenwirkungen von Paracetamol:

  • Störungen der Blutbildung
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Verkrampfung der Luftwege einhergehend mit Atemnot
  • Anstieg der Leberwerte

Akute Leberschäden bis hin zum Leberversagen

Ein leichter bis mittelmäßiger Anstieg der Leberwerte ist doch nicht so dramatisch, oder? Für Patienten mit akuten Lebererkrankungen durchaus. Denn nehmen sie bedenkenlos Paracetamol ein, ohne zuvor mit dem Arzt ihres Vertrauens darüber gesprochen zu haben, kann dies für jene Personen lebensgefährlich werden.

Allerdings ist die Einnahme von Paracetamol, in höheren Mengen als angegeben, für gesunde Menschen ebenso gefährlich. Bei einer Überdosierung des Wirkstoffs oder einer langfristigen Einnahme von Paracetamol kann es zu einer schweren Schädigung der Leber kommen. Schlimmstenfalls droht akutes Leberversagen.

Anzeichen und typische Symptome, die auf eine Leberinsuffizienz hindeuten:

 

  • plötzlich auftretendes hohes Fieber
  • Gallenstauung und Gelbsucht
  • Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle (Aszites)
  • Gerinnungsstörungen des Blutes
  • zitternde Beine und Arme
  • akutes Nierenversagen

Drastische Folgen, die nicht auf dem Beipackzettel vermerkt sind

Eine Überdosierung von Paracetamol kann bei Eigenmedikation sehr schnell auftreten. Davon einmal abgesehen ist selbst eine Tagesdosis von 4 g schon mehr als bedenklich. Von schweren Leberschäden und einer möglichen Leberinsuffizienz einmal abgesehen, kann das Schmerzmittel Paracetamol durchaus noch viel mehr Schaden anrichten. Neueste Studien haben ergeben, dass das beliebte Medikament u.a. ein hohes Risiko birgt, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Ist Paracetamol während der Schwangerschaft empfehlenswert?

NEIN! Bisher galt, dass die Einnahme des schmerzstillenden und fiebersenkenden Medikamentes für Schwangere unbedenklich sei. Studien in Dänemark haben etwas anderes ergeben. Es wurden ca. 64.322 Mütter, die während der Schwangerschaft in regelmäßigen Abständen Paracetamol eingenommen haben, getestet als auch deren Kinder. Es zeigte sich, dass die Sprösslinge jener Mütter ein deutlich höheres ADHS und ADS Risiko aufwiesen.


Ähnliche Resultate gingen aus einer norwegischen Studie hervor. Ebenso stellten die Forscher bei den Nachkommen der Mütter, die während der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen hatten, eine deutlich schlechtere gesamtmotorische Entwicklung fest. Gleichwohl ergab sich aus den Studien, dass die Kleinen ein gestörtes Kommunikationsverhalten an den Tag legten.


In den vergangenen Jahren wurde diesbezüglich viel geforscht. Es kamen weitere nicht minder drastische Auswirkungen für den Nachwuchs, infolge der Einnahme des rezeptfrei erhältlichen Schmerzmittels mit dem Wirkstoff Paracetamol in der Schwangerschaft, ans Tageslicht. So steht das Analgetikum ebenfalls unter Verdacht, Asthma bei Kindern hervorzurufen.


Darüber hinaus wurde belegt, dass hauptsächlich neugeborene Jungen, deren Mütter in der Schwangerschaft das Schmerzmittel konsumiert haben, an einer Lageanomalie des Hodens (auch Hodendystopie genannt) litten. Der sogenannte Hodenhochstand wiederum kann später zu Fertilitätsstörungen (Unfruchtbarkeit des Mannes) führen.


Weiterführende Informationen zum Thema "Paracetamol während der Schwangerschaft" finden Sie auf dieser Internetseite.

Anmerkung der Autorin

Sehr geehrte Leser/innen,


dieser Artikel dient lediglich zu Ihrer Information und ersetzt keineswegs die Konsultation eines Arztes, um sich dessen Meinung einzuholen. Mein Ansinnen ist es, Sie zum Nachdenken zu bewegen. Ist es wirklich sinnvoll, immer gleich zu Schmerzmitteln zu greifen?

Jedes Arzneimittel hilft gegen bestimmte Sachen – und mitunter gar relativ schnell - hat jedoch auch Nebenwirkungen. Jene sind es, die schlussendlich mehr Schaden anrichten und nicht selten den "Tod auf Raten" bedeuten.

Denken Sie in Zukunft darüber nach, ob es bei Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen und Migräne, fiebrigen Infekten, Erkältungen und Co tatsächlich sinnvoll ist, zur "chemischen Keule" zu greifen. Es gibt zahlreiche alte Hausmittel, die auch heute noch wirksam sind. Zugegeben, der Aufwand, diese herzustellen, ist manchmal enorm. Es lohnt sich jedoch!

KreativeSchreibfee, am 26.10.2014
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