Alle Jahre wieder kommt der Silvestermüll

Am Feuerwerk sparen viele Deutsche nun wahrlich nicht. 100 Millionen Euro geben die Freunde der Pyrotechnik im Rahmen der Silvesterparty jedes Jahr für Feuerwerksraketen, Bodenfeuerwerk und andere Knaller aus. Die Feuerwerkbranche freut dies, die Umwelt allerdings weniger. Denn mit den Feuerwerkskörpern werden alljährlich zwischen Silvester und Neujahr insgesamt 12.000 Tonnen giftiger Substanzen in die Luft geschleudert, genauer gesagt 8.000 Tonnen Feinstaub, 1.500 Tonnen Kohlendioxid, 1.200 Tonnen Schwefeldioxid, 200 Tonnen Kohlenmonoxid sowie Stickoxide. Als ob das Silvesterfeuerwerk nicht ohnehin schon umweltbelastend genug wäre, erlaubt ein Gesetz seit 2009 auch noch, dass ein Verbundfeuerwerk eine Schwarzpulvermenge von bis zu 500 Gramm enthalten darf. Hinzu kommt, dass viele Menschen die Überreste der Silvesterfeier einfach auf der Straße liegen lassen.

Silvesterfeuerwerk nachhaltiger gestalten: Weniger ist mehr

Aufgrund der enthaltenen Schadstoffe ist ein Feuerwerk natürlich niemals komplett ökologisch. Die umweltfreundlichste Option wäre daher, gar nicht erst welches zu verschießen. Da diese bunten pyrotechnischen Effekte an Silvester hierzulande jedoch häufig zu diesem Fest dazugehören und in einem vernünftigen Maß auch richtige Stimmungskanonen sein können, wird wohl nicht jeder völlig darauf verzichten wollen. Eine Silvesterparty ohne stimmungsvolle Böller wäre jedenfalls für viele nur schwer vorstellbar.

Doch auch ohne den völligen Verzicht auf die mehr oder weniger kunstvolle Pyrotechnik lässt sich die Umweltbelastung deutlich reduzieren, wenn man einige Dinge dabei beachtet.

  1. Zunächst einmal kann man die abgefeuerte Menge der Raketen, Fontänen und sonstigen Feuerwerkskörper überdenken. Muss es wirklich ein ganzer Korb voller gekaufter Knaller sein, oder würden nicht ein paar wenige, gezielte Lichtspiele nachhaltiger Akzente setzen? Wenn viele Feuerwerkskörper zwischen den Jahren um Mitternacht in die Luft geschossen werden, verpufft die optische Wirkung oft recht schnell in dem Rauch, der anschließend entsteht. Dabei würde weniger Feuerwerk die einzelnen Bestandteile doch viel besser zur Geltung bringen! Außerdem sollte man sich fragen, ob es wirklich notwendig ist, schon Stunden vorher an Silvester mit dem Böllern zu beginnen oder aber nach Zwölf noch mehr als eine halbe Stunde damit weiterzumachen. Wo hört Genuss auf, und wo fängt die Verschwendung an? Denkt mal darüber nach!
  2. Die Entsorgung von Silvestermüll obliegt rechtlich gesehen dem jeweiligen Verursacher. Das heißt, eigentlich ist jeder verpflichtet, den Müll, den er während der Feier produziert, selber mitzunehmen und zu entsorgen. In der Praxis sieht es allerdings häufig anders aus. Flaschen werden einfach auf die Straße geworfen und die Reste der Silvesterraketen achtlos liegen gelassen. Ganze Städte erwecken dann am Tag danach den Eindruck einer riesigen Müllhalde. Die verwöhnten Menschen der Industrienationen vertrauen dann darauf, dass der Müll irgendwann von der Müllabfuhr oder Mitarbeitern der Stadt eingesammelt wird. Spätestens am 2. Januar, zumal Neujahr ja ein Feiertag ist. Deshalb appelliere ich in diesem Zusammenhang daran: Übernehmt die Verantwortung für Euren Silvestermüll und entsorgt ihn nach Möglichkeit fachgerecht! Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

3. Wunderkerzen und Eisfontänen sind stimmungsvolle Begleiter auf jeder Silvesterparty. Sie bieten eine leisere Alternative zum großen Feuerwerk, dessen Akustik im Gegenzug jährlich an Silvester für zahlreiche Herzinfarkte und verängstigte Haustiere sorgt. Hinsichtlich der Umweltgifte sind Wunderkerzen zwar auch nicht viel nachhaltiger, aber dafür kann man sie sparsamer verwenden. Wenn jeder der Partygäste eine Wunderkerze in der Hand hält, schaut das Funken spritzende Lichtermeer sehr toll aus. Aus Sicherheitsgründen und um das Risiko, die darin enthaltenen Schadstoffe einzuatmen, zu minimieren, sollten Wunderkerzen allerdings nur draußen angezündet werden.

Umweltfreundliche Orakel zu Silvester

Das Bleigießen ist ein beliebter Silvesterbrauch. Dabei werden Figuren gegossen, aus denen man spielerisch die Zukunft der teilnehmenden Personen interpretiert. Aber warum soll man dazu Blei verwenden, wenn es mit erhitztem Kerzenwachs genauso gut funktioniert? Für das Blei gibt es im Grunde keine Notwendigkeit.

Durch das Gießen des Schwermetalls entsteht hochgiftiges Bleioxid, dessen Einatmung die Gesundheit schädigt und dessen Rückstände beim anschließenden Händewaschen ins Grundwasser gelangen und so der Umwelt großen Schaden zufügen. Das Blei bildet dort anorganische Verbindungen, die sich im Fettgewebe der Tiere anreichern und so über die Nahrung wiederum in den menschlichen Körper gelangen können. In unserem Körper führt eine Vergiftung durch Blei schließlich zu Schäden am Nervensystem und an den Nieren, und auch das Blut wird beeinträchtigt. Zudem werden die Bleireste aus Unwissenheit oft falsch entsorgt. Nicht jeder weiß, dass zur Entsorgung vorgesehenes Blei nicht in den Mülleimer gehört, sondern aufgrund seiner Giftigkeit an den Sammelstellen für Sondermüll abgegeben werden muss.

Wer das Wachsgießen so umweltfreundlich wie möglich machen möchte, der verwendet am besten Bienenwachs anstelle von künstlichem Wachs aus Paraffinöl oder Kunstharz. Abgesehen vom Wachsgießen kann man aber auch zum Beispiel mit einem schönen Tarotkartenset oder einem anderen Kartenset in einer Runde auf der Silvesterparty potentielle Entwicklungen für das neue Jahr orakeln. Man könnte den Kaffee- oder Teesatz lesen. Auch könnte man hierfür einen Glückskeks oder einen Kaugummi mit Orakelspruch ziehen. Sehr beliebt ist das Gummibärchen-Orakel.

Auch ökologische Deko peppt die Silvesterfeier auf

Es geht auch ohne Kunststoff-Dekoration auf der Party zum Jahreswechsel. Schließlich kann das Neujahrsfest auch mit nachhaltigen Materialien wie beispielsweise Deko aus Papier, Holz oder Porzellan geschmückt werden. Je haltbarer die Silvesterdeko und somit je öfter wiederverwendbar, desto besser für die Umwelt. Und müssen es wirklich giftige Glitzersprays und Farben sein, mit denen die Dekoration für den Übergang ins neue Jahr gebastelt wird? Sicher gibt es Alternativen mit weniger Chemie. Edle Glitzereffekte etwa bekommt man ebenfalls hin, indem Elemente aus Metall einbezogen werden.

Silvesterdekoration ohne Plastik - die Umwelt wird es danken
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Prosit Neujahr – mit Öko-Sekt guten Gewissens anstoßen

Auch beim Sekt lässt sich die Silvesterfeier umweltfreundlicher genießen. Bei Sektflaschen mit Korken aus Naturkork sind die Verschlüsse im Gegensatz zu den Plastikverschlüssen biologisch abbaubar und können recycelt werden. Das Holz der Naturkorken stammt aus Korkeichenwäldern in den Mittelmeerregionen. Diese Wälder wurden speziell zu diesem Zweck angelegt. Allerdings sind diese Korkeichenwälder bedroht, da immer weniger Flaschen mit Naturkorken gekauft werden und das Angebot entsprechend angepasst wird. An die Stelle der Korkeichenwälder könnten daher in Zukunft, wenn diese Tendenz sich fortsetzen sollte, Eukalyptus- und Pinienplantagen treten, was ökologische Folgen für die Natur in jener Region haben könnte. Der Lebensraum für die dortige Flora und Fauna könnte verschwinden oder im schlimmsten Falle sogar eine Wüste dort entstehen.

Durch die Verwendung von Bio-Sekt können Silvester Feiernde außerdem der Umwelt und ihrer Gesundheit etwas Gutes tun. Denn bei Sekt aus ökologischem Anbau wird im Rahmen der Herstellung auf chemische Pflanzenschutzmittel und eben solchen umweltschädlichen Dünger verzichtet. Darüber hinaus enthält als Öko deklarierter Perlwein oft weniger Schwefel und Kupfer als Sekt aus herkömmlich angebauten Weintrauben.

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