Übrigens, der Grundstein für den Freiburger Bahnhof wurde 1843 gelegt. Am 22. Juli 1845 fuhr der erste Probezug aus Offenburg kommend, in den Freiburger Bahnhof ein. Er bestand aus sechs Waggons und der festlich geschmückten Dampflokomotive "Der Kaiserstuhl".1

Inzwischen ist der Bahnhof ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Südbaden und wird durchschnittlich von 72.000 Reisenden täglich frequentiert.2

Das Historische Kaufhaus ist eines ...

Das Historische Kaufhaus ist eines der schönsten Häuser Freiburgs. Auf meinem Stadtrundgang werde ich es sehen.

Freiburg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Berthold III. und Konrad I. von Zähringen gründeten 1120 den Markt im Breisgau, bereits um 1200 begann der Bau des Freiburger Münsters. Die Stadt erlebte Blütezeiten und Perioden bitterer Armut, erduldete Kriege, Zerstörungen und gewann im 19. Jahrhundert an geistigem, wirtschaftlichen und politischen Gewicht. Immerhin löste Freiburg 1821 Konstanz als Bischofssitz ab. Wer aufmerksam durch die Straßen Freiburgs bummelt, entdeckt bauliche Spuren aus all diesen Zeiten.

Weinstöcke, Bächle und buntes Straßenpflaster in der Stadt

Im Breisgau ist der Weinanbau allgegenwärtig und während der Zugfahrt genoss ich den Blick auf die Weinhänge des Kaiserstuhls. Jedoch mitten in Freiburg hatte ich keinen Weinberg erwartet. Eigentlich ist es ja auch der Colombipark, der auf der Seite der Eisenbahnstraße anschaulich mit Rebstöcken bepflanzt ist. Der Park ist auf den Mauerresten der ehemaligen Stadtbefestigung angelegt worden. Ich spazierte den Weinlehrpfad entlang, habe dabei vom biologischen Sieg über die Reblaus und vieles mehr zum Thema Weinanbau gelesen. Oberhalb des Parkes steht das Colombischlössle, die stattliche Villa beherbergt das archäologische Museum der Stadt.

 

Ich kann mir gut vorstellen, wie idyllisch es hier im Sommer sein muss, wenn der Lehrpfad von Weinlaub überrankt wird.

Weinlehrpfad im Colombipark

Schau- Weingarten am Colombipark in Freiburg

Durch die Freiburger Altstadt spazierte ich meist mit erhobenem Haupt, mich faszinierten die zierreichen Dächer und Fassaden. Jedoch ist das Freiburger Straßenpflaster auch so manchen Blick wert, denn vielerorts schmücken Mosaike aus farbigen Pflastersteinen den Fußweg. Außerdem musste ich auf die Bächle achten, die munter durch die Altstadtstraßen fließen.

Freiburger Ansichten

Freiburger Ansichten

Das Bächle-System in Freiburg gibt es mindestens seit 1238. Auf einer verzweigten Strecke von etwa 16 Kilometern plätschert das Wasser durch die Stadt. Freiburg ist eine Stadt mit großen Höhenunterschieden, so können die Bächle munter "bergab" fließen. Die kleinen Wasserläufe und Kanäle sind mit Schiebern und Überlaufstellen ausgestattet und werden vom "Bächleputzer" saubergehalten. 

Seinen bunt bebilderten Straßenbelag soll Freiburg dem Pflasterermeister Alois Krems verdanken. Er hatte diese Pflasterarbeiten aus Flusskieselsteinen während seiner Lehr- und Wanderjahre in Südfrankreich kennengelernt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird nun der Straßenbelag in Freiburg so bildschön verziert. Basaltstein, weißer Marmor, Porphyr und bunte Rheinkiesel dienten als Baumaterial. Pflastermosaike gibt es in vielen Freiburger Stadtteilen zu bewundern, am meisten jedoch in den Altstadtstraßen.

Bächle-Bett in der Freiburger Altstadt

Pflastermosaike in Freiburg

Übrigens, seit dem 14. Jahrhundert durften ärgerniserregende Stoffe nur bei Dunkelheit in den Rinnen entsorgt werden. – So stand es in der damaligen Ratsverordnung.

Der Freiburger Rathausplatz

Am Rathausplatz beherrscht das Neue Rathaus optisch die Szene. Mit Erkern und Fassadenstuck, Glockenturm und Balkon zieht der Komplex auch meine Blicke auf sich. (Hinter den schmiedeeisernen Fenstergittern versteckte sich gerade ein kleiner Vogel und sang sein Lied.) Nur weil ich vorher darüber gelesen habe, erkenne ich die ursprünglichen Einzelhäuser des Gebäudes, sie hießen "Zum Rechen" und "Zum Phönix". Im 16. Jahrhundert erwarb die Freiburger Universität beide Häuser und fügte sie mit einem prächtigen Säulenportal zusammen. Sein heutiges Aussehen erhielt das Gebäude um 1900, als es zum Rathaus umgebaut wurde.

Gleich daneben, im Alten Rathaus, befindet sich die Tourist-Information.

Als ein Brautpaar aus dem Rathausportal kommt, begrüßt, beglückwünscht und gefeiert wird, wende ich mich der anderen Seite des Rathausplatzes zu, der früher Franziskanerplatz hieß. Auf diesem Platz stand jahrhundertelang ein Franziskanerkloster. Die malerischen Arkaden des ehemaligen Kreuzganges und die Martinskirche sind davon erhalten geblieben.

Arkaden des ehemaligen Franziskanerklosters

Einer der Franziskanermönche war der Alchemist Bertolt Schwarz, der Mitte des 16. Jahrhunderts das Schwarzpulver entdeckt haben soll. Mit der Statue auf dem Rathausbrunnen ist ihm ein Denkmal gesetzt.

Übrigens, wer das Glockenspiel des Rathauses hören möchte, muss sich 12.00 Uhr am Rathausplatz einfinden. Dann lassen 25 Glocken Kirchenlieder, Volksweisen oder auch den Brautchor von Richard Wagner erklingen.

Martinstor und Fischerau – Elemente der Stadtgeschichte

In der belebten Innenstadt ist die badische Gemütlichkeit spürbar, jedoch am Martinstor wird es turbulent. Hier scheinen es die Menschen eilig zu haben, wechseln, mit Einkaufstüten bepackt, flink die Straßenseite, es ist laut und Straßenbahnen zwängen sich durch den Torbogen. Doch das stolze, sechzig Meter hohe Tor steht unerschütterlich an seinem Platz. Dabei war es nicht immer so hoch. Bis etwa 1900 maß es gerade mal zweiundzwanzig Meter. Dann wurde es zu beachtlicher Höhe aufgestockt, bekam seine Türmchen und den Dachaufbau im gotischen Stil. Nun ist es ein romantischer Blickfang, wobei die benachbarten Hausfassaden auch beachtenswert sind. 

Das Martinstor ist das älteste der erhaltenen Stadttore Freiburgs

Ein Wegstück weiter lockte mich ein auffälliges Straßenschild in die Fischerau, wo einst Runz- und Flussfischer wohnten. Den Begriff "Runz" musste ich erst googlen, er steht wohl für Rinnsal, demzufolge diese Fischer in kleinen Fließgewässern fischten. Durch die verträumt wirkende Gasse fließt der Gewerbebach, gesäumt von urigen Wohnhäusern. Der Bach trieb früher zahlreiche Mühlen der Anwohner an, in einem der Häuser wird bis heute Strom per Wasserkraft erzeugt.

Mein Besuchstag fiel in die Zeit des "Bachabschlags". Dabei legt die Runzgenossenschaft regelmäßig im Herbst den Gewerbekanal trocken, damit er gereinigt und, wo notwendig, repariert werden kann. 

Rund um das Münster "Unserer Lieben Frau"

Mit seinen einhundertsechzehn Metern Höhe rückte der Münsterturm immer mal wieder in mein Blickfeld. Dann stand ich direkt davor, musste den Kopf weit in den Nacken legen, um bis zur Spitze hinauf zu schauen. Jetzt verstehe ich, warum er so oft als "schönster Turm der Christenheit" bezeichnet wird. Sicher, das Innere des Münsters ist beeindruckend, mich faszinierte aber besonders die äußere Ansicht. Lange bestaunte ich das prächtig Portal, die filigranen Details, Figuren, Friese, Wasserspeier, Hahnentürme und…

Münsterturm - wird oft als "schönster Turm der Welt" bezeichnet

Portal des Freiburger Münster

Jeden Tag, außer Sonn- und Feiertags findet rund um das Freiburger Münster der Münstermarkt statt. Regionale Erzeuger bieten ihre Waren feil, Gemüse, Obst, hölzerne Haushaltsgeräte, Weine Honig und vieles mehr. Es duftete nach Bratwurst und Glühwein, da konnte ich nicht lange widerstehen.

An einem Gemüsestand entdeckte ich alte Rübensorten. Sichtlich erfreut über mein Interesse beantwortete der Händler meine Fragen dazu, empfahl mir Butterrüben und erzählte mir wie seine Frau diese immer kocht. (Später, zurück in Halle, kochte ich einen leckeren Eintopf draus.)

Wo einst Wachmannschaften stationiert waren, genießen die Besucher heute Badischen Wein

Für meinen nächsten Besuch in Freiburg brauche ich definitiv mehr Zeit!

Details des Münster-Baus

Details des Münster-Baus

Eine Stadt zum Bummeln und Genießen

Zu den Schönsten der prächtigen Gebäude Freiburgs gehört zweifelsohne das Historische Kaufhaus. Es steht an der Rückseite des Alten Kaufhauses der Schusterstraße und dient heute repräsentativen sowie kulturellen Zwecken. Darüber hinaus habe ich mich an den vielen, kleineren mittelalterlichen Häusern der Altstadt erfreut. So schlenderte ich durch Kaufhausgässle und Schusterstraße, durch Konviktstraße und Münzgasse, vom Martins- bis zum Schwabentor.

Wer in Freiburg shoppen möchte, steuert oft die "Kajo" an, wie die Kaiser-Joseph-Straße gemeinhin genannt wird. Jedoch beherbergen die Gassen der Altstadt verlockende Geschäfte mit originellen, eleganten und speziellen Angeboten. Dazwischen verführen Weinstuben, Cafés und badische Gaststuben zur Einkehr.

Bekanntlich liegt Freiburg am Fuße des Schwarzwaldes, genau genommen am Fuße des Schauinsland. Der Gipfel des etwa 1284 Meter hohen Berges befindet sich auf der Gemarkung der Stadt Freiberg. Für den bequemen Weg auf den Berg ließen die Stadtväter, die 1930 eröffnete, Schauinslandbahn bauen. 1988 wurde die alte Bahn grundlegend erneuert, sie ist die längste Kabinen-Umlauf-Seilbahn in Deutschland.

"Berappen"

Übrigens, die Redewendung "etwas berappen" verdanken wir wohl der Freiburger Münzprägungsstätte. Im Mittelalter besaß die Stadt Münzrecht und bildete mit benachbarten Städten eine "Währungsunion". Dieser "Rappenmünzbund" bestand von 1404 bis 1584, als Zahlungsmittel prägten die Freiburger Münzer die "Rappenmünze". Man erzählt sich, ein Adler sollte die Münze zieren, er sah aber eher einem Raben ähnlich. So wurde das Geldstück fortan Rappen genannt und der Zahlvorgang hieß eben "berappen".

Lesen Sie auch meinen Bericht über die Tage in Leiselheim am Kaiserstuhl.

 

Weitere nützliche und interessante Informationen halten die Badischen Seiten bereit.

 

 

1http://az.ub.uni-freiburg.de/show/fz.cgi?cmd=showpic&ausgabe=01&day=23g&year=1845&month=07&project=3&anzahl=4</sup> 2http://bahnhof-freiburg.de.to/

Alle Fotos auf dieser Seite habe ich selbst geschossen, die Urheberrechte liegen also bei mir.

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