Der elektrische Strom - Gibt es Unterschiede?

Elektrischer Strom ist physikalisch. Entweder es wird Elektrizität erzeugt oder nicht. Strom ist Strom! Es gibt keinen guten oder schlechten Strom! Strom ist aus meiner Erkenntnis das einzige Produkt, bei dem es keine Qualitätsunterschiede gibt!

Das einzige was Strom unterscheidet, ist die Art und Weise seiner Erzeugung: Wasser, Wind, Atom, Kohle usw.

Ihren Haushaltsgeräten ist es völlig egal, ob Sie enorm viel oder ganz wenig für Ihren Strom bezahlen. Liegen 220 Volt an, funktionieren die Geräte – Ihr Licht wird nicht dunkler, nur weil sich der Strompreis reduziert hat.

Beim Strom Wechsel liegt das Geld auf der Straße

Auf dem Strommarkt haben sich inzwischen etliche Anbieter etabliert. Komischer Weise sind die Deutschen ihrem Stromanbieter treu – egal wie hoch sich die Preisspirale dreht.

Während auf dem Telekommunikationsmarkt ein starker Wettbewerb ausgebrochen ist, der Markt heiß umkämpft wird und jeder versucht möglichst günstige Tarife zu bekommen und somit einen Beitrag zur Tarifsenkung bei allen Anbietern leistet, passiert auf dem Strommarkt gar nichts!

80% der deutschen Haushalte sind auf ganze vier Anbieter verteilt!!! Die restlichen 20% verteilen sich auf andere Anbieter. Und die vier großen Energieversorger sind sich ganz schnell einig, wenn es ums Erfinden neuer Gründe für Preisanstiege gibt - sie lachen sich kaputt über uns.

Sind die Deutschen zu faul, zu träge oder ist es die Unwissenheit, die viele von einem Wechsel zurück hält? Der Strom in Deutschland ist 40% teurer als in den angrenzenden Staaten rings um uns herum! 

Was genau passiert, wenn Sie sich für einen Strom Wechsel entscheiden?

Ganz einfach gesagt:

Sie bekommen einen Brief mit den vereinbarten Konditionen und später noch mal einen Brief mit dem Termin, ab wann Sie weniger Geld für das selbe Produkt bezahlen.

Ihre Stromrechnung hat eine andere Aufmachung auf dem Papier – vielleicht ist sie etwas bunter - weil es eine andere Firma ist.

Die monatliche Rate ist geringer, weil Sie ja insgesamt weniger bezahlen. Am Jahresende erfolgt wie gewohnt die Jahresendabrechnung, die bedeutend günstiger ausfällt als vorher.

Auch die Person, die immer den Zähler abgelesen hat, kommt nach einem Wechsel weiterhin zum Ablesen - falls es das noch irgendwo gibt.

Das ist alles, was Sie von dem Wechsel Ihres Stromanbieters mitbekommen und das ist auch schon alles, was sich überhaupt für Sie ändert – nur der Preis! Das ist verblüffend oder? 

Woher weiß der billige Strom wo ich wohne?

Wenn Sie Ihren Stromanbieter wechseln, dann werden KEINE technischen Veränderungen vorgenommen. Alles bleibt so, wie es jetzt ist. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass dabei nichts schief gehen kann! Ihr Risiko beträgt ganze null Prozent.

Das Einzige was sich ändert ist Folgendes: Der neue Stromanbieter Ihrer Wahl, teilt Ihren Stadtwerken oder einem anderen Energieversorger mit, dass Sie ihn mit der Lieferung Ihrer Strommenge beauftragt haben. Somit hat dieser Anbieter das Recht, die Strommenge, die Sie verbrauchen, in das Stromnetz vor Ort einzuspeisen und Ihnen diese Leistung in Rechnung zu stellen.

Natürlich weiß dieser eingespeiste Strom nicht wo Sie wohnen, er wird lediglich in das Netz eingespeist, an dem Ihr Zähler angeschlossen ist und verteilt sich in diesem Netz.  

Der regionale Anbieter vor Ort kann diese Strommenge nun nicht mehr für seine Interhotelpreise einspeisen und macht Verlust. Je mehr Verbraucher sich für günstigen Strom entscheiden, desto mehr wird der teure Anbieter zurück gedrängt. Was wird er jetzt wohl tun? Er muss sich einen Plan machen, wie er seine Kunden zurück bekommt. Da es bei Strom keine Qualitätsunterschiede gibt, hat er nicht so wahnsinnig viele Möglichkeiten.

Senkt der regionale Anbieter nun den Preis, muss Ihr günstigerer Anbieter sich einen Plan machen. Da es bei Strom keine Qualitätsunterschiede gibt, hat er nicht so wahnsinnig viele Möglichkeiten...

Die Preisspirale ändert die Richtung. Leider weiß das anscheinend kaum einer.

Am Jahresende wird der Stromverbrauch an Ihrem Zähler abgerechnet – es kommt die gleiche Person zum Ablesen, wie immer – entweder haben Sie mehr verbraucht und zahlen den Mehrbedarf zu Ihren günstigen Konditionen nach oder Sie bekommen Ihr Geld zurück, wenn Sie weniger verbraucht haben. Den Rest machen die Stromversorger unter sich aus. 

Was passiert, wenn Ihr Stromanbieter Pleite geht?

Wenn Ihr Stromversorger vom Markt verschwinden sollte - was auf dem Strommarkt so gut wie gar nicht passiert - aber mal angenommen es handelt sich um einen extrem dämlichen Anbieter - dann übernimmt Ihr regionaler Anbieter vor Ort die Stromversorgung und Sie sind da, wo Sie jetzt gerade sind – nämlich bei viel Geld für ein bissel Strom.

Strom liegt immer an! Sie können niemals im Dunkeln stehen. Die Stromversorgung ist immer gewährleistet, das ist auch gesetzlich geregelt. Würde Ihr Stromversorger sich weigern, wäre er erstens schön blöd, zweitens verklagbar und drittens gehört das Stromnetz der Öffentlichkeit und nicht der Energieversorgung oder den Stadtwerken.

Haben Sie jemals davon gehört, dass eine Person den Stromanbieter gewechselt hat und irgendwann im Dunkeln stand? Die Antwort lautet "nein" – so etwas gibt es nicht!

Wenn Sie in eine leerstehende Wohnung kommen und Ihr Telefon an die Telefondose stecken, dann ist die Leitung tot. Wenn Sie aber den Lichtschalter betätigen, dann geht das Licht an. Wenn nicht, ist die Sicherung nicht eingeschaltet.

Wenn jemand seine Stromrechnung nicht bezahlt, kommt der Stromversorger ins Haus und macht den Sicherungskasten dicht. Anders kann er den Strom nicht abstellen. Er kann nicht einen Zähler vom Netz nehmen, wie ein Telefonanbieter seinen Anschluss. 

Was Sie bei einem Strom Wechsel beachten sollten

Bei meinem Stromanbieter sind für mich 5 Punkte entscheidend, wobei der 5. Punkt mit meiner persönlichen Einstellung zu tun hat und diesen Punkt muss jeder für sich selbst entscheiden. Deshalb gehe ich auf Punkt 5 nicht weiter ein.

1. die Preisgarantie

2. die Mindestvertragslaufzeit

3. der Preis

4. die Bezahlung

5. keine Atomenergie (ist mir persönlich wichtig)

Ein Stromanbieter ist für mich nur dann interessant, wenn er über die gesamte Mindestvertragslaufzeit seinen Preis garantiert. Ein Anbieter mit drei Monaten Preisgarantie und einer Mindestvertragslaufzeit von mehr als drei Monaten fällt aus. Dann bin ich nämlich gebunden und der Anbieter kann den Preis für die restlichen Monate anheben – hier lacht der Stromanbieter!

Für mich kommt ein Stromversorger nur in Frage, wenn ich meinen Strom monatlich bezahlen kann. Wenn ich 3 Monate im Voraus zahlen muss, arbeitet mein Geld für den Stromanbieter und nicht für mich – hier lacht der Stromanbieter!

Die Kündigungsfristen sind für mich nicht so relevant, wenn der Preis und die Preisgarantie stimmen, ich monatlich meine Abschläge zahlen kann und die Mindestvertragslaufzeit überschaubar bleibt – hier lache ich!

Wenn ich den Anbieter verlassen will, mache ich mir eine Notiz in meinen Unterlagen zum rechtzeitigen Kündigungstermin. Kündigungen von Verträgen, schicke ich immer per Einschreiben – es geht schließlich um mein Geld und da habe ich gern was in der Hand! Die paar Euro für das Einschreiben sind mir lieber, als wenn die Kündigung nicht rechtzeitig ankommt und sich mein Vertrag verlängert.

Allerdings werden Stromverträge ja so zu sagen von einem Stromversorger auf den anderen übertragen. Kündigungen würden hier nur unnötig Geld kosten und keinen Sinn machen. Ich vergleiche die Strompreise ständig, denn hier liegt das Geld so zu sagen auf der Straße. Finde ich einen besseren Anbieter, als meinen bisherigen erteile ich dort den Auftrag zum Wechsel. Den Rest erledigt mein günstiger Energiversorger für mich. Wie viel Geld würden Sie bei einem Wechsel sparen? Hier können Sie die Preise für Ihren Haushalt sofort vergleichen(Anzeige) 

Finger weg von Strompaketen!

Am allergünstigsten sind Strompakete zu haben. Das heißt Sie haben meinetwegen einen Stromverbrauch von 5000 kWh pro Jahr, dann gibt es Anbieter, die Ihnen für dieses Strompaket einen Preis von meinetwegen 700 Euro anbieten. Sie sparen eine Menge Geld im Vergleich zu Ihrem Regionalanbieter – aber der Schein trügt!

Der erste Punkt ist: Sie müssen das gesamte Strompaket im Voraus bezahlen. Liefert der Anbieter dann nicht, springt der Energieversorger vor Ort ein. Der Anbieter vor Ort will aber auch sein Geld haben und das ist bekanntlich nicht wenig. Sie zahlen doppelt, wenn Sie Pech haben, müssen Sie einen Anwalt beauftragen, um Ihr Geld zurück zu holen, falls Sie es jemals wieder sehen.

Der zweite Punkt ist: Sie achten die ganze Zeit akribisch darauf, dass Sie in Ihrem Limit bleiben und sparen an allen Ecken und Kanten. Den Strom, den Sie dann nicht verbraucht haben, bekommen Sie nicht zurück erstattet – da lacht der Stromanbieter!

Überziehen Sie Ihr Limit und verbrauchen mehr, als Sie im Paket geordert haben, dann wird es richtig teuer. Der Mehrverbrauch kann vom Anbieter teuer nachberechnet werden – aus dieser Nummer kommen Sie dann nicht raus – da lacht der Stromanbieter!

Der dritte Punkt ist: Sie haben Ihr Strompaket gekauft, alles ist bestens gelaufen, Sie haben sich in Ihrem Limit bewegt, das Jahr geht zu Ende – auf einmal kommt eine saftige Stromrechnung ins Haus.

Das passiert nämlich dann, wenn Ihr Strompaket keine Preisgarantie hatte.

Ich würde niemanden ein Strompaket empfehlen - Sie machen immer Miese! Entweder Sie verbrauchen zu wenig und haben mehr bezahlt oder Sie haben mehr verbraucht, als Sie bezahlt haben. Der nachberechnete Strom hat nichts mit Ihrem günstigen Paket zu tun.

Das Geld liegt auf der Straße, Sie müssen es nur aufheben!

Kaufen Sie keine Strompakete – auch wenn sie noch so verführerisch scheinen– Sie machen immer Miese, denn Sie können die kWh nicht bis auf die letzte genau verbrauchen!

Achten Sie auf die fünf oben genannten Punkte, dann können Sie nicht viel falsch machen.

Suchen Sie nicht den perfekten Anbieter, suchen Sie einen, der preiswerter ist. Je früher, desto besser! Und wenn Sie ohne Atomenergie leben können, dann ist es am allerbesten für uns alle.

Fazit: Mit einem günstigen Stromanbieter können Sie im Jahr zig Euro sparen – ohne dass Sie Qualitätseinbußen hinnehmen müssen.  Wenn Sie allerdings auf Nachtstrom angewiesen sind, weil Sie beispielsweise Nachtspeicheröfen betreiben, dann können Sie die Angebote nicht nutzen. Der Nachtstrom ist an den "normalen" Tagstrom gekoppelt, Ihre Energierechnung würde explodieren!

Auf dem Energiemarkt liegt das Geld förmlich auf der Straße. Wichtig ist, dass Sie die Verträge, die Sie mit dem neuen Anbieter abschließen genau anschauen, ob die versprochenen Konditionen auch tatsächlich schriftlich fixiert sind. Fehlt irgend etwas setzen Sie sich mit dem Anbieter in Verbindung oder stornieren – schriftlich, per Einschreiben. Das gilt übrigens für jeden Vertrag!

Achatnia, am 07.06.2011
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Bildquelle:
Kuscheltier (Strom sparen im Haushalt)

Autor seit 5 Jahren
25 Seiten
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