Die Heilkraft

Süßholz (Glycyrrhiza glabra, Liquiritiae radix, Fabaceae) gehört zu den Pflanzen, deren Wirkung und Heilkraft auch in Deutschland als erwiesen gelten. An der Universität Würzburg teilte der Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" mit, dass Süßholz zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gekürt wurde.

In der Forschung sind bereits rund 400 Wirkstoffe der Wurzel bekannt, darunter Glycyrrhizin, Flavonoide und Cumarine. Saponine erhöhen die Schleimhautproduktion in den Bronchien und fördern das Abhusten. Sie hemmen das Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen und können deshalb wirkungsvoll bei grippalen Infekten mit Husten und Heiserkeit eingesetzt werden.

Süßholz hilft bei Reizmagen, Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden und verhindert somit auch die Entstehung von Magengeschwüren. Eine Besserung bei bestehenden Geschwüren konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Jedoch lassen sich Völlegefühl und Blähungen mit ihrer Hilfe beseitigen. Es wirkt antiviral, hemmt den Kortikoidabbau in der Leber und führt dadurch zu einem erhöhten Kortikoidspiegel im Blut, der Entzündungen hemmt.

Durch die antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkstoffe kann die Süßholztinktur zur Linderung bei Hämorrhoiden, Sonnenbrand, juckenden Hautreizungen und Insektenstichen, äußerlich angewendet werden.

Fälle, bei denen auf Konsum verzichtet werden sollte:

Bei hohem Blutdruck, Herzschwäche, schweren Leber- oder Nierenerkrankungen, Krebserkrankungen und bei Osteoporose, sollte weder Süßholz noch Lakritze eingenommen werden. Der Verzehr kann in diesen Fällen zu einer Verschlimmerung der Erkrankung führen. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit sollte darauf verzichtet werden. Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten und Süßholz ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erforderlich, da die Wirkstoffe der Süßholzwurzeln die Wirkung von Medikamenten negativ beeinflussen können.

Einige der Wirkstoffe greifen auch in den hormonellen Haushalt des Körpers ein. Es kann deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass ein regelmäßiger Genuss von Süßholzprodukten einen negativen Einfluss auf die männliche Potenz hat. Generell gilt, dass Süßholz nicht über einen längeren Zeitraum - höchstens 4 bis 6 Wochen – eingenommen werden sollte.

Quellen:

Dr. med. Berndt Rieger – Traditionelle Europäische Medizin

Heilkunst und Rezepte der Mönche und Kräuterhexen

ISBN: 3-7766-2421-3 Herbig Verlag

Ben-Erik van Wyk – Handbuch der Arzneipflanzen

ISBN: 3-8047-2069-2 Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH

 

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keinen fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen kann.

Jede Dosierung oder Applikation erfolgt auf eigene Gefahr des Benutzers.

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Ajerrar, am 27.07.2013
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Bildquelle:
I. Ajerrar (Zuckerblatt – Stevia rebaudiana – süß und doch gesund)
I. Ajerrar (Topinambur – als Kartoffelersatz und Gemüse)

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