Super 8 - Filmposter auf www.amazon.comUSA Ende der 1979er Jahre: Die Jugendlichen Joe (Joel Courtney), Charles (Riley Griffiths), Preston (Zach Mills), Martin (Gabriel Basso), Tom (Josh McFarland) und Alice (Elle Fanning) drehen bei einer Haltestelle eine Szene ihres Zombiefilms.

 

Während der Dreharbeiten werden sie unfreiwillige Zeugen eines Unglücks: Ein Kleinlaster prallt gegen einen Zug, woraufhin dieser entgleist und Waggons wie Spielzeug durch die Gegend geschleudert werden. Wie durch ein Wunder überleben die Kinder. Dass es sich bei der Katastrophe um keinen Unfall handelte wird ihnen klar, als ihnen der überlebende Fahrer des Trucks eintrichtert, mit niemandem über das Geschehen zu sprechen und kurz darauf das Militär eintrifft und die Gegend abriegelt.

 

Aus Angst schweigen die Jugendlichen über das, was sie gesehen haben. Doch schon bald zeigt sich, dass sich in einem der Waggons etwas befand, das fortan die Kleinstadt terrorisieren würde. Es beginnt harmlos mit dem Diebstahl von Automotoren - und endet mit dem Verschwinden von Menschen. Den Kindern, insbesondere Joe, wird bewusst, dass sie in großer Gefahr schweben und nicht länger schweigen dürfen. Allerdings setzt das Militär alles daran, den Kontakt zur Außenwelt abzubrechen und schreckt dabei vor keinem Mittel zurück...

Deutscher Trailer "Super 8"

"Cloverfield" meets "Stand by me"

Kindgerechte Science Fiction

Wenn J. J. Abrams Regie führt und kein anderer als Steven Spielberg als Produzent fungiert, kann der geneigte Kinobesucher einen Actionkracher erwarten. Richtig? Nicht ganz. Denn um die Erwartungen an "Super 8" in die richtige Perspektive zu rücken sei vorangestellt, dass es sich dabei um einen Science-Fiction-Film handelt, der sich unverblümt an ein jüngeres Publikum wendet. Wie weiland bei Rob Reiners "Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers" (nach einer Novelle von Stephen King) wird das Geschehen aus der Sicht einer Gruppe Jugendlicher geschildert, die mit etwas Mysteriösem konfrontiert werden, das ihr Leben völlig umkrempelt.

Kurzum: Wer sich, wie im Vorfeld gerüchteweise vermutet, ein Prequel zu "Cloverfield" erhoffte, wird wohl enttäuscht. Vielmehr bildet der Science-Fiction-Plot den Hintergrund für ein Coming-of-Age-Drama mit mehreren Subplots. Glücklicherweise verzichtet Abrams auf allzu süßliche Romanzen und schafft es größtenteils sogar, ohne allzu dick aufgetragenen Pathos das Auslangen zu finden. 

 

Sentimental: "Super 8"

Steven Spielbergs Handschrift ist dennoch klar zu erkennen. "Super 8" erweist sich mit seiner Film-im-Film-Ebene der Produktion eines fiktiven Amateurfilms als Verbeugung vor dem Medium an sich. Durch die anfangs sehr bedächtige Erzählweise stellt der Streifen die Geduld des Publikums einige Male auf eine harte Probe. Denn bei aller verständlicher Nostalgie fürs Amateurkino: Was den Zuschauer letzten Endes ins Kino lockt, ist das Mysterium rund um das Zugsunglück und das Dingreifen des US-Militärs.

Freilich: Der Plot vermag nicht zu überraschen und erweist sich als aalglattes Science-Fiction-Kino für junge und jung gebliebene Filmegucker. Das große Geheimnis selbst wird bis zum Schluss gedeckt gehalten, obwohl längst offensichtlich ist, wohin die cineastische Reise geht. Insbesondere J. J. Abrams eigene Produktion "Cloverfield" stand in einer entschärften Version Pate. Sprich: Explodierende oder abgetrennte Köpfe haben in "Super 8" Hausverbot.

 

Mehr Spielberg als J. J. Abrams

Abgesehen von einer fehlplatziert scheinenden, weil reichlich makabren Szene am Schluss ginge der Film als harmloses Science-Fiction-Märchen für ein junges Publikum durch. Somit dürfte so mancher Fan der Werke von J. J. Abrams vor den Kopf gestoßen werden. Akzeptiert man diese Prämisse jedoch, erweist sich "Super 8" als vorhersehbares SF-Drama mit den bekannten Plotverläufen.

Apropos: Ein bisschen zu viele eingewobene Handlungsfäden und irrelevante Nebencharaktere verwässern den an sich soliden Basisplot und drohen den Streifen zu überladen. Die (noch) wenig bekannten Darsteller meistern ihre Rollen ansprechend, wenngleich ihnen ohnehin nicht allzu viel abverlangt wird.

Fazit nach knapp zwei Stunden: "Super 8" ist der jugendfreie Gegenentwurf zu "Cloverfield", der sich bisweilen im eigenen Dramageflecht zu verstricken droht. Solides Science-Fiction-Kino für fast alle Altersgruppen, das weniger auf Action, als vielmehr auf Emotionen setzt und nicht zufällig an harmlose Spielberg-Klassiker der 1980er Jahre erinnert.

Originaltitel: "Super 8"

Regie: J.J. Abrams

Produktionsland und -jahr: USA 2011

Filmlänge: ca. 110 Minuten

Verleih: Paramount Pictures Germany

Deutscher Kinostart: 4. August 2011

FSK:?

Offizielle Website: www.super8-movie.com

Autor seit 6 Jahren
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