Frisch gewagt ist halb gewonnen

Der Ursprung dieses ermutigenden Sprüchleins ist nicht völlig geklärt. Möglicherweise stammt es aus Gerhard Teerstegens Gedichtband Geistliches Blumengärtlein. Vielleicht geht es aber auch auf den römischen Dichter Horaz zurück. (Wer nur begann, der hat schon halb vollendet.)

Für alle Verzagten und Ängstlichen ist dieses Sprichwort ein Mutmacher: Wem es gelingt, einen Anfang zu finden, eine Sache zu wagen, der hat schon einen entscheidenden Schritt getan – danach wird's oftmals viel leichter.

"Frisch" wagen empfiehlt uns der unbekannte Verfasser, d.h. nicht zu viel sinnieren, nicht zu viel nachdenken.

Der Autor des amerikanischen Klassikers "Psycho-Cybernetics", Dr. Maxwell Maltz, erwähnt in diesem Zusammenhang unseren "eingebauten Erfolgsmechanismus", der uns stets wie ein Kompass auf dem richtigen Kurs hält. Einzige Voraussetzung: Wir müssen uns zuerst in Bewegung gesetzt haben, damit uns jener Kompass überhaupt steuern kann.

Dr. Maltz empfiehlt, eine neue Unternehmung mit Gelassenheit und Optimismus anzugehen – und mit einer Prise Risikobereitschaft.

Auch die couragierte Königin Christine von Schweden gab einst diesen Ratschlag:

Das Leben ist ein Spiel. Man macht keine größeren Gewinne, ohne Verluste zu riskieren. 

Schauspieler Kevin Costner formuliert es so:

Der Gedanke, etwas nicht zu riskieren, ängstigt mich zu Tode.

Deshalb: 

Anpacken statt Aufschieben: So geht's

Eile mit Weile

Ein Ratschlag, der in unserer heutigen Hochgeschwindigkeitsgesellschaft, kaum mehr praktiziert wird.

Die alten Griechen und auch Kaiser Augustus, der diesen Ausspruch besonders gern gebrauchte, waren da klüger: Einen Gang "herunterzuschalten" tut nicht nur dem Körper gut, auch die Seele profitiert.

Wenn du es eilig hast, mach einen Umweg. (Japanisches Sprichwort)

Gefangen im Wettlauf des modernen Alltags vergessen viele Menschen, was ihnen wirklich wichtig ist. Während man sich im Eilschritt einem imaginären Zielpunkt nähert, versäumt man das eigentliche Leben.

Selbsthilfeautor Richard Carlson erinnert uns daran, "dass der Zweck des Lebens nicht darin besteht, alles abzuhaken, sondern jeden Schritt zu genießen … Denken Sie daran: Wenn Sie sterben, wird Ihr 'Korb mit Unerledigtem' nicht leer sein. Und wissen Sie was? Ein anderer übernimmt das dann für Sie!" (Aus: 100 Regeln für ein gutes Leben)

Auch der kanadische Journalist Jean-Carl Honoré hat erkannt, dass ein gelasseneres Lebenstempo viele Vorteile mit sich bringt – er hat das sogenannte Slow Movement ins Leben gerufen, das weltweit immer mehr Anhänger findet. 

Steter Tropfen höhlt den Stein

Ein weiteres Symptom unserer Hochgeschwindigkeitsgesellschaft ist chronische Ungeduld: Wir wollen alles möglichst schnell haben. Jetzt. Sofort. Am besten auf Knopfdruck.

Der griechische Dichter Choirilos von Samos - er prägte das Sprichwort Steter Tropfen höhlt den Stein - hat schon lange vor unserer Zeit erkannt, dass es die beharrlichen kleinen Dinge sind, die tiefgreifende Resultate hervorbringen können. Kleine Schritte, konsequent gegangen, führen zu großen Ergebnissen.

Sehen wir uns das oben genannte Sprichwort einmal genauer an, so fällt auf, dass es nur Tropfen sind, die ein so hartes Gebilde wie einen Stein "höhlen" können.

Das bedeutet: Auch kleine, sanfte Aktionen, jedoch konsequent ausgeführt, können "durchschlagenden" Erfolg bringen. Wir müssen uns oft gar nicht anstrengen und abmühen, um unsere Ziele zu erreichen. Denn wie ein deutsches Sprichwort besagt: Schritt vor Schritt kommt auch ans Ziel.

Kleine Dinge – große Wirkung: Mit Minischritten zum Ziel

Es ist besser, mit drei Sprüngen zum Ziel zu kommen, als sich mit einem das Bein zu brechen. (Afrikanisches Sprichwort)

Ist sie das, die uralte Formel für den Erfolg im Leben?

Beherzt anpacken, nichts überhasten, Ausdauer und Geduld beweisen, mit kleinen beharrlichen Schritten weitergehen – kann sie so einfach sein, die Wegbeschreibung zum Erfolg?

Diese Erfolgsformel hat sich zumindest über Jahrtausende hinweg bewährt. 

Und wenn es nicht auf Anhieb klappen sollte – auch kein Problem! Wie der Dramatiker Bertolt Brecht humorvoll formuliert hat:

Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.

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