Grundstimmung in einer Kurzgeschichte - Die Grund-Emotion muss sich im Inhalt widerspiegeln

Im Wortschatz der Hauptfigur, in der Beschreibung der Landschaft, des Wetters, der Kleidung und selbst anhand der beschriebenen Körperhaltung muss der Leser (unbewusst) das Grundthema erkennen.

Themen für Kurzgeschichten finden

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit Freunden zusammen und plaudern angeregt über Wendepunkte im Leben. Zu diesem Thema hat jeder etwas zu sagen und so beginnen die einzelnen Personen ihre Geschichten zu erzählen:

  •  Ich kannte eine Person, der ist dies und das passierte …
  •  Ich habe einen Freund, dem ist Folgendes passiert …
  •  Mir ist auch mal eine merkwürdige Geschichte passiert…
  •  Ich hab von dem Mann meiner Nachbarin gehört, dass ….

Der Erzähler wird nur von diesem einen Ereignis berichten, das mit einem Wendepunkt (Pointe) endet. Natürlich würde keiner die Pointe an den Anfang der Geschichte stellen, sondern zuerst die Neugier der Zuhörer wecken, indem die Story aufgebaut wird. 

  • Erst eine kurze Einleitung, um das Interesse zu wecken,
  • danach die eigentliche Geschichte
  • und am Ende das Ereignis, das zum Wendepunkt führte

Wie beginne ich eine Kurzgeschichte?

Bevor die Geschichte niedergeschrieben wird, sollte man eine genaue Vorstellung von der Person haben, über die man schreibt. Beobachten Sie die Hauptfigur, die Ihrer Geschichte Leben einhaucht.

Vor dem "inneren Auge" muss die "fiktive Figur" greifbar sein, auch wenn es in der Kurzgeschichte selbst, keine detaillierten Beschreibungen geben wird, muss zumindest der Autor eine genaue Vorstellung von seiner Hauptperson haben. Ob die Figur ihre Fingernägel feilt oder schneidet ist unwichtig, es sei denn, es ist für den Wendepunkt relevant.

Wichtig: In einer Kurzgeschichte werden körperliche Merkmale und Charakterzüge einer Person nur grob umrissen. Wer mag, sollte eine Biografie von seiner fiktiven Figur erstellen. Eine gut erstellte Hauptfigur kann für viele weitere Geschichten genutzt werden und Hunderte Abenteuer erleben.

  • Mit welchem Ereignis wird ihre Hauptfigur konfrontiert?
  • Was muss sie bewältigen?
  • Welche Geschichte soll der Leser erfahren?
  • Was kann zu einer Veränderung führen?

Beispiel: Eine Person überwindet eine Phobie und verändert dadurch sein Leben.

Schlüsselwörter notieren

Schlüsselwörter notieren, aber bitte bei einem einzigen Thema bleiben, schließlich soll nur eine kurze Geschichte zu Papier gebracht werden, die ein einziges Ereignis beschreibt.

  • Angst die Wohnung zu verlassen, Angst vor Höhe, Angst vor Keimen
  • Einsamkeit, Isolation, Zwangshandlungen
  • Wohnungsbrand, Selbstmörder auf Dach, kranke Person braucht Hilfe

Metaphern und Symbole in Kurzgeschichten

In einer Kurzgeschichte wird selten auf Details eingegangen. Autoren arbeiten oftmals mit Symbolen, die dem Leser ein Gespür für die Stimmung (Atmosphäre) vermitteln und ganz nebenbei eingeflochten werden.

Düstere oder heitere Stimmung erzeugen durch:

  • Witterung
  • Umgebung
  • Gegenstände / Symbole
  • Körperhaltung der Figuren
  • Kleidung

Werden Sie zum Kurzgeschichten-Erzähler

Falls Sie nun ungefähr wissen, was Sie schreiben wollen, dann erzählen Sie sich selbst einige Varianten der Geschichte. Durch diese Methode wird eine Kurzgeschichte noch lebendiger und fühlt sich an, als wäre es tatsächlich passiert.

 Nun geht es ans Schreiben.

  • Kurze Einleitung
  • Mittelteil
  • Wendepunkt

Manuskript überarbeiten

Eine Kurzgeschichte ist in der Regel zwischen 10.000 und 20.000 Wörtern lang.. Oftmals sind Kurzgeschichten jedoch ausführlicher, als man beabsichtigt hat. Aus diesem Grund kann es hilfreich sein, das Manuskript ein paar Tage wegzulegen und danach alles zu kürzen, was für den Kern der Aussage unwichtig ist.

Die endgültige Version nochmals laut vorlesen und eventuell inhaltliche Unstimmigkeiten ausbessern, Grammatik, Rechtschreibung sowie Kommasetzung überprüfen.

Scully_van_Funkel, am 28.12.2012
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