Magnetische Deklination / Kompass Silva - Grad / Gon / Mils ( milliemme )

 

Magnetische Deklination?

Erst einmal muss man wissen, dass die Kompassnadel zum magnetischen Norden zeigt. Eine topografische Karte hat Linien, die wiederum den geografischen Norden zum Ziel haben. Die magnetische Deklination gibt nun die Winkeldifferenz an einem Punkt der Erdoberfläche zu diesen beiden Polen an. Sie ist ortsabhängig und zeitlich variabel. In Guyana ist sie sehr hoch. Am Kartenrand steht in der Regel die Abweichung in Grad, Minuten u.s.w. Wir berechnen also vorher  die MD und addieren sie dazu. Wieso in Minuten? Der Kompass ist im 12er System aufgeteilt. Wie unsere Uhr auch.  Es gibt drei verschiedene Skalen. Grad / Gon / Mils.

Der normale Kompass

Er hat 360 Grad / diese sind in Minuten und Sekunden unterteilt. 1 Grad = 60 Min.

Kompass Silva ist in Mils eingeteilt, er ist ein sehr genauer Artillerie-Winkel-Messer. Ursprünglich in 6280 Mils wurde er auf 6400 Mils aufgerundet. 1600 Mils entsprechen also 90 Grad = Osten. 1 milliemme ist der Winkel, unter dem ich einen Meter bei einem Km Abstand sehe.

So ein Marsch kostet Kraft!

Durchs dichte Unterholz immer geradeaus (Bild: eigen)

Marschrichtung und Entfernung ergeben den Standort - Entfernungsmesser / Topofil / Schritte zählen

  Wer seinen Standort kennt, ist nicht verloren!

Im Urwald ist die Sicht eingeschränkt. Es gibt keine markanten Anhaltspunkte. Die Gefahr sich zu verlaufen ist enorm groß. Alles sieht irgendwie gleich aus. Und Bäume stehen überall herum. Also nimmt man von der Karte mit dem Silva die Marschrichtung ab, stellt die berechnete MD dazu ein und muss natürlich den exakten Ausgangspunkt kennen. Wir bewegen uns auf einer Linie, diese zu verlassen wäre ein fataler Fehler. Ob Hindernisse ( umgefallenen Bäume / Flüsse / Berge / Schluchten / oder dichtes Unterholz) uns behindern, wir bleiben stur auf dieser Linie. 2-3 Km am Tag ist dann schon ganz gut.

Entfernung zur Standortbestimmung.

 

Topofil

Der Schnittpunkt aus Entfernung und Marschrichtung gibt unseren Standort. Den brauchen wir für event. Hilfe (Helikopter / Suchtrupp). Zum Messen gibt es einen kleinen Kasten, der einen starken Zwirn abspult. Über ein Zählwerk haben wir den genauen Abstand.

Schritt-Variante

Auf einer 400-Meter-Piste, je hundert bergauf, bergab, leichtes und schwieriges Gelände, werden Doppelschritte gezählt. Durch 4 geteilt und man hat den Durchschnitt auf hundert Meter.

Einer oder besser zwei oder drei Mann zählen also ihre Doppelschritte, alle 100 Meter machen sie einen Knoten in eine Schnur. Relativ genau kann man so den Aufenthaltsort bestimmen.

 

Unser Waldspaziergang - Im Hinterhof der Legion

Wir zwei verlorenen Wandervögel bewegen uns einfach in die richtige Richtung. Wohlwissend, dass wir irgendwann auf das Außenlager stoßen werden. Außerdem kennt man sich hier aus, das ist ja "unser Garten"! Trotzallem müssen wir uns nach den Topo-Gesetzen des Urwaldes richten. Immer geradeaus. Und das ist nicht lustig.  Zum x-ten Mal überqueren wir diesen verfluchten Bach. Der schlängelt sich hier fröhlich durchs Gebüsch. Bei Flut oder starkem Regen ist der auch schon mal 20 Meter breit. Außerdem am Ufer ist das Gehölz dichter und der Boden schlammig weich. Eine Aufgabe der Legion ist es, hier verlorene Seelen zu suchen.

Gut das die mich nicht genommen haben! Auf Dauer wäre das doch nichts für mich.

 

Abenteuer-Serie

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weiter zur nächsten Folge

Autor seit 5 Jahren
268 Seiten
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