Gefährlich ist nur der Mensch.

Hier sehen wir den Straßenbau in Guyana. Für einige  Km müssen Tausende Bäume weichen. Lebensraum wird vernichtet.

Da unsere heimischen Bäume im Herbst die Blätter abwerfen, steigt auf der Nordhalbkugel  im Winter der Ozon-Killer  Co²  an. Blattpflanzen können also Co² neutralisieren? Die können Kohlendioxid verarbeiten und Oxygen (Sauerstoff) abgeben?

Ja warum fällen wir dann ständig Bäume? Klar wir brauchen Wohn- und Anbauflächen und Holz!  Aber wir können doch an anderen Stellen neu pflanzen, aufforsten!

Es gibt sicherlich viele Initiativen, aber solange Flächengewinnung subventioniert wird, haben die keine Chance. Die Brasilianer decken zum größten Teil ihren Treibstoffbedarf mit Ethanol aus Zuckerrohr. Satte Gewinne für die Großgrundbesitzer. 

In den langen Nächten in der Hamac hat man Zeit zum Nachdenken. Es wird hell. Pünktlich ist die Sonne da. Unsere Fallen sind leer, also gehts ohne Frühstück weiter. Was haben wir gelernt? Auch ohne Essen stirbt es sich nicht sofort. Im Gegenteil, durch weniger Zivilisationsschlacke im Körper fühle ich mich fitter. Der leere Magen wird mit Wasser beruhigt, meine Sinne scheinen sich zu schärfen. Der Geist schaltet auf "hellwach"!  Die Wahrnehmungen werden präziser. Ist das etwa ein Schutz- und Hilfsprogramm unserer "Festplatte"?

 

 

Der Gott des Flusse - Die schwimmt besser als Ihr

Yellow Anaconda (Eunectes Notaeus), Northern Argentina (Bild: Mary Ann McDonald / AllPosters)

Zone zur Evakuierung per Hubschrauber per Seilwinde (Bild: eigen)

Obdach, Nahrung, Medizin aus dem Urwald - nicht üppig, aber besser als nichts

Auf dem Weg kommen wir rein zufällig an einer verlassenen, verwilderten Plantage vorbei. Zuckerrohr und Kakao-Bäume haben den Verdrängungswettbewerb teilweise überstanden. Kakao-Bohnen schmecken super, jedenfalls das weiche Innere. Der Saft von ausgekautem Zuckerrohr gibt richtig Power. 

Brayou ist ein weißes Harz, antiseptisch, schnell entzündlich (Esbit) und verjagt die Mücken. Kleine Wunden lassen sich damit desinfizieren.

Die Rinde der Chinowego-Pflanze (aus den Anden bis hier runter) liefert Chinin, gut gegen Malaria und Entzündungen. In den Anden entspringt der Amazonas.

Der rote Saft der Roucou-Frucht auf die Haut gestrichen, beschützt uns vor Insekten.  

Eine innere Stille, der immense Wald wirkt beruhigend. Unsere Bedürfnisse haben wir auf das Allernötigste beschränkt. Was ist im Leben denn schon wirklich wichtig? Alles ist vergänglich, das wird hier klar. Ich bin so ruhig und zufrieden wie lange nicht mehr!

Eine Mata-Mata Schildkröte hat den Hals seitlich, zieht den Kopf nicht  ein,  sondern klappt ihn  weg. Seltsames Tier. Ich mag keine Tortue, heute ist dein Glückstag du prehistor. Fransenschildkröte. 

 

 

Die Schlange im Paradies - Einer der schönsten Orte die ich je gesehen habe

Von der Plantage bis zum Stützpunkt ist es nicht mehr weit. Wir lassen uns Zeit. Ein zwei Meter breiter Bach vor uns lädt zum Pausieren ein. Ein Wasserfall wie im Traum. Palmengesäumt, tropische Blüten, fast ein Sandstrand. So einen Ort gibt es nur in gestellten Filmen. Das Pfeifen der Tucans und Peroquees aus den Wipfeln, Wahnsinn. Wir gehen baden und genießen das Leben. Können richtig Duschen. Holiday-Inn in freier Natur.

Aus den Augenwinkeln sehe ich bei meinen Sachen eine Bewegung. Aus wimpernlosen Knopfaugen sieht mich mit ihrem diamantförmigen Schädel eine Grace an. Tödlich in wenigen Stunden. Blöderweise lehnt die Schrotflinte näher bei ihr als mir. Was denkt die jetzt? Bestimmt: "Na, ihr Trottel!"

Wohl wissend wer von uns der Stärkere ist schlängelt sie sich ohne Hast von dannen.  Upps!

Wäre Adam seinerzeit ein Chinese gewesen, hätte er Evas Apfel weggeschmissen und die Schlange gegessen. Aber diese da sicherlich nicht. Heute ist unser Glückstag! 

 

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