Mauer richtig verputzen

Mauer richtig verputzen (Bild: lichtkunst.73 / pixelio.de)

Mörtel – ein Überblick

Mörtel sind sämtliche Mischungen, die aus Sand, Wasser und Bindemitteln bestehen. In der Regel unterscheidet man zwischen Mörtel zum Putzen und Mörtel zum Mauern. Es gibt aber auch Mörtel, die für beide Aufgaben gleichsam verwendet werden können.

 

Der Hauptbestandteil von Mörtel ist Sand. Von ihm sind die Verarbeitungseigenschaften abhängig. Meistens wird für Mörtel Sand mit einer Körnung von 0 bis 4 mm verwendet. Bei Feinputzen wird Feinsand verwendet. Die Fertigmörtel enthalten in der Regel Sand mit einer kleinen Körnung. Gibt man dem Mörtelsand grob Zuschläge, ergibt sich so die Oberflächenstruktur des Putzmörtels. Man kann den Mörtel entweder selbst anfertigen und hat so die Möglichkeit, exakt auf die individuellen Bedürfnisse eingehen zu können, oder man kann Fertigmörtel beziehen, welcher nur mit Wasser angerührt werden muss.

 

Es gibt unterschiedliche Mörtelgruppen. Sie werden alle nach den Bindemitteln unterschieden. Die Bindemittel geben dem Mörtel verschiedene Eigenschaften. Kalkmörtel sind beispielsweise wenig belastbar, dafür enorm atmungsaktiv. Kalkzementmörtel sind belastbarer und halten auch größerem Niederschlag stand. Zementmörtel gelten als extrem belastbar und sind feuchtigkeitsabweichend. Für den Innenbereich gibt es Gipsmörtel aus Gips, Kalk und Sand. Sie sind atmungsaktiv, aber nicht feuchtigkeitsabweidend.

Mauermörtel und Putzmörtel

Mauermörtel dienen dazu, Mauersteine miteinander zu verbinden. Deswegen müssen sie sehr belastbar sein und Unebenheiten ausgleichen können. Die Einteilung der verschiedenen Mauermörtel erfolgt nach den folgenden Gruppen: MG I (Kalkmörtel), MG II (Kalkzementmörtel), MG III (Zementmörtel). Der Kalkmörtel ist wenig belastbar und sollte nur bei nichttragenden Mauern verwendet werden. Mörtel der MG II sind für die meisten Maurerarbeiten ausreichend

 

Putzmörtel haben vor allem eine dekorative Funktion. Sie ermöglichen eine gleichmäßige Oberfläche der Wand und können mit verschiedenen Farben kombiniert werden, so dass auch ein Wandanstrich vorgenommen werden kann. Zusätzlich dienen die Putzmörtel dem Schutz vor Niederschlag und Durchfeuchtung. Außerdem beugen sie Wärmeverlust vor. Bei Putzmörtel findet man die Kategorisierung von vier Gruppen vor: P I (Kalkputze), P II (Putze aus hochhydraulischen Kalken, Putz- oder Mauerbindern bzw. Kalk-Zement-Kombinationen), P III (Zementputze), P IV (Gipsputze) und P V (Putze mit organischen Bindemitteln für den Außen (P Org 2)- oder Innenbereich (P Org 1)). Außenputze sind wenig saugfähig, da sie der Witterung ausgesetzt sind. Innenputze sollten auf jeden Fall atmungsaktiv sein.

 

Beispiel für den Aufbau eines typischen Außenputzes:

  1. Spritzbewurf aus Zementmörtel
  2. Unterputz der Gruppe P II
  3. Strukturgebender Oberputz der Gruppe P II oder P Org 1 (Alternative: Feinputz)

 

Beispiel für den Aufbau eines typischen Innenputzes:

  1. Spritzbewurf aus Zementmörtel
  2. Unterputz der Gruppe P I oder P II
  3. Strukturgebender Oberputz der Gruppe P I oder P II oder P Org 1 und 2 (Alternative: Feinputz)

Estrichmörtel

Estriche sind stabile Fußböden, die direkt genutzt werden können oder mit einem Bodenbelag versehen werden können. Für Laien ist die Anfertigung von Zementestrich zu empfehlen, da dies am einfachsten ist. Beim Anrühren ist auf das Verhältnis zu achten: 1 Raumteil Zement: 3 Raumteile Sand. Estrich ist nur erdfeucht zu verwenden, damit sich keine Pfützen bilden, die eine Glättung verhindern würden. Estrichmörtel kann auch als Fertigmörtel gekauft werden.

Lehmputz

Als Lehmputz wird ein Mörtel bezeichnet, der aus Lehm besteht und als Putz für den Innen- und Außenbereich genutzt wird. Lehm ist eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton. Es handelt sich um ein natürliches Material, welches durch Verwitterung aus Fest- oder Lockergesteinen entsteht oder durch die nichtsortierte Ablagerung von Sand, Schluff oder Ton. Lehm ist weltweit als Baustoff verbreitet und wurde schon zu früheren Zeiten für den Hausbau benutzt.

 

Der Vorteil von Lehm ist, dass er nicht so plastisch und wasserundurchlässig wie Ton ist. Dies macht Lehm auch als Dämmmaterial einsetzbar. Der Baustoff zieht Feuchtigkeit an, kann sie speichern und wieder abgeben. Er speichert auch Wärme und kann so die Luftfeuchtigkeit regulieren. Im feuchten Zustand ist Lehm formbar, so kann man auch Ziegelsteine leicht selbst formen.

Autor seit 3 Jahren
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