Explorer of the SeasMitte April ging es endlich los. Von Düsseldorf flogen wir über London nach New York. Wir hatten gezielt nach einem Flug zum Newark Liberty International Airport gebucht. Denn dieser zweitgrößte Flughafen im Großraum New York befindet sich ganz in der Nähe des Cape Liberty Cruise Ports. Und da wartet die Explorer of the Seas der Reederei Royal Caribbean auf uns.

Flüge mit Zwischenstopp sind immer besonders anstrengend. Nach dem kurzen Flug von Düsseldorf nach London und einer vierstündigen Wartezeit ging es endlich los. Circa acht Stunden später überflogen wir Neufundland. Dann erreichte unsere Maschine die Stadt Albany im Staate New York. Ab hier flogen wir immer dem Hutson entlang in Richtung New York. Trotz der Dunkelheit konnte man gut beobachten, wie die Bebauung immer dichter wurde bis schließlich das hell erleutete Manhattan vor uns lag. Wir hatten ein wenig spekuliert und die richtige Flugzeugseite erwischt. Nach der Landung ging es direkt ins nahegelegende Hotel. Schlafen war wie immer schwer. Schließlich ist Deutschland sechs Stunden voraus. Eigentlich war es bereits Zeit zum Aufstehen.

Der nächste Morgen begrüßte uns mit Sonnenschein. Vom Hotelfenster aus konnte man das riesige Empire State Buildung gut erkennen. Nach dem Frühstück erwachten die Lebensgeister langsam und die Vorfreude auf die vierzehntägige Karibik Kreuzfahrt ab New York war groß. Mit dem Taxi ging es zum naheliegenden Cape Liberty Cruise Port. Dieser befindet sich auf einer drei Kilometer langen, künstlichen Halbinsel, die jahrzehntelang von der amerikanischen Marine genutzt wurde. Das gigantische Areal steht heute leer. Nur an der Spitze hat sich Kreuzfahrtgigant Royal Caribbean einen Bereich gesichert. Mit guter Sicht auf die Freiheitsstatue. Unser Gepäck wurde uns vor dem Terminalgebäude von helfenden Händen abgenommen. Und bereits zehn- bis fünfzehn Minuten später waren wir an Bord der Explorer of the Seas. Unsere Außenkabinen befand ganz vorne im Schiff. Wir hatten einen schönen Blick in Fahrtrichtung. Aber dann wollten wir erstmal an Deck und einen Blick auf New York werfen, das wir bislang noch nicht kannten.

Verrazano Narrows BridgeDie Südspitze von Manhattan lang vor uns im Sonnenlicht. Auf der linken Seite des Hafens befand sich die berühmte Freiheitsstatue. Gar nicht weit entfernt. Auf der gegenüberliegenden Seite lag die Queen Mary 2 an der Pier von Red Hook (Brooklyn). Nach einem Rundgang und einigen Fotos sind wir dann erstmal zum Mittagessen und dann wieder in die Kabine gegangen. Es war einer der heißesten Apriltage in New York. Bei mehr als 30 Grad wehte ein sehr warmer Wind. Als wir in Sommersachen wieder auf das Pooldeck zurückkehrten, kreiste über dem Kreuzfahrtschiff ein Hubschrauber mit der Aufschriftt NYPD. Das Auslaufen stand also unmittelbar bevor. Mit einem leckeren Cocktail in der Hand beobachteten wir, wie sich die Explorer of the Seas langsam in Bewegung setzte. Die Beweglichkeit dieser Giganten ist immer wieder erstaunlich. Ganz vorne gibt es auf der Explorer of the Seas die so genannte "Peek a boo bridge". Hier kann man von oben auf die Brücke schauen. Man konnte gut erkennen, wie der Kapitän das riesige Kreuzfahrtschiff mit einem kleinen "Joystick" steuerte. Aber dann sind wir schnell wieder an Deck gegangen. Vor uns lag die Verrazano Narrows Bridge. Ganz vorne konnten wir gut erkennen, wie der Verkehr in zwei Stockwerken über dieses gewaltige Bauwerk rollte. Die Brücke war gerade hoch genug. Wenn man vorne steht, hat man das Gefühl, das eine Kollision unvermeidbar ist. Aber der Eindruck täuscht. Langsam näherte sich das Kreuzfahrtschiff der offenen See. Die Karibik Kreuzfahrt hatte begonnen.

Fahrt in die Karibik

Sportsdeck Explorer of the SeasInsgesamt waren wir dreizehn volle Tage unterwegs. Die ersten beiden Tage waren Seetage. Das fanden wir sehr angenehm, weil man dann in Ruhe ankommen und das Kreuzfahrtschiff erkunden kann. Die Explorer of the Seas ist eines von insgesamt fünf Kreuzfahrtschiffen der Voyager Klasse von Royal Caribbean. Bis zur Indienststellung der Queen Mary 2 im Jahre 2004 war sie das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Und mit einer Länge von 311 Metern bei einer Vermessung von 138.000 BRZ zählt sie auch heute noch zu den Top Ten. Royal Caribbean ist bekannt für seine großen Schiffe. Das Verhältnis von Raumangebot zu Passagierzahl ist sehr günstig und so wird es an Bord selten eng.

Im Hauptrestaurant hatte man uns an einen Zehnertisch mit anderen deutschen Gästen zusammengesetzt. Man kennt sich nicht und deshalb drehen sich die ersten Gespräche meistens um Kreuzfahrten. Im Laufe der Kreuzfahrt lernt man sich dann besser kennen und manchmal entstehen beim Abendessen sogar Freundschaften. Zum Frühstück und zum Mittagessen sind wir in das Buffetrestaurant gegangen. Auch hier war alles sehr geräumig und es gab kein Gedränge.
Sportler werden die Explorer of the Seas lieben. Natürlich gibt es ein komlett ausgestattetes Fitnesscenter mit Meerblick. Aber die Besonderheit ist das wunderbare Sportsdeck am Heck. Hier gab es großes Basketballfeld, eine riesige Kletterwand (die Rückseite des Schornsteins), eine Minigolfbahn und eine eigene Bahn für Inline Skater. Alles war kostenlos nutzbar. Tief untem im Schiff gab es sogar eine Eisbahn. Hier wurden zweimal die Woche Eisrevuen aufgeführt. Tagsüber war die Eisbahn für jederman geöffnet.

Und so näherten wir uns langsam aber sicher der Karibik. Täglich meldete sich die Brücke mit allerlei Informationen. Zum Beispiel als wir in einige Entferung einige Wale passierten. Am zweiten Seetag schwammen grüne Algen auf der Oberfläche des Meeres. Die Sargasso See ist Heimat aller Aale in unseren Flüssen. Das hat man uns jedenfalls in der Schule so erklärt. Die deutlichste Veränderung auf unserer Fahrt in Richtung Süden war jedoch bei der Farbe des Wassers zu beobachten. Es wird immer blauer und auch klarer.

Die Karibik

Old San JuanAm Mittag des dritten Tages erreichten San Juan auf Puerto Rico. Die Großstadt ist eine der ältesten Städte der spanischen "Neuen Welt" und Welterbe der UNECSO. Auch wenn Santo Domingo und Havanna später bedeutender waren, ist die Altstadt von San Juan mit der gewaltigen Festung einen Besuch wert. Die Kreuzfahrtschiffe machen direkt in der Altstadt fest. So kann man das alte San Juan bequem zu Fuss erkunden. Die Explorer of the Seas blieb bis Mitternacht in San Juan. Bei Dunkelheit sind die Gassen besonders schön.
Am nächsten Morgen waren wir auf der St. Thomas. Die Insel mit Ihrer attraktiven kleinen Hauptstadt Charlotte Amalie ist heute Teil der amerikanischen Jungferninseln. Vorher gehörte sie zu dänisch Westindien. Wir hatten bereits in Deutschland bei einem der örtlichen Ausflugsveranstalter (Havefunwithus.net) eine Inseltour mit Strandaufenthalt gebucht. Wir kannten die Insel zwar von früher aber einige aus unserer Reisegruppe waren zum ersten Mal hier. Und so fuhren wir mit einem der offenen Ausflugsbusse über die Insel. Einer der Haltepunkte war natürlich "World Famous Mountain Top". Hier gab es den berühmten Banana Daiquiri und einen herrlichen Blick auf Magens Bay und die benachbarten Inseln. Später haben wir dann noch ein paar Stunden am herrlichen Coki Beach verbracht und geschnorchelt. Die Vermieter der Liegestühle haben auch Futter. Die farbenfrohen Fische sind ein Traum.

Sint MaartenAbends ging es dann weiter in Richtung Sint Maarten. Wie St. Thomas ist auch Sint Maarten mit der Hauptstadt Philipsburg ein vielbesuchtes Ziel und ein Shoppingparadies. Wir hatten den Eindruck, dass nicht wenige Gäste wegen der günstigen Einkaufsmöglchkeiten an Bord waren. Wir hatten wieder eine Rundfahrt mit Strand bei einem der örtlichen Veranstalter gebucht. Ein cooler Typ der uns erstmal mit Rumpunsch versorgte. Sehr lecker aber auch extrem gefährlich. Auf unserer Rundfahrt machten wir Halt beim internationalen Flughafen der Insel. Unmittelbar vor Beginn der Landebahn gibt es einen bei Flugzeugfans weltberühmten Strand. Selbst große Maschinen fliegen nur wenige Meter über diesen Strand um dann einige Sekunden später zu landen. Ein unglaubliches Spektakel. Im französischen Teil der Insel verbrachten wir dann noch einige Stunden am wunderbaren Orient Beach. Sint Maarten bzw. St. Martin ist seit Jahrhunderten halb niederländisch und halb französisch.
Und weiter ging es auf unserer Karibik Kreuzfahrt. Nach dem Auslaufen konnten wir die nagelegenden Inseln St. Barth und St. Eustatius gut erkennen. Am nächsten Morgen lagen wir vor Dominica. Bitte nicht mit der Dominikanischen Republik verwechseln. Dominica ist ein Beispiel für die Vielfalt der karibischen Inselwelt. Die ganze Insel ist sehr bergig und mit dichtem Urwald bedeckt. Wir waren auch hier mit einem einheimischen Führer verabredet, der uns in der Hauptstadt Roseau abholte. Die Pflanzenwelt der Insel ist wirklich beeindruckend. Es gibt nichts was hier nicht wächst und gedeiht. Der Nationalpark Morne Trois Pitons gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO. Auf Dominica gibt es noch einen letzten Rückzugsort der Kariben. Allerdings ist Ureinwohner relativ. Die kriegerischen Kariben haben die Arawak Indianer aus der Karibik vertrieben bevor sie ihrerseits von der Europäern verdrängt wurden.

BarbadosWeiter ging es in Richtung Barbados. Um die etwas abseits gelegene Insel zu erreichen, fuhren wir am späten Abend zwischen Martinique und St. Lucia hindurch. Wir waren noch nach Mitternacht an Deck und verfolgten die Lichter auf beiden Seiten des Schiffes. Am nächsten Morgen waren wir dann in Barbados. Als wir aus dem Fenster sahen, lag die Hauptstadt Bridgetown und die Carlisle Bay vor uns. Barbados ist einer der wenigen Inseln, die bis zur Unabhängigkeit immer in britischer Hand waren. Noch heute ist der britische Einfluss unverkennbar. Das Denkmal für Admiral Nelson ist 30 Jahre älter als das in London. Wir hatten uns mit einer Deutschen verabredet, die uns am Hafen abholte. Mit ihr wollten wir die Insel erkunden. Eines unserer ersten Ziele war die Sunbury Plantage. Das alte Herrenhaus ist heute ein Museum. Man bekommt einen guten Einblick in das Leben der reichen Zuckerbarone auf Barbados. Dann ging es weiter entlang der landschaftlichen schönen Ostküste der Insel. Hier treffen die Wellen des Atlantiks auf die Insel. Schwimmen wäre hier lebensgefährlich. Nur einheimische Surfer trauten sich in die Wellen. Nach einem Besuch der wunderbaren Andromeda Gardens verließen wir die Ostküste. Die gegenüberliegende Westküste (die Karibikseite der Insel) wird aufgrund der Luxushotels auch Gold Coast genannt. Heute sind die Strände an der Südküste unserer Meinung nach die schönsten der Insel. Wir verbrachten noch einige Zeit am Crane Beach.

Am nächsten Morgen waren wir bereits früh an Deck. Man konnte die Berge Guadeloupes und die Vulkaninsel Montserrat gut erkennen. Unser Ziel an diesem Tag war jedoch Antigua. Auch in St. John's war die Explorer of the Seas das einzige Kreuzfahrtschiff. Es war bereits Ende April und die Hauptsaison in der Karibik war bereits vorbei. Unser Guide für den Tag erwartete uns im Bereich des Hafens. Mit Tourguide Gordon wollte wir die Insel erkunden und ein wenig Zeit am Strand verbringen. Zuerst fuhren wir einmal quer über die Insel nach English Harbour. Die alte englische Marinebasis Nelsons Dockyard aus dem 18. Jahrhundert ist sehr gut erhalten und heute die Sehenswürdigkeit Nummer Eins auf Antigua. Von den nahegelegenen Shirley Heights hat man einen herrlichen Blick. Nach einigen weiteren Stopps erreichten wir schließlich den Long Bay Beach. Ein schöner Strand an dem man auch gut schnorcheln konnte.

In der Nacht war die Explorer of the Seas das kurze Stück nach St. Kitts gefahren. Auch in dem Kreuzfahrthafen Port Zante der Hauptstadt Basse Terre waren wir verabredet. Natürlich wollten wir das berühmte Brimstone Hill Fortress besichtigen. Wegen der starken Befestigung wird St. Kitts auch das Gibraltar der Karibik genannt. Die Festung liegt am Fusse des Vulkans Mount Liamuiga. In dem Dschungel an den Hängen des Vulkans werden auch interessante Wandertouren angeboten. Vielleicht beim nächsten Mal. Mr. Grey zeigte uns auch die Hauptstadte Basse Terre und brachte uns schließlich zur Cocklesshell Bay ganz im Süden von St. Kitts. Hier musste man sich vor den frechen Affen in Acht nehmen. Die stehlen mit Vorlieben Essbares und trinken sogar die Cocktails aus.

Am PoolSt. Kitts war das letztes Ziel unserer Kreuzfahrt zu die westliche und südliche Karibik. Zum Abschluß unserer Karibik Kreuzfahrt hatten wir jetzt noch drei Seetage vor uns. Nach den vielen Besichtungen der vergangenen Tage ein schöne Abwechselung. Das Wetter blieb bis New York stabil und so konnten wir das Pooldeck so richtig genießen. Ein Band spielte Reggae Musik und es gab köstliche Cocktails.

New York

Top of the RocksIn den frühen Morgenstunden erreichte die Explorer of the Seas den Hafen von New York. Durch unser Kabinenfenster sahen wir die Verrazano Narrows Bridge und dann die Freiheitsstatue. Wir hatten es eilig. Vor unserem Rückflug am späten Abend wollten wir noch etwas von New York sehen. Mit dem Taxi fuhren wir zu einer Adresse in Chinatown. Hier waren wir mit einem Deutschen Reiseführer verabredet. Nach dem wir unser Gepäck in seinem Büro untergebracht hatten, machten wir uns auf den Weg. Wir wollten Manhattan zu Fuss (und mit der U-Bahn) erobern. Das ging erstaunlich gut. Zuerst ging es in Richtung Ground Zero und Wall Street. Dann durch den Meetpacking District zum Times Square. Unser Reiseführer war eigentlich Gärtner und pflegte als solcher die Gästen der Prominenz. So erfuhren wir nebenbei wer wo wohnt. Der Höhepunkt war das Rockefeller Center. Die Aussichtsplatform "Top of the Rocks" bietet einen herrlichen Rundblick über die Stadt und den Central Park.

Sie haben auch Lust auf eine Karibik Kreuzfahrt ab New York? Alle Infos Infos über Karibik Kreuzfahrten finden Sie hier.

Autor seit 6 Jahren
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